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Die Anti-Zucker-Spritze

Insulin ist lebensnotwendig. Ohne das Hormon würde der Mensch schwer erkranken. Ein Viertel der Zuckerkranken muss sich die Substanz spritzen, damit ihr Körper weiter funktionieren kann.

  Mit Gefühl vorgehen: Injizieren Sie Insulin immer ins Fettgewebe

Mit Gefühl vorgehen: Injizieren Sie Insulin immer ins Fettgewebe

Zuckerkranke haben ein Problem, das tief in ihrem Körper verborgen liegt: Ihre Bauchspeicheldrüse stellt nicht mehr genügend Insulin her. Dieses Hormon braucht der Körper aber, um den Zucker aus der Nahrung richtig zu verwerten. Bleibt er im Blut, richtet er großen Schaden an.

Jeden Tag benötigt der menschliche Organismus bis zu 40 Einheiten des Hormons. Etwa die Hälfte davon verwendet er darauf, die Zuckermoleküle aus den Mahlzeiten in die Zellen zu bringen. Die andere Hälfte nutzt er, um den Blutzuckerspiegel Tag und Nacht - also auch in Zeiten ohne Nahrung - gleichmäßig niedrig zu halten.

Produziert die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr oder lässt sich der Blutzuckerspiegel mit Medikamenten nicht mehr bändigen, müssen Zuckerkranke auf Insulinspritzen umsteigen. Menschen mit Diabetes Typ 1 brauchen das Hormon sofort, jene mit Typ-2-Diabetes im Durchschnitt zehn Jahre nach Beginn ihrer Krankheit.

Zugeführtes Insulin ist gut, aber nicht frei von Fehlern

Insulin aus der Apotheke ist ein Segen - aber einer mit kleinen Macken. Der Stoff senkt zwar den Blutzuckerspiegel, ersetzt aber das körpereigene Insulin nicht vollständig. Denn keine Insulinzubereitung kann die natürlichen Schwankungen der Hormone im menschlichen Organismus nachstellen. So steigen die Blutzuckerwerte trotz des Insulins manchmal auf das Zwei- bis Dreifache an oder sinken rapide. Beides kann dem Körper enorm schaden.

Der größte Nachteil des Insulinspritzens ist aber, dass Erkrankte unterzuckern. Entweder weil sie zu viel Insulin gespritzt haben oder mit der Nadel einen Muskel statt Fettgewebe getroffen haben. Auch nach dem Sport oder körperlicher Verausgabung kann der Blutzucker gefährlich absacken. Denn bei Bewegung können die Zellen des Körpers den Zucker automatisch besser verwerten.

Bei Unterzuckerung wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Zucker versorgt. Es merkt, dass es nicht mehr genug Brennstoff hat, und setzt eine Reihe von Gegenmaßnahmen in Gang: Adrenalin wird ausgeschüttet, Betroffene fangen an zu zittern, ihr Herz rast, Schweiß bricht aus. Sie bekommen Heißhunger, bis sie sich schließlich benommen, wie leicht betrunken fühlen. Im schlimmsten Fall werden sie bewusstlos.

Menschen mit Diabetes Typ 2 können ihren Insulinbedarf drastisch senken, indem sie sich viel bewegen, sich ausgewogen ernähren und auf ein normales Gewicht achten. Allerdings: Diese Zusammenhänge zu kennen und die guten Ratschläge umzusetzen, sind zweierlei.

Humaninsulin

Seit mehr als 25 Jahren spritzen sich Zuckerkranke sogenanntes Humaninsulin. Der Name ist ein wenig irreführend, denn das Hormon stammt nicht etwa vom Menschen. Vielmehr stellte es die Pharmaindustrie früher aus Insulin von Schweinen her. Heute wird es mittels genmanipulierter Bakterien oder speziell gezüchteter Hefepilze produziert. Der Aufbau der Eiweißbausteine des Humaninsulins gleicht dem des menschlichen Insulins bis ins Detail.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Insulin: kurz wirksames und lang anhaltendes. Das kurz wirksame oder Normalinsulin ist eine klare Flüssigkeit, das lang anhaltende oder sogenannte Verzögerungsinsulin hingegen sieht trüb aus.

Normalinsuline senken bereits nach einer Viertelstunde den Blutzuckerspiegel und wirken etwa vier bis sechs Stunden. Normalinsulin spritzen Sie beispielsweise bei der intensivierten Insulintherapie drei bis vier Mal am Tag, jeweils zu den Mahlzeiten. So gelangt die Energie aus der Nahrung schnell in die Körperzellen, und die Blutzuckerkonzentration sinkt rasch.

Humaninsulin wirkt länger, wenn es bestimmte Zusätze enthält, sogenanntes Protamin. Seltener wird auch Zink zugesetzt. Diese Insuline heißen dann Verzögerungs- oder Basalinsuline. Ihre Wirkung setzt erst nach knapp zwei Stunden ein und hält ungefähr einen halben Tag an. Zuckerkranke spritzen sich diese Insuline meist ein- oder zweimal am Tag, um Ihren täglichen Grundbedarf zu decken.

Sogenannte Mischinsuline verschreibt der Arzt meist bei Diabetes Typ 2. Diese Stoffe setzen sich meist aus 30 Prozent kurz wirksamem Insulin und 70 Prozent Verzögerungsinsulin zusammen. Das kurz wirksame Insulin fängt den Zucker aus den Mahlzeiten ab, das Verzögerungsinsulin deckt im Verlauf des Tages den Grundbedarf ab. Seine stärkste Wirkung hat es zur Mittagsmahlzeit.

Kunstinsulin

Jede dritte Insulininjektion besteht heute aus Kunstinsulin. Diese Insulinanaloga gibt es seit 1996. Sie wirken schneller und kürzer beziehungsweise länger als Humaninsulin. Auch Kunstinsulin wird synthetisch mithilfe von Bakterien oder Hefepilzen hergestellt. Die Struktur seiner Eiweißbausteine ist im Vergleich zum natürlichen Insulin aber verändert. Das beeinflusst den Zeitpunkt und die Dauer der Wirkung. Auch bei den Analoga gibt es kurz und lang wirkende Insuline.

Die Hersteller preisen die Insulinanaloga als maßgeschneiderte Therapie, als "Designer-Insulin" an: Nun müssten Menschen mit Diabetes mit dem Essen nicht mehr warten, bis das Insulin wirkt, heißt es. Sie könnten es auch nach der Mahlzeit spritzen, weil sich die Insulinmenge an den verzehrten Kohlehydraten anpassen ließe.

Doch so recht überzeugen können die neuen Präparate nicht: Denn ob sie Schäden an Augen, Nieren und Nerven oder am Herzen am Ende besser verhindern als Humaninsulin, weiß man noch nicht. Außerdem müssen Zuckerkranke auch bei normalem Humaninsulin den viel zitierten Spritz-Ess-Abstand nicht mehr einhalten.

Die Kassen zahlen nicht immer

Künstliches Insulin, auch Insulinanaloga genannt, ist 30 bis 60 Prozent teurer als Humaninsulin. Weil die Belege dafür fehlen, dass es besser wirkt, darf der Diabetesarzt Kunstinsuline nur unter bestimmten Bedingungen verschreiben, die sich aber immer wieder ändern. Daher ist es ratsam, sich im Einzelfall bei seiner eigenen Krankenkasse zu erkundigen. Derzeit gibt es für Patienten mit Diabetes Typ 1 keine Einschränkung bei der Verordnung. Anders ist es bei Menschen mit Diabetes Typ 2: Hier zahlen die Kassen nur dann für schnell wirkende Insulinanaloga, wenn sie nicht teurer sind als Humaninsulin. Doch es gibt hier Ausnahmeregelungen, etwa wenn der Patient allergisch ist gegen Humaninsulin. Für lang wirkende Insulinanaloga gilt ähnliches.

Um diese Bestimmungen zu umgehen, haben die Hersteller mit vielen Krankenkassen so genannte Direkt- oder Rabattverträge abgeschlossen: Sie bieten das künstliche Insulin zum gleichen Preis an wie Humaninsulin. Auf diese Weise können Betroffene weiterhin ihr Kunstinsulin auf Rezept bekommen, falls sie damit gut zurechtkommen.

Fachleute diskutieren darüber, ob Kunstinsuline das Wachstum von Krebszellen anheizen können. Anfang der 90er Jahre stoppten Forscher sogar einen Test mit Kunstinsulin, weil Versuchsratten auffällig oft Brustkrebs bekommen hatten. Beim Menschen wurden solche Risiken bislang aber nicht beobachtet.

Noch nicht ausreichend klar ist zudem, wie einige dieser Medikamente langfristig auf Kinder wirken. Diese sollten daher darauf verzichten.

Spritze, Pen und Pumpe

Insulinspritzen: kaum spürbare Einstiche

Je nach Höhe der Insulinkonzentration in einer Patrone können Diabetespatienten zwischen zwei verschiedenen Spritzen wählen: den U40-Spritzen mit 40 Einheiten Insulin pro Milliliter und den U100-Spritzen mit 100 Einheiten Insulin pro Milliliter. Insulinspritzen sind dünner als herkömmliche Spritzen und bestehen aus Kunststoff. Sie sind mit einer fest integrierten oder aufsteckbaren Metallkanüle verbunden, die vier, sechs, acht oder zwölf Zentimeter lang ist. Für sehr schlanke Patienten ist eine Vier-Millimeter-Nadel am besten geeignet, alle anderen sind mit einer Sechs- oder Acht-Millimeter-Nadel besser beraten. Die Spitze der Nadel ist auf besondere Art geschliffen, daher ist der Einstich kaum zu spüren. Hersteller weisen darauf hin, dass die Nadeln Einwegartikel sind und jedes Mal eine neue zu verwenden ist.

Auch wer einen Insulin-Pen benutzt, sollte immer U100-Spritzen im Haus haben - für den Fall, dass der Pen einmal versagt.

Der Pen ist wie ein Füller - mit Insulin statt Tinte

Die meisten Zuckerkranken entscheiden sich für einen Pen. Der Stift sieht aus wie ein langer, dicker Füllfederhalter, mit dem Unterschied, dass dort, wo beim Füller die Feder sitzt, beim Pen die Kanüle liegt und der Pen statt mit Tinte mit Insulin gefüllt ist. Für die Stifte gibt es Kanülen von vier bis zwölf Millimeter Länge.

Die Insulinpatronen enthalten hoch konzentriertes Insulin (100 Einheiten pro Milliliter), die Substanz reicht somit für mehrere Tage. Den Pen sollten Diabetespatienten immer bei sich tragen, damit sie sich auch unterwegs unkompliziert Insulin spritzen können. Die zu injizierende Menge lässt sich einfach mit einem Drehknopf einstellen.

Die Pumpe ahmt die Bauchspeicheldrüse nach

Die dritte Variante ist die Insulinpumpe. Mithilfe dieses Geräts wird versucht, die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse nachzuahmen. Die Pumpe arbeitet mit kurz wirksamem Insulin. Im Ruhezustand gibt sie in kurzen Abständen kontinuierlich Insulin ab. Das deckt den Grundbedarf.

Zu den Mahlzeiten spritzen sich Zuckerkranke per Knopfdruck die benötigte Extramenge, abhängig von der Menge an Kohlenhydraten, die sie zu sich nehmen. Was die Pumpe jedoch nicht leisten kann: Sie misst nicht eigenständig den Blutzucker und reagiert deshalb nicht auf eventuelle Schwankungen, die etwa bei körperlichen Anstrengungen oder Sport entstehen können.

Die batteriegetriebene Pumpe ist meist kleiner als eine Zigarettenschachtel. Sie lässt sich an den Gürtel hängen oder an einer Art Halfter am Körper tragen. Von dem Gerät führt ein kleiner Schlauch, ein sogenannter Katheter, zu einer Kanüle. Diese kurze, dünne Metall- oder Teflonnadel liegt im Bauchfettgewebe der Patienten, damit sie kontinuierlich mit Insulin versorgt werden. Der Katheter kann ein bis drei Tage dort bleiben, dann muss der kleine Stift ausgetauscht werden.

Der Umgang mit der Pumpe will gelernt sein

Auch Schwimmen, Duschen oder Baden sind mit der Pumpe kein Problem. Wer vorher etwas gegessen und sich dafür eine Insulindosis gegeben hat, kann die Pumpe über einige Zeit ablegen. Dabei muss er keinen zu hohen Blutzucker oder Insulinmangel befürchten: Falls der Katheter einmal verstopft ist oder die Batterieleistung nachlässt, schlägt das Gerät Alarm. Den richtigen Umgang mit dem Gerät lernen Zuckerkranke im Pumpenschulungsprogramm bei ihrem Diabetesarzt oder in einem spezialisierten Krankenhaus.

Die Pumpen sind sehr teuer. Daher müssen interessierte Patienten oder ihr Arzt so ein Gerät bei der Krankenkasse beantragen. Die Kasse verlangt Gründe dafür, warum Spritze oder Pen nicht in Frage kommen. Vielleicht ist eine ideale Stoffwechsellage immens wichtig, etwa wenn ein Betroffener häufig an Unterzuckerung leidet oder sein Blutzuckerwert sich mit Pen oder Spritze nicht beherrschen lässt. Das ist zum Beispiel beim so genannten Dawn-Phänomen der Fall: Im Morgengrauen (englisch: dawn) steigt dann der Blutzuckerspiegel immer wieder an.

Konventionelle Insulintherapie

Bei dieser Behandlung spritzen Zuckerkranke in der Regel nur zweimal am Tag Insulin. Dafür verschreibt ihnen der Arzt Mischinsulin aus einem kurz und einem länger wirkenden Stoff. Meist nehmen sie eine feste Dosis Mischinsulin vor dem Frühstück und vor dem Abendessen. Das Verzögerungsinsulin der morgendlichen Spritze deckt auch den Blutzuckeranstieg nach dem Mittagessen ab. Gelegentlich spritzen sie auch ein drittes Mal.

Die konventionelle Therapie ist einfach und unaufwendig. Sie kommt insbesondere für Menschen mit einem regelmäßigen Tagesablauf infrage, also für jene mit festen Zeiten für Insulin und Mahlzeiten. Sie dürfen kein Essen auslassen, sonst würde ihr Blutzuckerwert zu stark absinken. Außerdem muss die Menge der Kohlenhydrate annähernd gleich sein. Denn die Insulindosis steht fest und ist bereits gespritzt. Wie sich die Insulindosis bei viel Bewegung oder Fieber anpassen lässt, lernen Betroffene in einem Diabetes-Schulungsprogramm.

Intensivierte Insulintherapie

Heutzutage empfehlen Fachleute allen Menschen mit Diabetes Typ 1 die intensivierte Therapie. Sie spritzen sich zwei Mal täglich ein länger wirkendes Insulin. Das deckt ihren normalen Tagesbedarf. Die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten fangen sie drei bis vier Mal täglich mit kurz wirksamem Insulin ab.

Der Vorteil der intensivierten Therapie: In ihrem normalen Alltag müssen sich Zuckerkranke kaum einschränken. Sie spritzen nach dem Messen ihres Blutzuckerwertes passgenau die Menge an Insulin, die sie brauchen: für kleine oder große Mahlzeiten, für viel oder wenig Sport.

Der Nachteil: Betroffene müssen immer wieder ihren Blutzucker messen und bis zu vier Mal täglich Insulin spritzen. Wie sich die Mengen berechnen lassen, lernen sie in einer speziellen Diabetes-Schulung. Denn sachkundig im Umgang mit Insulin müssen sie sein - sonst kommen etwa Ausflüge oder ein mehrgängiges Menü nicht infrage.

Übrigens: Auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes, die Insulin brauchen und einen sehr unregelmäßigen Tagesablauf haben, kann das Spritzen vor dem Essen ein Vorteil sein.

Kombinationstherapien

Wer an Diabetes Typ 2 leidet, hat neben der konventionellen und der intensivierten Therapie noch weitere Möglichkeiten, seinen Blutzuckerwert mit Insulin zu senken: etwa zusammen mit Tabletten. Für die so genannte basalunterstützte orale Therapie (BOT) spritzen sich Zuckerkranke meist am Abend Insulin und nehmen zusätzlich Medikamente wie Metformin, oder Sulfonyl-Harnstoffe ein. Die Spritze deckt den Grundbedarf an Insulin ab, die Tabletten normalisieren den Blutzuckerspiegel über den Tag, vor allem nach den Mahlzeiten.

Menschen mit Diabetes Typ 2 produzieren oft noch eine Restmenge an natürlichem Insulin, ihr täglicher Grundbedarf ist dann gedeckt. Übergewichtige Patienten nehmen meist weiter Metformintabletten ein. Schlanke Patienten brauchen oft keine zusätzlichen Tabletten einzunehmen, bei ihnen reichen die Insulinspritzen zu den Mahlzeiten. Vor dem Essen messen sie ihren Blutzucker und berechnen dann anhand der Essensmenge, wie viele Einheiten sie injizieren müssen. Diese sogenannte supplementäre Insulintherapie führt bei einigen Patienten zu stärkerer Gewichtszunahme und häufigeren leichten Unterzuckerungen als die einfache Form der konventionellen Insulintherapie.

Ein Medikament aus Echsen

Seit 2007 sind in Deutschland Mittel erhältlich, welche die körpereigene Insulinproduktion anregen, den Appetit vermindern und die übergroße Traubenzuckerproduktion der Leber bremsen: Exenatide und Liraglutid. Die Wirkstoffe ähneln dem menschlichen Hormon GLP-1 (Glucagon like Peptide 1), welches nach dem Essen aus der Darmwand ins Blut abgegeben wird. Deshalb nennt man diese Medikamente auch GLP-1-Analoga oder GLP-1-Antagonisten. Diese Substanzen wurden zum ersten Mal im Speichel der nordamerikanischen Krustenechse gefunden. Sie können jedoch nur wirken, wenn die Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert. Daher sind sie für Patienten mit Diabetes Typ 1 nicht geeignet. GLP-1-Antagonisten werden gespritzt, nicht eingenommen.

Der Diabetesarzt darf den Wirkstoff aber nur bei Diabetes Typ 2 verschreiben - und auch nur in Kombination mit Diabetestabletten wie Metformin. Untersuchungen zur Kombination mit Insulin werden noch durchgeführt.

Fachleute streiten noch darüber, ob Exenatide wirklich zu empfehlen sind. Weil Zuckerkranke es noch nicht so lange verwenden, kann man noch nichts über den langfristigen Nutzen sagen - etwa, ob die Mittel Folgeschäden von Diabetes wirksam verhindern. Zumindest einen Vorteil haben die Substanzen aber gegenüber Insulin: Menschen, die mit GLP-1-Analoga behandelt werden, verlieren meist an Gewicht.

Bauchschmerzen und Übelkeit sind häufige Nebenwirkungen

Der Nachteil des Echsenstoffs: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen kommen häufiger vor als bei anderen Diabetesmedikamenten. Ob diese neuen Mittel in seltenen Fällen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse begünstigen, wird intensiv wissenschaftlich untersucht.

Wer nach Verabreichung des Medikaments starke Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen hat, sollte das Medikament sofort absetzen und zu seinem Diabetesarzt gehen. Bis Langzeituntersuchungen abgeschlossen und veröffentlicht sind, raten viele Fachleute wegen der möglichen Nebenwirkungen und dem unklaren gesundheitlichen Nutzen von dem Präparat ab.

Constanze Löffler

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