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Die Zuckerkrankheit wird zum Leiden des 21. Jahrhunderts

Bis 2030 wird eine halbe Milliarde Menschen an Diabetes erkranken. Sport und Kochkurse an Schulen könnten das Problem lindern.

  Nach Angaben der Diabetes-Hilfe nehmen Sechsjährige in Deutschland jährlich fünf Kilogramm Zucker pro Jahr zu sich, bei 14- bis 17-Jährigen seien es 30 Kilogramm

Nach Angaben der Diabetes-Hilfe nehmen Sechsjährige in Deutschland jährlich fünf Kilogramm Zucker pro Jahr zu sich, bei 14- bis 17-Jährigen seien es 30 Kilogramm

Sport und Kochkurse an Schulen sollen gegen die steigenden Zahlen fettleibiger Kinder und junger Diabetiker helfen. Das zumindest schlägt eine Stoffwechselexpertin anlässlich des Welt-Diabetes-Tages an diesem Mittwoch vor.

Übergewicht und Bewegungsmangel sind die Hauptgründe dafür, dass bereits Kinder einen Typ 2-Diabetes entwickeln. "Die Zahl der Betroffenen steigt. Es gibt eine Altersverschiebung hin zu immer jüngeren Menschen", sagte die Stoffwechselexpertin Prof. Ursula Plöckinger (Interdisziplinäres Stoffwechsel-Centrum, Charité) der Nachrichtenagentur dpa.

Zwar stellen junge Alters- oder Typ 2-Diabetiker mit schätzungsweise 5000 Erkrankten in Deutschland weiter den kleineren Anteil der jugendlichen Diabetiker, denn die meisten Kinder und Jugendlichen haben einen angeborenen Typ-1-Diabetes. Ihre Zahl liegt bei 25 000. Aber die Entwicklung sei deutlich, sagt Plöckinger: "Die Zahl der jungen Typ 2-Diabetiker und Fettleibigen steigt parallel zur Anzahl der Computer, Fernsehgeräte und Autos."

Bewegungsmangel und Fehlernährung

Damit setze sich auch in Deutschland ein jahrzehntelanger Trend fort. "Vor 30 Jahren war der durchschnittliche Patient mit Typ 2- Diabetes 70 Jahre alt. Heute sind unsere Patienten im Durchschnitt 52 Jahre. Aber es sind auch viele 40-Jährige darunter, und manchmal sogar 18-Jährige", beschreibt Plöckinger die Situation. Anhaltender Bewegungsmangel und Fehlernährung seien meist die Ursache dafür, dass der Körper auf Insulin nicht ausreichend reagiert. Reicht die Steigerung der körpereigenen Insulinherstellung und -ausschüttung nicht mehr aus, um den erhöhten Bedarf zu decken, führt dies zur Erhöhung der Blutzuckerwerte und damit zum Diabetes mellitus Typ 2. "Dabei kann man dieser Form von Diabetes in der Regel vorbeugen, auch wenn es durchaus genetisch ungünstige Dispositionen gibt", betont die Ärztin.

Allerdings sei bei der Ernährungs- und Lebensumstellung die Mithilfe der Patienten erforderlich. "Sie müssen sich vor allem mehr bewegen, nur dann wird auch das Abnehmen gelingen. Wir schulen die Patienten, aber sie müssen das Erlernte dann auch umsetzen", sagt Plöckinger. Es gibt keine Zweifel, dass dies schwierig ist. Insbesondere in sozial-schwachen Gebieten, gelinge dies vielen Betroffenen nicht dauerhaft. "Von daher sind Adipositas und früher Typ 2-Diabetes in bildungsfernen Schichten ein größeres Problem", räumt Plöckinger ein. Aufklärung, Sporterziehung und Kochkurse an Schulen seien wichtig, um Kindern zu zeigen, dass es möglich sei, ein gesundes Leben mit Spaß und Genuss an selbst zubereitetem leckerem und gesundem Essen zu führen.

ivi/DPA/DPA

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