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8. Januar 2011, 14:30 Uhr

Ministerium bestätigt überhöhte Werte in Hennen

Das Landwirtschaftsministerium in Berlin hat die Ergebnisse der ersten Analysen, die überhöhte Giftmengen in deutschen Legehenne nachweisen, bestätigt. Die drei Tiere stammten aus einem nordrhein-westfälischen Betrieb, aus dem auch belastete Eier kamen.

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In Legehennen wurden Giftmengen an Dioxin gefunden© Getty Images

In deutschen Legehennen ist zu viel Dioxin gemessen worden. Drei Hühner hätten das 2,5-fache des erlaubten Gift- Grenzwerts aufgewiesen, bestätigte das Landwirtschaftsministerium in Berlin am Samstag. Derweil wurden neue Vorwürfe gegen die Futterfett- Firma Harles und Jentzsch laut: Der Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung liege nahe, sagte Sprecher Gert Hahne vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Das Magazin "Der Spiegel" berichtet zudem, das Unternehmen habe staatlichen Kontrolleuren überhöhte Dioxin-Werte vorenthalten.

Im Bundeslandwirtschaftsministerium gehen derzeit die ersten Ergebnisse zahlreicher Dioxin-Analysen ein, teilte dessen Sprecher Holger Eichele am Samstag mit. Das Fettgewebe dreier Legehennen aus Nordrhein-Westfalen wies demnach erhöhte Dioxin-Gehalte von 4,99 Pikogramm Dioxin je Gramm Fettgewebe auf. Der Grenzwert liegt bei 2 Pikogramm je Gramm (pg/g). Ein Pikogramm ist ein billionstel Gramm.

"Das Fleisch ist nicht in Verkehr gekommen. Die Tiere wurden getötet und die Tierkörper unschädlich vernichtet", erklärte Eichele. "Alle Eier des Betriebs wurden von den Behörden zurückgerufen und die betreffenden Eiernummern im Internet veröffentlicht", ergänzte er. Legehennen werden unter normalen Umständen unter anderem als Suppenhühner verkauft.

Harles und Jentzsch hat Kunden offenbar betrogen

Bei drei betrieblichen Eigenkontrollen von Hähnchen sei der Gehalt von 2 pg/g nicht überschritten. Für Mastputen gab es drei Ergebnisse für drei Proben, auch hier sei der Höchstgehalt von 2 pg/g eingehalten. Sechs betriebliche Untersuchungen von Schweinefleisch zeigten keine Überschreitungen des Höchstgehalts von 1 pg/g.

Nach Ansicht des niedersächsischen Ministeriumssprechers Hahne spricht vieles dafür, dass der Futterfetthersteller Harles und Jentzsch seine Kunden betrogen und technische Mischfettsäure als teures Futterfett verkauft habe. Für eine Tonne Industriefett habe die Firma bloß 500 Euro erlösen können, für eine Tonne Futterfett hätten die Kunden aber 1000 Euro bezahlt. Hier liege der Verdacht der falschen Rechnungsstellung und somit der Steuerhinterziehung nahe, sagte Hahne. Ohnehin ermittelt die Justiz gegen das Unternehmen wegen des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz.

Allein Niedersachsen rechnet wegen des Futters mit Zehntausenden dioxinbelasteten Schweinen. Das Land hat vorsorglich insgesamt 3285 Schweine-Betriebe mit einem vorläufigen Handelsverbot belegt. Agrar- Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) erwartet, dass 95 Prozent dieser Betriebe und deren Fleisch nicht mit erhöhten Dioxin- Grenzwerten belastet seien. Allein die verbleibenden 5 Prozent entsprechen jedoch - rechnerisch - einer Zahl von 164 Betrieben.

Der Fettanteil im Schweinefutter ist deutlich niedriger als im Futter für Legehennen. Die Sperrung sei angeordnet worden, um mögliche Export-Probleme und Sanktionen durch die EU zu verhindern, sagte der Staatssekretär am Freitag in Hannover.

zen/DPA
 
 
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