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So erkennen Sie gesunde Lebensmittel

Gammelfleisch, Analogkäse, Dioxin-Eier: Was können wir eigentlich noch essen? Fünf Faustregeln, worauf Verbraucher beim Einkauf achten sollten.

Von Sonja Popovic und Lea Wolz

  Um einen Blick auf die Zutatenliste kommt der Verbraucher beim Einkauf häufig nicht rum

Um einen Blick auf die Zutatenliste kommt der Verbraucher beim Einkauf häufig nicht rum

Allgemeine Ratschläge, wenn es um gesunde Ernährung und gute Lebensmittel geht, sind schnell gegeben: In den Einkaufskorb gehört frisches, saisonales Obst und Gemüse aus der Region, insgesamt mehr naturbelassene als industriell verarbeitete Lebensmittel sowie Fleisch, Wurst und tierische Produkte wie Milch und Eier aus artgerechter Haltung. Fertiggerichte, Snacks und Süßigkeiten sollten die Ausnahme bilden.

Was in der Theorie einfach klingt, lässt sich in der Praxis jedoch weniger leicht umsetzen. Die meisten heute verfügbaren Lebensmittel sind industriell verarbeitet. Oberste Priorität der Industrie ist aber nicht unbedingt das Wohl des Verbrauchers, sondern der eigene Profit. Dennoch helfen ein paar Faustregeln bei der Auswahl guter Lebensmittel.

  Ein paar Dinge sollten Verbraucher beim Einkauf beachten

Ein paar Dinge sollten Verbraucher beim Einkauf beachten

Faustregel Nr.1: Wo besonders laut getrommelt wird, ist Skepsis geboten

"Misstrauisch sollten Verbraucher gegenüber allen Produkten sein, die als besonders gesund oder natürlich beworben werden", sagt Anne Markwardt von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Dazu zählen Lebensmittel wie das sogenannte Functional Food mit fragwürdigem Nutzen, etwa probiotische Milchprodukte, oder Kinderlebensmittel. "Meistens sind solche Produkte überteuert, häufig enthalten sie viel Zucker und Fett und halten nicht, was sie versprechen."

Auch bei endlosen Zutatenlisten mit vielen unbekannten Zusatzstoffen sei Vorsicht geboten. Für konventionell erzeugte Lebensmittel sind mehr als 300 Zusatzstoffe zugelassen, die Hälfte davon ist umstritten. Oft weiß die Forschung nichts genaues über ihre Wirkung oder lernt noch dazu. Jüngstes Beispiel: Vor bestimmten synthetischen Farbstoffen, sogenannte Azofarbstoffe, die vor allem in Süßigkeiten vorkommen, wird offiziell erst seit knapp sechs Monaten gewarnt. Die Befürchtung: Sie können die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen.

Besser ist es daher, möglichst wenige Zusatzstoffe zu sich zu nehmen und sich über ihre Wirkung zu informieren.

  Erdbeeren sind noch immer häufig mit Pestiziden belastet

Erdbeeren sind noch immer häufig mit Pestiziden belastet

Faustregel Nr. 2: Vorsicht vor Pestiziden bei Obst und Gemüse

Ähnlich verhält es sich mit Pestiziden. Noch immer werden Giftstoffe in großen Mengen verwendet. Mehr als 1300 verschiedene Wirkstoffe werden produziert, in Europa zugelassen sind 350. Kontrolleure finden aber noch viel mehr auf den Produkten, nicht zuletzt, weil auch aus anderen Teilen der Welt Ware eingeflogen wird. Betroffen sind vor allem Obst und Gemüse. "Häufig belastet sind nach wie vor Weintrauben und Erdbeeren", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch Kopfsalat und Rucola würden oft negativ auffallen. Gebessert haben sich die Werte dagegen für die einst in Verruf geratene Gemüsepaprika: In einer Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2009 überschritt keine Schote mehr die Grenzwerte.

Das allein ist aber kein Grund für Entwarnung. Experten beobachten ein anderes Phänomen: Die Grenzwerte für einzelne Pestizide werden inzwischen zwar seltener überschritten. "Dafür sind heute mehr Wirkstoffe im Umlauf als noch vor ein paar Jahren, sodass sich auf einer Frucht mehrere Pestizide finden lassen", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. Wie bei den Zusatzstoffen ist auch bei Pestiziden wenig über Wechselwirkungen bekannt.

Obst und Gemüse sollte daher immer gut mit lauwarmem Wasser abgespült werden, rät Ernährungswissenschaftlerin Schwartau. Das hilft zwar nicht immer, weil manche Pestizide über die Wurzeln aufgenommen werden und sich in der Frucht befinden. Und manche Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren und auch Trauben lassen sich nicht so einfach abwaschen wie beispielsweise ein Apfel. Dennoch können durch das Abspülen Pestizide, die auf der Schale oder als Staub auf dem Obst und Gemüse liegen, entfernt werden.

  Das staatliche Biosiegel garantiert nur einen gesetzlichen Mindeststandard

Das staatliche Biosiegel garantiert nur einen gesetzlichen Mindeststandard

Faustregel Nr. 3: Wer sicher gehen will, greift zu Bioware

"Sie wird generell strengeren Kontrollen unterzogen und weist kaum Pestizide auf", sagt Schwartau. Das bestätigen auch die Ergebnisse des jährlichen Ökomonitorings aus Baden-Württemberg, einem speziellen, europaweiten Überwachungsprogramms für ökologisch erzeugte Lebensmittel: Die Prüfer finden in Bioprodukten nur selten Rückstände, und wenn, dann nur geringe. Außerdem sind die Produkte frei von Gentechnik und enthalten deutlich weniger Zusatzstoffe. Nur rund 50 sind hier zugelassen.

Längst sind Bio-Lebensmittel nicht mehr nur im Hofladen oder Reformhaus erhältlich, sondern auch im Supermarkt und bei Discountern. Und nicht immer ist alles so bio, wie es verkauft wird. Erst im Oktober 2010 haben Lebensmittelkontrolleure in Frankfurt Pestizidrückstände in thailändischen Bio-Litschis und ägyptischem Bio-Majoran gefunden. Die Proben überschritten die gesetzlich festgelegten Grenzwerte um das Achtfache.

Manchmal verwirren auch die vielen Gütesiegel und wohlklingenden Werbeworte, die Bio-Qualität suggerieren, aber nicht liefern, etwa "kontrollierter Anbau" oder "integrierter Anbau". Gesetzlich geschützt sind die Begriffe "biologisch" oder "ökologisch". Das staatliche Biosiegel darf nur Lebensmittel auszeichnen, die den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung entsprechen. Zusätzlich zum deutschen gibt es seit dem 1. Juli 2010 auch ein Bio-Siegel der EU. Die Produkte unterliegen grundsätzlich denselben Anforderungen wie beim deutschen Siegel, es garantiert aber nur einen Mindeststandard. Kritiker bemängeln etwa, dass bei beiden Siegeln die Zutaten nur zu 95 Prozent aus biologischem Landbau stammen müssen. Oder dass in einem Betrieb sowohl konventionell als auch ökologisch produziert werden darf. "Bioproduzenten wie Naturland, Demeter oder Bioland halten freiwillig noch strengere Standards ein", sagt Schwartau. Wie bei konventionell produzierten Nahrungsmitteln gilt auch bei Öko-Ware: Produkte aus der Region sind von der Klimabilanz besser als exotische Bio-Früchte aus dem Ausland.

  Einige Tipps beim Einkauf helfen, gutes Fleisch zu erkennen

Einige Tipps beim Einkauf helfen, gutes Fleisch zu erkennen

Faustregel Nr. 4: Beim Fleisch hilft schauen und drücken

Nicht jeder Verbraucher kann sich immer Lebensmittel in Bio-Qualität leisten. Vor allem beim Fleisch sind die Preisunterschiede eklatant - artgerechte Haltung hat ihren Preis. Dennoch sollte man hier lieber weniger häufig Fleisch kaufen, dafür aber gutes und auf Billigangebote lieber verzichten. Doch woran erkennen Verbraucher gute Ware?

Drei Kriterien liefern Hinweise auf Qualität und Frische: Farbe, Konsistenz und Geruch. Am einfachsten ist die Farbe einzuschätzen, weil man sie sehen kann. Schweinfleisch sollte rosa, Rindfleisch dunkelrot, Lammfleisch hellrot bis rot, Geflügel hell und Wild rötlich bis fast dunkelbraun sein. "Verbraucher sollten sich allerdings nicht durch das in Kühltheken häufig angebrachte Rotlicht täuschen lassen", sagt Schwartau.

Schwieriger ist es bei der Konsistenz. Auf Druck mit dem Finger sollte das Fleisch nicht stark nachgeben und schnell wieder seine ursprüngliche Form annehmen. Ist es weich und schwammig, sollte es nicht mehr verzehrt werden. Gleiches gilt, wenn das Fleisch sauer oder süßlich riecht. Steht bei abgepacktem Fleisch viel Flüssigkeit in der Schale, ist dies ebenfalls ein Zeichen für schlechte Qualität. Generell sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum möglichst weit vom Tag des Einkaufs entfernt sein.

Abgepacktes Fleisch birgt noch ein weiteres Problem in sich: Häufig ist es mit Sauerstoff behandelt, damit es frisch aussieht, kritisiert Foodwatch. Die Verbraucherorganisation nennt das Betrug. Durch den Sauerstoff werde das Fleisch schneller ranzig und zäh, behalte aber gleichzeitig die rosige Farbe.

  Ausgerechnet in Recycling-Kartons fanden Lebensmittelkontrolleure Mineralölrückstände

Ausgerechnet in Recycling-Kartons fanden Lebensmittelkontrolleure Mineralölrückstände

Faustregel Nr. 5: Packen Sie Lebensmittel zu Hause gleich aus

Selbst Verpackungsmaterial ist nicht frei von Schadstoffen. Erst kürzlich wurden Mineralölrückstände in Recycling-Kartons gefunden - ausgerechnet! Sie stammen von den Druckfarben im Zeitungspapier, aus dem jene Kartons hergestellt werden. Von der Verpackung gehen sie auf die Lebensmittel über - vor allem auf solche, die den Chemikalien viel Ober- und damit Angriffsfläche bieten, wie Reis, Grieß, Semmelbrösel oder Cornflakes.

Was genau die Verbindungen im Körper bewirken und ob einige zum Beispiel Krebs auslösen können, ist nicht abschließend geklärt. Im Tierversuch schädigten manche dieser Kohlenwasserstoffe Leber und Lymphknoten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt daher zum Schluss, "dass der Übergang von Mineralölen auf Lebensmittel dringend minimiert werden sollte". Bis dies geschieht, raten Verbraucherschützer, Lebensmittel aus solchen Kartons zu Hause umzufüllen. "Je länger sie in solchen Verpackungen verbleiben, desto mehr Schadstoffe nehmen sie auf", sagt Schwartau.

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