Startseite

USA holen infizierten Arzt nach Hause

Mit einem Spezialflugzeug haben die USA erstmals einen Ebola-Infizierten ausgeflogen. Unterdessen stellten drei afrikanische Länder ihr Grenzgebiet unter Quarantäne.

  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein  100-Millionen-Dollar-Programm für den Kampf gegen Ebola angekündigt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein
100-Millionen-Dollar-Programm für den Kampf gegen Ebola angekündigt

Erstmals ist ein Ebola-Patient zur Behandlung in die USA geflogen worden. Ein Spezialflugzeug mit dem 33-jährigen Arzt Kent Brantly an Bord landete am Samstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Dobbins bei Atlanta im Bundesstaat Georgia, wie der Fernsehsender WSB berichtete. Der Arzt, der sich in Liberia mit dem lebensgefährlichen Ebola-Virus infizierte, soll in der Universitätsklinik Emory betreut und dabei strikt abgeschottet werden, um eine Ausbreitung der Krankheit in den USA zu vermeiden. In den westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia grassiert derzeit die vom Ausmaß her schlimmste Ebola-Epidemie aller Zeiten.

Zwischenzeitlich haben sich zwei Ebola-Verdachtsfälle in Nigeria nach Tests nicht bestätigt. Dies teilte das örtliche Zentrum für Krankheitskontrolle NCDC am Samstag mit. Die beiden Patienten sollten aber weiter beobachtet werden, sagte der Chef der Behörde, Abdulsalim Nasidi. Etwa 70 weitere Menschen werden Berichten zufolge ebenfalls überwacht. Sie alle sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der kürzlich in einem Krankenhaus in Lagos an Ebola gestorben war.

Der 40-Jährige war mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen. Nach weiteren Menschen, die in Kontakt mit ihm waren, werde gesucht, erklärte Jide Idris vom Gesundheitsministerium. Die Luftaufsichtsbehörde NCAA hob das Flugverbot für die Airline ASky wieder auf. Die Gesellschaft hatte den Liberianer nach Nigeria geflogen. Sie steuere aber nun die betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht mehr an und habe die nötigen Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hieß es in einer NCAA-Mitteilung.

Ebola hat katastrophales Potential

Bei einem Ebola-Sondergipfel in Conakry, der Hauptstadt Guineas, haben Präsidenten der betroffenen Länder am Freitag entschieden, das gemeinsame Grenzgebiet zu isolieren und zur Quarantänezone zu erklären. "Wir, die Staatschefs, möchten der Internationalen Gemeinschaft versichern, dass sich die Epidemie nicht auf andere Länder ausbreiten wird und dass wir an den internationalen Grenzpunkten entsprechende Maßnahmen getroffen haben", hieß es am Ende des Treffens in einer Mitteilung der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft Mano-Fluss-Union, der neben Guinea, Liberia und Sierra Leone auch die Elfenbeinküste angehört.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein 100-Millionen-Dollar-Programm (75 Millionen Euro) für den Kampf gegen Ebola angekündigt. Bei dem Treffen in Conakry hatte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan gewarnt, dass die Seuche katastrophale Ausmaße annehmen könnte, wenn sie nicht schnell unter Kontrolle gebracht werde. Das Virus breite sich schneller aus, als die Helfer in der Lage seien, es einzudämmen, warnte Chan.

Nach WHO-Angaben sind bisher mindestens 729 Menschen in Westafrika an dem Virus gestorben. Es ist die erste Epidemie mit dem besonders gefährlichen Zaire-Ebolavirus in der Region. Bisher gibt es weder eine zugelassene Impfung noch eine Therapie.

amt/DPA/AFP/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools