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Erfundener Gehirntumor: Bloggerin muss wegen einer Krebs-Lüge Strafe zahlen

Sie sei an Krebs erkrankt und habe die Krankheit mit gesunder Ernährung besiegt: Mit dieser Story verdiente die Bloggerin Belle Gibson gutes Geld. Nun muss die junge Frau eine hohe Strafe zahlen. Ihr Krebsleiden war frei erfunden.

MRT-Aufnahmen des Schädels: Bloggerin Belle Gibson gab vor, an einem Hirntumor erkrankt zu sein (Symbolbild)

MRT-Aufnahmen des Schädels: Bloggerin Belle Gibson gab vor, an einem Hirntumor erkrankt zu sein (Symbolbild)

Die australische Bloggerin Belle Gibson war für viele Menschen eine Hoffnungsträgerin: Sie sei schwer an Krebs erkrankt, berichtete die junge Frau einst auf ihrem Blog "The Whole Pantry". Gibson gab vor, einen Gehirntumor mit einem gesunden Lebensstil geheilt zu haben. Auf Twitter und Instagram berichtete sie über ihr Anti-Krebs-Programm. Ihre fragwürdige Therapie sah unter anderem vor, regelmäßig Sauerstoff zu inhalieren, auf Gluten und Zucker zu verzichten und nach den Vorgaben der traditionellen indischen Ayurveda-Medizin zu leben. 

Die Geschichte hatte allerdings einen entscheidenden Haken: Belle Gibson war nie ernsthaft schwer erkrankt. Ihr Krebsleiden war frei erfunden. Der Schwindel flog im Jahr 2015 auf. Ein australisches Gericht in Melbourne verurteilte die Bloggerin nun wegen vorsätzlicher Täuschung. Umgerechnet rund 275.000 Euro Geldstrafe soll Gibson für ihre Krebs-Lüge zahlen.

Belle Gibson - die versprochenen Spenden kamen nie an

Die erfundene Krankheit hatte Gibson zu einer gewissen Prominenz verholfen, vor allem in Australien: Die junge Frau brachte eine eigene App heraus ("The Whole Pantry"), die auf ihren Erfahrungen mit gesunder Ernährung basierte. Sie veröffentlichte ein gleichnamiges Kochbuch, das zum Bestseller wurde. Die Frauenzeitschrift "Elle" kürte sie 2014 zur inspirierendsten Frau des Jahres. Gibson gab TV-Interviews, in den sozialen Netzwerken folgten ihr Zehntausende Fans.

Gibson hatte stets behauptet, einen "Großteil" ihrer Einnahmen aus dem App- und Buchverkauf an wohltätige Organisationen spenden zu wollen. Insgesamt rund 420.000 australische Dollar - also etwa 300.000 Euro - kamen mit der Zeit zusammen. Davon soll sie umgerechnet aber nur etwa 7000 Euro gespendet haben.

Den Blog "The Whole Pantry" und die App gibt es nicht mehr. Gibson, die sich einst so öffentlichkeitswirksam vermarktete, hat sich aus dem öffentlichen Leben weitgehend zurückgezogen.


ikr, mit Agentur

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