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So frisch ist der Fisch

24. November 2012, 17:00 Uhr

Saftiger Fischgenuss oder trockenes Mahl: Lachsfilets unterscheiden sich stark in Geschmack und Qualität. Stiftung Warentest hat frische und tiefgekühlte Ware unter die Lupe genommen.

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Experten raten mindestens einmal pro Woche fetten Fisch zu essen - etwa Lachs. Denn dieser enthält wertvolle Fettsäuren.©

Ähnlich wie Rotkohl und Gans gehört Lachs für viele zu einem leckeren Festtagsschmaus dazu. Massenproduktionen haben die Delikatesse mittlerweile erschwinglich gemacht: Zwei tiefgefrorene Lachsfilets sind beim Discounter schon für 2,89 Euro zu haben. Aber schmeckt so ein Billig-Lachs überhaupt? Stiftung Warentest hat 25 verschiedene Lachsfilets getestet – darunter frische und tiefgefrorene Zuchtlachse sowie tiefgefrorene Wildlachse. Frische Wildlachse hatten zum Zeitpunkt des Tests keine Saison.

Zuchtlachse stammen häufig aus Großproduktionen in Norwegen und Chile, bei denen die Tiere in eingegrenzten Gewässern gehalten werden. Fische aus dem Wildfang sind dagegen in freien Gewässern, etwa dem Pazifik, groß geworden. Fischer fangen die Tiere ein, nehmen sie direkt an Bord aus und frieren sie ein. Verbraucher greifen gerne zu Wildlachs, gilt er doch als natürlich aufgewachsen und weniger mit Arzneimitteln belastet.

Doch gerade der frische Zuchtlachs überzeugte im Test. Nur er schmeckte kräftig nach Lachs und hatte ein saftiges Fleisch. Auch der Testsieger stammt von der Frischetheke: Die Zuchtlachsfilets des Gourmet-Anbieters Frischeparadies schnitten am besten ab, haben aber auch ihren Preis: 17,90 Euro kostet das Kilo. "Leicht buttrig und saftig" schmecke das Lachsfleisch, urteilten die Tester. Auch die übrigen frischen Filets sammelten Pluspunkte: Sie waren meist saftiger als die tiefgefrorene Ware. Nur sechs der insgesamt 16 getesteten tiefgekühlten Filets konnten da mithalten, allen voran die von Deutsche See, Costa und Lidl.

Fischig und trocken

Auch bei Geschmack und Qualität enttäuschten viele Tiefkühlprodukte. Sie rochen fischig, waren trocken oder verloren beim Garen Eiweiße – ein Hinweis darauf, dass sie zu langsam eingefroren wurden. Vor allem der Wildlachs überzeugte die Tester nicht: Aufgrund seines geringen Fettgehalts schmecke er schon von Natur aus trockener als Zuchtlachs. Warentest rät deshalb zu Fisch, der auf Farmen aufgewachsen ist. Er enthielt auch keine Fadenwürmer, wie sie etwa in Lachsfilets aus dem Pazifik nachgewiesen wurden. Die Parasiten kommen natürlicherweise in Wildfängen vor, werden beim Garen des Fisches aber abgetötet. Daher sind sie für den Menschen ungefährlich.

Positiv: In den Filets fanden sich keinerlei Hinweise auf Umweltgifte wie Blei oder Quecksilber und Antibiotika. Allein die Bio-Filets von Biopolar und Followfish fielen durch viele Keime auf. Sie könnten ein Hinweis auf Hygienemängel sein, so Stiftung Warentest. Gesundheitsschädliche und krankmachende Erreger wie etwa Listerien entdeckten die Tester jedoch in keinem Filet.

Tierschutz: von gut bis mangelhaft

Große Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern machten die Tester beim Tier- und Umweltschutz aus: Einige Anbieter waren nicht bereit nachzuweisen, ob sie nachhaltig produzieren. Hersteller von Costa, Lidl und Rewe würden die Fische ohne ausreichende Betäubung schlachten, bemängelt Stiftung Warentest. Allein der Hersteller Deutsche See vereine gute Qualität mit hoher sozialer und ökologischer Verantwortung.

Den kompletten Lachs-Test können Sie gegen Gebühr unter www.test.de/lachs herunterladen

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ikr

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