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Schlechte Noten für Bio-Produkte

28. Dezember 2012, 10:04 Uhr

Bio ist besser? Für Chips gilt das nicht, so das Urteil von Stiftung Warentest. Gut schneiden hingegen die Light-Varianten ab, die beliebten Stapelchips von Pringels enttäuschen im Test.

Eine gesunde, fettarme und ausgewogene Mahlzeit erwartet wohl niemand, wenn er zu Kartoffelchips greift. Dennoch lassen es die Deutschen gern krachen: Ein Kilogramm des Snacks isst jeder Bundesbürger im Jahr - und wird dabei doch von Briten und Niederländern überrundet, die in etwa das Dreifache verdrücken.

Doch wie fettreduziert sind Light-Varianten tatsächlich? Wie viele Schadstoffe finden sich in den Chips? Und lohnt es sich, zu Biochips zu greifen? Stiftung Warentest hat die Knabbereien untersucht und kommt zu einem überwiegend positiven Ergebnis: Mehr als die Hälfte der 30 getesteten Chips schneidet gut ab. Die Biochips überzeugten allerdings nicht. Alle drei im Test untersuchten Produkte erhielten ein "Mangelhaft".

Für ihren Chips-Test nahmen die Prüfer unter anderem herkömmliche und fettreduzierte Paprikachips sowie Stapelchips mit Paprikawürzung unter die Lupe. Testsieger bei den Paprikachips sind die Funny-Frisch Chipsfrisch Ungarisch. Die hauchdünnen, zart knusprigen Scheiben schmecken würzig und leicht salzig, lobt Warentest. Wer sie knuspern will, muss allerdings etwas mehr bezahlen: Mit 96 Cent pro hundert Gramm gehört des Produkt zu den teuren unter den guten Paprikachips.

Salz, Fett und Kalorien

Wer nicht so tief in die Tasche greifen will, bekommt mit den bei Rewe erhältlichen Paprikachips ein gutes Produkt zu einem relativ günstigen Preis. Hundert Gramm kosten hier gerade einmal 38 Cent. Bei den fettreduzierten Chips, die im Schnitt immer teurer sind als die herkömmlichen Produkte, überzeugten die geriffelten Feurich Easy Chips von Aldi Nord im Test. Auf dem zweiten Platz landeten die glatten Lorenz Crunchips Light. Im Vergleich zum Testsieger sind sie aber fast doppelt so teuer.

Ein gehaltvoller Snack sind Chips in jedem Fall. Wer abends auf der Couch eine halbe Tüte Paprikachips verdrückt, nimmt zumeist etwa 30 Gramm Fett zu sich - für Frauen ist damit bereits mehr als die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge erreicht. Light-Varianten schneiden in diesem Punkt besser ab: Im Vergleich zu herkömmlichen Chips bringen sie es auf etwa ein Drittel weniger Fett. Für Figurbewusste sind die Funny-Frisch-Ofenchips mit Meersalz die richtige Wahl: Damit sparen Snackliebhaber am meisten Fett und Kalorien ein.

Beliebt sind unter Knabberfreunden auch Stapelchips, wie die von Pringels. Im Unterschied zu den klassischen Chips werden sie aus Kartoffelteig gestochen und in Form gepresst. Doch gerade die bekannten Pringels-Stapelchips Paprika erreichten im Test lediglich ein "Ausreichend". Der Grund: Sensorisch sei das Produkt zwar gut, doch schadstoffbelastet, kritisiert Warentest. Frittiert werden Chips in der Regel in Sonnenblumenöl. Bei den Bioprodukten von Alnatura und bei Bio-Lantchips kommt jedoch auch minderwertiges Palmöl oder Palmfett zum Einsatz, ohne dass diese Fette im Zutatenverzeichnis aufgelistet sind.

"Mangelhaft" für Bio-Chips

Ausgesprochen schlecht schnitten die Bioprodukte ab: Die Bio-Lantchips rochen und schmeckten leicht ranzig. Das Fett war hier bereits am Verderben, bemängelten die Tester. Verkohlte Kartoffelreste brachten den fettreduzierten Chips von Trafo Bio-Organic die Note "Mangelhaft" ein. Zudem fanden sich in allen untersuchten Biochips Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Positiv: Fast alle untersuchten Chips hielten die festgelegten Grenzwerte für Acrylamid ein. Einzig die Chips von Terra Blues enthielten zu viel des Schadstoffs.

Wer sich natürlichen Geschmack erhofft, wird bei Chips häufig enttäuscht: Bei fünf Produkten im Test kommen Geschmacksverstärker zum Einsatz, bei mehr als zwei Drittel Hefeextrakt oder Hefepulver. Zugesetztes Aroma findet sich gar in 24 der 30 untersuchten Produkte.

Mehr Informationen zu dem Test sind unter http://www.test.de/chips gegen eine Gebühr erhältlich.

lea

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