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Wie gut sich mit der Logi-Diät abnehmen lässt

Die Logi-Methode soll dabei helfen, Blutwerte zu verbessern und gesund abzunehmen - ohne zu hungern. Dafür muss man sich aber bei Brot, Nudeln, Süßem zurückhalten. Wie effektiv ist das?

  Neben viel Gemüse stehen vor allem Fleisch, Fisch und gute Fette auf dem Speiseplan.

Neben viel Gemüse stehen vor allem Fleisch, Fisch und gute Fette auf dem Speiseplan.

Eigentlich war diese Diät ursprünglich gar nicht - oder jedenfalls nicht in erster Linie - zum Abnehmen gedacht. Denn "Logi" steht für "Low Glycemic and Insulinemic Diet" und beschreibt eine Ernährungsform, die den Blutzucker- und den Insulinspiegel niedrig hält. Um das zu erreichen, gilt es, deutlich weniger Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, als es heute üblich ist. Das soll helfen, die Blutwerte zu verbessern - und nebenbei auch das Abnehmen erleichtern.

Das Prinzip

Die Logi-Methode versteht sich nicht als Diät im dem Sinne, dass sie irgendwann beendet ist, sobald das Wunschgewicht erreicht ist. Vielmehr geht es darum, seine Ernährung dauerhaft umzustellen. Der Münchner Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm hat diese Ernährungsform vor allem für Menschen konzipiert, die an einer sogenannten "Insulinresistenz" leiden. Insulinresistenz ist eine Stoffwechselstörung, welche die Bauchspeicheldrüse zwingt, immer mehr Insulin auszuschütten. Und das führt mit der Zeit zu erhöhten Blutfetten, erhöhtem Blutdruck und später zu Diabetes Typ 2. In der Fachwelt heißt das Metabolisches Syndrom.

Diese Störungen sind laut Worm Folge eines falschen Lebensstils: Wir bewegen uns zu wenig, schlafen zu wenig und tanken zu wenig Sonnenlicht. Für diese Verhältnisse essen wir zu viel - vor allem zu viele Kohlenhydrate. Das zu therapieren sei in der Theorie einfach: Abnehmen, Sport treiben, ausreichend schlafen, mehr an die Sonne gehen. Die wenigsten würden sich aber mit anstrengenden Bewegungsprogrammen anfreunden können, sagt Worm. Daher habe er Logi so konzipiert, dass sich auch dann die Blutwerte verbessern, wenn die Person, die sich danach ernährt, gar nicht abnimmt.

Wichtigstes Ziel bei Logi ist, die Blutzuckerwirkung der Nahrung gering zu halten. Das bedeutet, die sogenannte glykämische Last zu senken; dadurch wird weniger Insulin ausgeschüttet.

Die glykämische Last ist eine Erweiterung des glykämischen Indexes, einer Maßeinheit, die etwas darüber aussagt, wie sich ein bestimmtes Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. "Böse" Kohlenhydratquellen wie Süßigkeiten, gezuckerte Getränke und Weißmehlprodukte lassen den Blutzucker- und Insulinspiegel sehr stark ansteigen. Insulin ist das wichtigste Speicherhormon und fördert die Fetteinlagerung. Deshalb werden diese Lebensmittel bei Logi stark eingeschränkt. "Gute" Kohlenhydratquellen wie Vollkornprodukte, Salzkartoffeln mit Schale oder brauner Reis dagegen beeinflussen den Blutzucker- und Insulinspiegel weniger. Von ihnen dürfen regelmäßig geringe Mengen verzehrt werden.

Pflanzliche Lebensmittel, die wenig Zucker und Stärke enthalten, sind unbegrenzt erlaubt. Somit streicht Logi nicht alle Kohlenhydrate - etwa 25 bis 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr stammen aus ihnen. Die Methode zählt somit zu den moderaten Low-Carb-Diäten.

Details

Es gibt keinen strengen Ernährungsplan. Die Logi-Pyramide zeigt stattdessen, welche Speisen in welchem Mengenverhältnis erlaubt sind.

Gemüse, Salate und Obst stellen die Basis der Diät dar. Davon dürfen die Abnehmwilligen essen, so viel sie möchten. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag sollten es schon sein. Worm empfiehlt Beeren besonders, bei süßen Früchten rät er dazu, sich zurückzuhalten.

Damit eine Mahlzeit auch ausreichend sättigt, gehört zu jeder ein eiweißreiches Lebensmittel. Daher landen Fisch und mageres Fleisch häufig auf dem Teller. Diese lassen sich aber durch Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte und Nüsse ersetzen, um den Speiseplan abwechslungsreicher zu gestalten. Somit ist Logi auch für Vegetarier möglich.

Worm empfiehlt auch, genügend gesunde Fette wie Oliven-, Raps- und Walnussöl zu konsumieren, weil sich diese günstig auf den Stoffwechsel auswirken. Der Fettanteil bei Logi ist recht hoch. Insgesamt ist die Kalorienzufuhr bei dieser Ernährungsform aber recht knapp gehalten. Denn die Grundlage bilden gut sättigende Lebensmittel mit geringer Energiedichte - Lebensmittel also, die viel Wasser und Ballaststoffe, aber wenige Kalorien enthalten. Und eine geringe Energiedichte zu erreichen, ist ebenfalls erklärtes Ziel bei Logi. Wer sich danach ernährt und seinen Insulinspiegel niedrig hält, nimmt sozusagen nebenbei ab, ist aber stets ausreichend satt.

Vollkornprodukte, brauner Reis, Salzkartoffeln (mit Schale) und Nudeln hingegen dürfen nur in kleinen Mengen gegessen werden. Die üblichen Portionsgrößen hätten eine zu hohe glykämische Last. Getreideprodukte aus Weißmehl, mehlige und hoch erhitzte Kartoffeln sowie Süßigkeiten sollten Abnehmwillige sich ganz verkneifen oder nur sehr selten essen.

  Neben viel Gemüse stehen vor allem Fleisch, Fisch und gute Fette auf dem Speiseplan.

Neben viel Gemüse stehen vor allem Fleisch, Fisch und gute Fette auf dem Speiseplan.

Praxis-Check

So könnte ein Logi-Tag aussehen: Morgens gibt es Naturjoghurt mit Waldbeeren, einer Orange und Walnüssen. Mittags werden zwei Paprikaschoten mit einer Mischung aus Hackfleisch, Möhren, Tomaten, Olivenöl und etwas Sahne gefüllt. Abends stehen Blattsalat und gedünsteter Fisch auf dem Tisch. Zwischendurch gibt es einen Apfel mit einem Naturjoghurt und Gurkensalat.

Wer viel Gemüse und Obst sowie Eiweiß - also mageres Fleisch, Fisch, Milchprodukte - isst und dabei auf blutzuckerwirksame Kohlenhydrate verzichtet, bleibt länger satt. So kommen nicht ständig Gedanken ans Essen auf, die den Diäterfolg gefährden würden. Außerdem baut der Körper so weniger Muskeln ab als bei eiweißarmer Kost. Blutfett- und Blutzuckerspiegel verbessern sich. Wichtig dabei ist es, viel zu trinken, um den Wasserverlust auszugleichen. Kohlenhydrate in "gut" und "böse" zu unterteilen ist extrem, kann als Richtlinie aber von Vorteil sein.

Logi versteht sich als dauerhafte Ernährungsumstellung. Genau das kann aber ein Problem sein. Sich bis auf weiteres bei klassischen Beilagen wie Nudeln, Reis und Kartoffeln stark einzuschränken, fällt vielen Menschen schwer. Wer das nicht schafft und seinen Schwerpunkt auf Gemüse und Salate verlegt, wird langfristig keinen Erfolg haben. Die Erfahrung zeige aber, dass bei der Beschränkung von Zucker- und Weißmehlprodukten Appetit auf Süßes und Hungerattacken nachlassen, kontert Worm. Anwender würden auch davon berichten, dass ihre Tagesmüdigkeit verfliegt. Diese Effekte würden sie zum Durchhalten motivieren.

Wissenschaftliche Einschätzung

Auch für diese Ernährungsform gilt: Wer abnehmen möchte, muss Kalorien einsparen oder mehr Kalorien verbrauchen, als er einnimmt. Das lässt sich im Grunde mit jeder Diät erreichen. Hilfreich ist es, wenn man dabei keinen Hunger verspürt, und das gelingt mit einer gemüse- und eiweißbetonten Ernährung wie bei Logi sehr gut. "Die relativ große Nahrungsmenge, hier erreicht durch viel Gemüse, Salat und Obst, sättigt gut. Auch Eiweiß sättigt gut - unter den drei Energie liefernden Nährstoffen am besten", sagt Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg. Eine Kombination dieser beiden Faktoren dürfte könnte somit den gewünschten Erfolg bringen, sofern die Kalorienbilanz stimmt und man es durchhält, die Kohlenhydrate, insbesondere Brot und Nudeln, deutlich einzuschränken. Das dürfte manchem schwer fallen.

Bei Logi handelt es sich um eine abwechslungsreiche Kost, die alltagstauglich ist, viel persönlichen Gestaltungsspielraum lässt und genügend Nährstoffe liefert. Kohlenhydrate zu beschränken, dabei eiweißreicher zu essen sowie Zucker und Süßigkeiten zu reduzieren, hilft ohne Frage abzunehmen. Kohlenhydrate moderat zu reduzieren und den Proteinanteil etwas zu erhöhen wie bei Logi, ist laut Ursel Wahrburg durchaus gesund, solange der Anteil der gesättigten Fettsäuren unter zehn Prozent liegt. Bei Logi dürfte dies der Fall sein, weil sie mageres Fleisch empfiehlt, das also wenig gesättigte Fettsäuren enthält. Warum aber auch Vollkornprodukte so stark eingeschränkt werden, sei ernährungsphysiologisch nicht zu begründen.

Wer abnimmt, verbessert fast immer seine Blutwerte. Sobald die Kilos aber wieder auf die Rippen wandern, werden sie häufig auch wieder schlechter. Hier setzt Logi an: Bei Insulinresistenz kann man mit dieser Ernährungsform seine Blutwerte verbessern, auch ohne abgenommen zu haben.

Fazit

Die Kohlenhydratzufuhr einzuschränken, ist insbesondere für Übergewichtige mit entsprechenden Stoffwechselstörungen zwar sinnvoll, fällt vielen Menschen aber schwer, weil das Angebot an günstigen und allzeit verfügbaren Back- und Süßwaren sehr groß ist. Das stellt den langfristigen Diäterfolg in Frage. Wer durchhält, kann so mit Logi durchaus Gewicht verlieren - oder zumindest seinen Stoffwechsel verbessern, auch wenn er nicht abnimmt.

Janne Geefcke, Sonja Helms

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