Das taugt die Trennkost

Der Winterspeck muss weg? Abnehmen ja, aber wie? stern.de untersucht die die gängigsten Diäten. Heute im Check: Trennkost.

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So funktioniert die Trennkost: Zum eiweißhaltigen Fleisch gibt es nur "neutrales" Grünzeug©

Die Trennkost-Idee ist mittlerweile mehr als 100 Jahre alt - und immer noch beliebt. Abnehmen lässt sich mithilfe der strikten Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten auf dem Teller tatsächlich, doch das liegt weniger an der Trennkost selbst als an der Auswahl der Lebensmittel. Ernährungswissenschaftler kritisieren das Konzept.

Das Prinzip

Übergewicht und Beschwerden wie Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck entstehen der Trennkost-Theorie zufolge, wenn der Organismus übersäuert. Heute ist allerdings wissenschaftlich belegt, dass überschüssige Säuren im Körper mit speziellen Puffersystemen neutralisiert oder einfach ausgeschieden werden. Laut Trennkost-Begründer Hay lagert der Körper den Überschuss allerdings ein, wodurch unter anderem Übergewicht entsteht. Um den Säure-Basen-Haushalt durch Ernährung in der Balance zu halten, hat Hay zwei Regeln aufgestellt.

Die erste Richtlinie: Kohlenhydrate und Eiweiße werden getrennt voneinander gegessen. Lebensmittel, die Eiweiß und Kohlenhydrate in größeren Mengen enthalten, wie Wurstwaren oder Hülsenfrüchte, sind generell verboten. Die Theorie dahinter: Eiweiß und Kohlenhydrate können Hay zufolge nicht gleichzeitig verdaut werden, sodass schädliche Säuren entstehen.

Hay hat die Lebensmittel in eine Eiweiß- und Kohlenhydratgruppe aufgeteilt, zusätzlich gibt es neutrale Nahrungsmittel. Zu einer Mahlzeit dürfen also Kartoffeln, Nudeln oder Brot aus der Kohlenhydratgruppe nicht mit eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern oder Käse kombiniert werden. Im Klartext: Nie wieder Spaghetti Bolognese oder Schnitzel mit Pommes! Gemüse und Salat können immer als Beilage gewählt werden, da sie wie Fette zu der neutralen Gruppe gehören.

Einige Zuteilungen erscheinen absurd: Obst etwa zählt zur Eiweißgruppe, Milchprodukte wie Joghurt oder Quark zur neutralen. Kartoffeln, die der Kohlenhydratgruppe zugeordnet sind, enthalten auch Eiweiße.

Die zweite Richtlinie: Die täglichen Mahlzeiten sollen zu drei Vierteln aus basenbildenden Lebensmitteln wie Obst, Salat und Gemüse bestehen. Säurebildner wie Milch, Fleisch, Fisch oder Käse dürfen nur ein Viertel ausmachen. Beide Regeln einzuhalten wird etwas kompliziert, schließlich hat es der Trennkostanfänger nun mit kohlenhydratreichen, eiweißreichen und "neutralen" Basen- oder eben Säurebildnern zu tun. Tatsächlich erwähnen viele Trennkost-Ratgeber im Internet die zweite Regel überhaupt nicht.

Die Historie

Die Trennkost ist in Deutschland durch den Arzt Ludwig Walb (1907-1992) bekannt geworden. Das Konzept dahinter ist jedoch weitaus älter und stammt aus Amerika. Der New Yorker Arzt Howard Hay (1866-1940) litt an einer schweren Nierenerkrankung, die als unheilbar galt. Um sich selbst zu therapieren, stellte Hay seine komplette Ernährung um: Er aß Lebensmittel nur in ihrer natürlichen Form, trennte die Nahrung nach einem speziellen System - und wurde wieder völlig gesund. Er entwickelte aus dieser Umstellung seine eigene Theorie sowie Verdauungsgesetze und machte die Ernährung zur Basis all seiner Therapien. Walb griff diese Theorie auf und prägte dafür hierzulande den Namen Trennkost.

Diäten im Check stern.de hat die populärsten Diätkonzepte unter die Lupe genommen. Halten sie, was sie versprechen? Wie alltagstauglich sind sie? Für wen sind sie besonders geeignet? Die Ergebnisse finden Sie hier.

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