So werfen Sie unnötigen Ballast ab!

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Auf der Verzichtsliste stehen Süßes, Zigaretten und Alkohol ganz oben. Worauf Fastende achten sollten, damit die Auszeit für Geist und Körper gesund ist. Von Kerstin Engelhard

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Wer fastet, muss häufig auf Flüssiges zurückgreifen. Bei vielen Fastenmethoden ist feste Nahrung verboten©

In nahezu allen Religionen hat das Fasten Tradition. Für die Christen fängt am Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit an. Die Tage bis zur Osternacht gelten als eine Zeit der Buße, Besinnung und Umkehr. Muslime üben sich während des Fastenmonats Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in Enthaltsamkeit, buddhistische Mönche und Nonnen fasten täglich ab zwölf Uhr mittags und auch im Hinduismus spielt die kontrollierte und reduzierte Nahrungszufuhr eine große Rolle. So unterschiedlich die Zeiten auch sind, zu denen die Gläubigen fasten, sie alle versprechen sich davon Ähnliches: innere Einkehr und Stärke. Der Verzicht auf materielle Bedürfnisse soll eine Nähe zu Gott bringen.

Nach dem Ende der närrischen Tage wollen viele Deutsche bei Speis und Trank kürzertreten. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge, will mindestens jeder zehnte Erwachsene in Deutschland in der Fastenzeit auf etwas verzichten. Zehn Prozent haben einen festen Fastenvorsatz, weitere neun Prozent ziehen es in Erwägung.

Am wichtigsten sind für Fastende gesundheitliche Gründe - 53 Prozent nennen dieses Motiv. Sich selbst oder anderen beweisen, dass sie noch von einer bestimmten Gewohnheit lassen können, wollen 47 Prozent. Je 27 Prozent fasten aus Tradition oder aus religiösen Gründen. Eine konsumkritische Haltung nennen 20 Prozent. Auf der Verzichtsliste ganz oben stehen Süßigkeiten (74 Prozent). Auch auf Alkohol (52 Prozent), Fleisch (30 Prozent) oder Zigaretten (24 Prozent) wollen viele verzichten. Auch ein Handy- und Smartphone-Fasten gibt es: 13 Prozent planen einen Mobiltelefon-Verzicht.

Die Umfrage zeigt: Längst nicht alle Menschen fasten aus religiösen Motiven. Mancher verwechselt allerdings den bewussten Verzicht mit einer Blitzdiät. Um überschüssige Pfunde loszuwerden, ist die Auszeit für Seele, Geist und Körper aber weniger geeignet, denn die meisten nehmen nach der Fastenkur schnell wieder zu.

Die ersten drei Tage sind am schlimmsten

Ohne medizinische Begleitung sollte besser nicht länger als eine Woche gefastet werden. Da sich der Körper zu Beginn der Fastenkur umstellen muss, sind zumeist die ersten drei Tage die schlimmsten. Die Gedanken kreisen noch häufig ums Essen, Schwindel oder Kopfschmerzen können auftreten, manche Menschen frieren vermehrt oder sind müde. Dies sollte sich allerdings bald geben. Dann überwiegen zumeist die positiven Gefühle, das Leben verlangsamt sich und wird intensiver. Viele Fastende fühlen sich glücklich und wohl, für manche sind die Tage ohne Nahrung gar bewusstseinserweiternd.

Bei vielen Fastenmethoden ist feste Nahrung verboten. Erlaubt sind häufig 250 bis 400 Kalorien pro Tag, die hauptsächlich in Form von Getränken eingenommen werden, statt der durchschnittlichen 1500 bis 3000 Kalorien. Die Differenz soll der Körper abfangen, indem er den Stoffwechsel reduziert und eigene Energiereserven anzapft – also Fettpolster und Muskelmasse. Leichte Bewegung wirkt dem Muskelabbau entgegen und kurbelt stattdessen den Fettstoffwechsel an.

Am Anfang stehen zumeist ein bis drei Entlastungstage, an denen ballastreiche und leicht verdauliche Kost wie Obst und Reis noch erlaubt sind. Außerdem wird begleitend zum Fasten mit Einläufen und Bittersalzen der Darm gereinigt. Häufig werden warme Leibwickel angewendet, um die Durchblutung zu fördern und den Stoffwechsel anzuregen. Wichtig ist es, während des Fastens viel zu trinken - mindestens zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag -, um so die Flüssigkeit zu ersetzen, die ansonsten über die Nahrung aufgenommen wird. Am Ende der Fastenzeit sind drei bis vier Aufbautage, in denen sich der Körper langsam wieder an die Nahrung gewöhnt, unbedingt nötig. Wer zu schnell zum Schnitzel mit Pommes greift, überfordert seinen Magen und riskiert Krämpfe und Bauchschmerzen.

Nur unter ärztlicher Aufsicht

Fasten ist allerdings nicht für jeden geeignet: Wer Medikamente nimmt oder chronisch krank ist, sollte besser gar nicht oder nur unter ärztlicher Aufsicht auf Nahrung verzichten. Dies gilt auch für Menschen, die an starkem Übergewicht, extremen Allergien, Depressionen oder Essstörungen leiden. Schwangere oder stillende Frauen, Kinder, Herzkranke, HIV-Infizierte oder Menschen mit starkem Untergewicht sollten ganz auf das Fasten verzichten.

Ob alleine oder in der Gruppe - zumeist folgen Fastende einer bestimmten Methode. Besonders bekannt sind das Heilfasten nach Buchinger, die F.-X.-Mayr- oder die Schroth-Kur. Die Auswahl geschieht dabei häufig nach dem Bauchgefühl, wobei die unterschiedlichen Kuren nicht für jeden geeignet sind.

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Seite 5: Die F.-X.-Mayr-Kur
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