Startseite

Stern Logo Ratgeber Ernährung - Erkrankungen

Diese Keime lauern im Essen

Salmonellen, Campylobacter: Viele Erreger können eine Lebensmittelvergiftung auslösen. Die Keime sind für Ältere und Kinder eine Gefahr, denn bei ihnen kann der Durchfall leicht zum Notfall werden.

  Tiramisu: Im italienischen Dessert können sich Salmonellen einnisten

Tiramisu: Im italienischen Dessert können sich Salmonellen einnisten

Rund 200.000 Deutsche bekommen jährlich eine Lebensmittelvergiftung - Tendenz steigend. Am häufigsten passiert dies in Sommer und Herbst. Denn die Erreger fühlen sich bei höheren Temperaturen besonders wohl und vermehren sich schnell. Und je höher ihre Anzahl in Pudding oder Eierspeise, desto weniger Chancen hat das menschliche Immunsystem, sich gegen die Keime zu wehren.

Besonders anfällig für den Brechdurchfall - fachsprachlich Gastroenteritis genannt - sind deshalb Urlauber, die in wärmeren Gefilden weilen. Zudem sind auch Kinder und Alte häufiger betroffen. Denn ihre Körperabwehr ist noch nicht ausgereift oder geschwächt. Eine unzureichende Immunabwehr kann lebensbedrohlich werden: Greifen die Erreger nicht nur den Darm, sondern auch Nieren, Adern und rote Blutkörperchen an, ist das ein Notfall. Dann sollten Sie sofort ins Krankenhaus fahren.

Der Hygienestandard und die medizinische Versorgung haben sich in Deutschland im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verbessert, aber trotzdem leiden immer mehr Menschen an Brechdurchfall. Das liegt vor allem daran, dass sich die Bakterien immer wieder verändern und gegen Antibiotika unempfindlich werden.

Wer viel reist, steckt sich eher an

Zudem erhöht sich die Infektionsgefahr, weil die Lebensmittelindustrie ihre Produkte heute anders herstellt. Besonders Fertiggerichte sind betroffen. Die Lagerung von Lebensmitteln spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Weil frisches Fleisch immer länger gekühlt gelagert wird, können sich Erreger wie die Listerien ausbreiten.

Das Risiko, sich durch Lebensmittel zu infizieren, steigt auch aufgrund der Mobilität der Menschen: Wer viel reist, steckt sich leichter mit Keimen an. In Deutschland angelangt, können sich die Erreger weiter verbreiten. Lebensmittelvergiftungen nach Tropenreisen gehören zu den importierten Krankheiten, die am häufigsten vorkommen.

Salmonellen

Die bekannteste Form der Lebensmittelvergiftung ist die Infektion mit Salmonellen. Am häufigsten verursachen die Bakterienarten Salmonella typhimurium und Salmonella enteritidis die Beschwerden.

Diese Keime sind besonders widerstandsfähig: Sie überleben Monate lang in der Nahrung, Einfrieren macht ihnen nichts aus. Richtig wohl fühlen sie sich allerdings erst bei Temperaturen zwischen 10 und 47 Grad Celsius, dann vermehren sie sich am besten.

Eine Salmonellose können Sie sich fast überall einhandeln. Die Keime leben in Fleisch, Fisch, Muscheln, Eiern und Eierspeisen, Cremes, Desserts, Torten, Mayonaise oder Eis. Sie können sich aber auch bei einem Menschen mit Salmonellen anstecken.

Sechs Stunden bis drei Tage später werden Sie krank. Je mehr Keime Sie geschluckt haben, desto heftiger werden Sie leiden. Die Symptome: Bauchschmerzen und wässriger Durchfall. Möglicherweise ist Ihnen übel, vielleicht haben Sie Fieber oder Kopfschmerzen. Die Beschwerden halten manchmal nur einige Stunden an, manchmal aber auch vier Tage. Hat es Sie besonders schwer erwischt, können Sie auch Schüttelfrost und hohes Fieber bekommen.

Der Arzt meldet Sie der Behörde

Gehen Sie zu Ihrem Arzt, wird er eine Stuhlprobe von Ihnen ins Labor schicken. Möglicherweise lässt er auch Erbrochenes oder verdächtige Lebensmittel auf Salmonellen untersuchen.

Behandeln wird der Arzt Sie aber nicht. Denn mit Durchfall und Übelkeit reagiert der Körper auf den Notfall: Er will die Übeltäter so schnell wie möglich los werden, also treibt er die Keime auf jede erdenkliche Weise aus seinem Innersten heraus. Antibakterielle Medikamente würden die gesunde Notfall-Reaktion des Körpers nur verzögern.

Allerdings wird Ihr Arzt Sie dem Gesundheitsamt namentlich melden müssen. Das Amt möchte so die Quelle der Infektion herausfinden.

Nach der Toilette: Hände waschen!

Am besten schützen Sie sich vor Salmonellen, indem Sie sich die Hände waschen - vor allem nach jedem Besuch der Toilette. Das verringert die Menge der Erreger auf der Haut drastisch. Auch wenn Sie Speisen zubereiten, sollten Sie sich davor sowie danach die Hände waschen. Arbeitsflächen wie Hackbretter oder Spülen sollten Sie gründlich reinigen, ebenso alle Küchenutensilien wie Messer, Reiben, Siebe oder Abtupftücher.

Escherichia coli

Escherichia coli-Bakterien leben im Darm von Säugetieren. Die meisten Escherichia-coli-Stämme sind nützlich, denn sie hindern andere Keime daran, sich auszubreiten. Einige wenige Stämme können jedoch Durchfall auslösen. Am heftigsten wirken die so genannten entero-hämorrhagischen Escherichia coli, kurz EHEC genannt. Denn diese Bakteriengruppe bildet Gifte: Ihre Shigatoxine zerstören wichtige Zellen im Darm.

Typisch für EHEC-Bakterien sind folgende Symptome: Der Durchfall beginnt zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung. Die Eingeweide krampfen, Ihnen ist übel, Sie müssen sich erbrechen, vielleicht haben Sie auch Fieber. Der Durchfall ist wässrig, aber ohne Blut. Bei zehn bis zwanzig Prozent der Leidenden entwickelt sich eine Darmentzündung, eine so genannte hämorrhagische Kolitis. Dann bemerken Sie Unterbauchschmerzen und -krämpfe sowie Blut im Stuhl.

Rehe sollten Sie nicht küssen

EHEC-Keime können von Tieren oder Menschen übertragen werden. Kühe, Schafe und Rehe streicheln ist ungefährlich, aber Ausscheidungen dieser Tiere können mit dem Erreger verseucht sein. Einen direkten Kontakt mit dem Mund sollten Sie vermeiden. Menschen, die gerade unter Durchfall leiden, sollten Sie ebenfalls nicht küssen noch sollten Sie mit ihnen aus einem Glas trinken oder vom selben Teller essen.

Häufig gelangen die EHEC-Bakterien durch Lebensmittel in den Körper, zum Beispiel durch rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, besonders durch Hackfleisch. Rohmilch und daraus hergestellte Produkte wie Rohmilchkäse können ebenso EHEC-Keime enthalten.

Auch Obst und Gemüse können belastet sein, sofern sie mit Tierdung in Berührung gekommen sind. Daher sollten sie Karotten, Kartoffeln oder dergleichen gut garen. Es reicht, wenn Sie das Gemüse für zehn Minuten auf über 70 Grad Celsius erhitzen, das tötet die EHEC-Erreger ab. Erdbeeren, Waldbeeren oder andere niedrig wachsende Früchte sollten Sie gründlich waschen.

Ebenso können Sie sich durch verseuchtes Wasser anstecken. Egal ob Sie es trinken oder nur darin baden - die Keime darin können Sie infizieren. Sogar im Meer oder im Schwimmbad sind Sie vor EHEC-Keimen nicht sicher.

Meldung beim Gesundheitsamt

Wenn Sie zum Arzt gehen, wird er Sie um eine Stuhlprobe bitten. Ein Labor wird die Probe auf EHEC-Erreger hin untersuchen, genauer: Die Laborantin wird nach dem Zellgift Shigatoxin fahnden, das die Bakterien herstellen. Möglicherweise wird sie auch gentechnische Methoden nutzen, um das Erbgut der Übeltäter aufzuspüren und zu bestimmen. Falls Sie mit EHEC-Bakterien infiziert sind, kann der Arzt Sie behandeln. Allerdings wird er nichts gegen die Bakterien selbst unternehmen. Denn dadurch stiege die Gefahr, dass der Durchfall noch länger dauert. Vielmehr wird er nur versuchen, die Symptome zu lindern.

EHEC-Infektionen sind meldepflichtig. Das heißt, Ihr Arzt wird Ihren Fall sowie Ihren Namen beim Gesundheitsamt melden müssen. Die Behörde will so die Infektionsquelle finden.

Solange Sie krank sind und EHEC-Bakterien ausscheiden, können Sie andere anstecken. Seien Sie deshalb etwas pingeliger als üblich mit der Hygiene und halten Sie etwas mehr Abstand als sonst zu Ihren Mitmenschen.

Campylobacter

Campylobacter-Bakterien lösen genauso oft wie Salmonellen Lebensmittelvergiftungen aus. Meist handelt es sich um Bakterien der Art Campylobacter jejuni, Campylobacter coli oder Campylobacter lari. Genau wie Salmonellen tummeln sie sich in Speisen. Allerdings können sich Campylobacter-Keime nicht in den Lebensmitteln vermehren. Das heißt: Die Menge der Erreger bleibt konstant, auch wenn das Fleisch oder die Milch länger in der Sonne stehen.

Campylobacter-Bakterien hausen in Tieren. Besonders häufig kommen sie in Huhn und Ente sowie in Rind und Schwein vor. Rehe, Wildschweine, Wachteln und Rebhühner können auch befallen sein. Meist infizieren sich Menschen an Geflügel, das nicht richtig durchgegart wurde. Weitere Gefahrenquellen: Milch, die nicht pasteurisiert wurde, und rohes Hackfleisch.

Ansteckung beim Baden im See

Haben Sie Haustiere, können Sie sich auch mit Campylobacter anstecken. Besonders leicht passiert das, wenn Hund oder Katze Durchfall haben. Im Sommer werden immer wieder Fälle bekannt, in denen sich Menschen beim Baden im See infiziert haben. Denn gerade Seen können von Tierkot verdreckt sein. Die Erreger stecken übrigens auch im Stuhl von Menschen. Eltern, deren Kinder Durchfall haben, sollten daher besonders auf Hygiene achten.

Ob Sie sich einen Campylobacter-Erreger eingefangen haben, merken Sie an den vergleichsweise starken Reaktionen Ihres Körpers: Der Durchfall ist heftig, Sie bekommen Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Meist schmerzt und krampft der Unterbauch. Viele sind auch extrem müde. In der Regel ist die Sache spätestens nach einer Woche durchgestanden. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit liegt zwischen zwei und zehn Tagen. Anstecken können Sie andere zwei bis vier Wochen lang - solange sind noch Erreger in Ihrem Stuhl.

Antibiotika töten Campylobacter-Keime

Will Ihr Arzt herausfinden, was Sie plagt, kann er eine Stuhlprobe ins Labor schicken. Dort können die Bakterien bestimmt werden.

Obwohl die Symptome einer Campylobacterinfektion heftig sind, reicht es meist aus, verlorene Flüssigkeit und Mineralstoffe durch Trinken wieder zu ersetzen. Ihre Ärztin kann Ihnen auch Antibiotika verschreiben. Diese Medikamente töten die Keime ab, der Körper kann sie schneller ausscheiden. Spezielle Antibiotika, die so genannten Gyrasehemmer, wirken am besten gegen Campylobacter.

Wenn Sie zum Arzt gehen und er bei Ihnen Campylobacter im Stuhl diagnostiziert hat, werden Sie dem Gesundheitsamt gemeldet. Das sieht das Infektionsschutzgesetz so vor.

Shigellen

Shigellen gehören zur Familie der Entero-Bakterien und sind damit enge Verwandte der Bazillen Escherichia coli. Deutsche infizieren sich meist mit Shigellen vom Typ sonnei oder flexneri. Alle Shigellen produzieren Gift. Sind die Übeltäter im Darm, reizt das Gift dessen Schleimhaut: Möglicherweise entzündet sich die Haut deswegen.

Shigellen können auf mehrere Arten in den Darm gelangen: über Trinkwasser, Lebensmittel und Insekten. Meist wandern die Bakterien aus dem Kot eines infizierten Menschen über ungewaschene Hände in den Mund eines anderen Menschen.

Haben Sie sich angesteckt, bricht die Shigellen-Ruhr nach einem halben, manchmal auch erst nach vier Tagen aus. Der Durchfall kann wässrig, eitrig oder auch blutig sein. Sie haben Bauchkrämpfe, Koliken und Fieber. Eine leichte Form der Shigellose haben Sie dann, wenn Sie nur etwas Durchfall haben. Andere Menschen anstecken können Sie maximal vier Wochen lang.

Antibiotika zerstören die Keime

Wenn Sie zum Arzt gehen, schickt der Ihre frischen Stuhlproben ins Labor, um sie auf Shigellen untersuchen zu lassen. Waren die Proben positiv, wird der Arzt Ihren Fall und Ihren Namen dem Gesundheitsamt melden - so sieht es das Infektionsschutzgesetz vor. Weil die Shigellose besonders ansteckend ist, wird der Arzt Sie mit Antibiotika behandeln. Diese Medikamente töten die Keime ab.

Zusätzlich ist es wichtig, genug zu trinken, um die Flüssigkeit zu ersetzen, die Sie beim Durchfall verloren haben. Zudem sollten Sie während der nächsten vier Wochen - so lange können Sie andere anstecken - auf besondere Hygiene achten: Sie sollten alle Gegenstände und Flächen desinfizieren, die mit Ihren Ausscheidungen in Berührung gekommen sein könnten.

Listerien

Listerien lösen eher selten Durchfall und Erbrechen aus. Meist verursacht der Erreger Listeria monocytogenes etwas Grippe-Ähnliches: Sie bekommen Fieber und Muskelschmerzen.

Die Mikroben können in Menschen und Tieren leben - dabei verursachen sie nicht unbedingt Beschwerden. So können auch bei gesunden Menschen Keime dieser Bakterienart im Kot nachgewiesen werden. Die Erreger überleben ebenso außerhalb des Körpers. Um sich zu vermehren, brauchen sie weder den Darm des Menschen noch den eines Tieres. Häufig finden sie sich zum Beispiel in verdorbenem Futter für Kühe und Schweine.

Die meisten Menschen infizieren sich mit Listerien, wenn sie verseuchte Lebensmittel essen - das kann Fleisch sein, Getreide, Gemüse oder Obst. Anstecken können Sie sich aber auch, wenn Sie Tiere anfassen oder mit bloßen Händen im Erdboden graben.

Die Bazillen können Ihr Blut vergiften

Einmal in Ihrem Körper, vermehren sich die Bakterien und geraten in Ihr Blut, in Ihren Darm, sogar in Ihr Vaginalsekret. Nachweisen lassen sich Listerien auch in eitrigem Wundsekret. Im Schnitt dauert es etwa drei Wochen, bevor Sie etwas von der Krankheit bemerken.

Gesunde überstehen die leichten Grippe-Symptome ganz gut. Für Babies, Ältere und Menschen mit Immunschwäche können die Mikroben jedoch gefährlich werden: Das Hirn oder die Hirnhaut können sich entzünden, möglicherweise werden auch andere Organe von den Bazillen befallen. Im schlimmsten Fall breitet sich die Infektion noch weiter aus, es entwickelt sich eine Blutvergiftung. Eine solche Sepsis endet in einem Drittel der Fälle tödlich. Steckt sich eine Schwangere mit Listerien an, bringt sie ihr Kind möglicherweise zu früh oder gar tot zur Welt.

Mindestens zwei Wochen Antibiotika

Haben Sie den Verdacht, sich mit Listerien infiziert zu haben, sollten Sie zum Arzt gehen. Er wird Ihnen ein Antibiotikum verschreiben. Dieses Medikament tötet die Bakterien. Am besten hilft der Wirkstoff Amoxicillin. Oft wird er kombiniert mit einem Präparat aus der Substanzklasse der Aminoglykoside. Es kommen aber auch andere Antibiotika in Frage, etwa Cotrimoxazol, Chloramphenicol, Vancomycin oder Rifampicin. Sie sollten die Medikamente mindestens zwei Wochen lang einnehmen. Sonst droht möglicherweise ein Rückfall.

Ihre Ärztin muss die Listeriose dem Gesundheitsamt melden, sofern ein Labor die Keime in Ihrem Stuhl nachgewiesen hat.

Wie Sie vorbeugen können

Bakterien lieben Wärme. Dann fühlen sie sich wohl und vermehren sich rasant. Es dauert nur fünf Stunden, bis aus einer einzelnen Bazille etwa eine Million geworden sind. Den meisten Mikroben reicht dafür eine normale Zimmertemperatur aus.

Deshalb sollten Sie Speisen kühl halten. Ihren Kühlschrank sollten Sie auf unter 7 Grad Celsius einstellen, Ihre Gefriertruhe auf -18 bis -20 Grad.

Frischen Fisch, Kaviar und Fischsalate sollten Sie bei Temperaturen unter 2 Grad lagern. Lebende Muscheln oder Austern sollten Sie am besten bei 4 bis maximal 10 Grad Celsius aufbewahren. Tauen Sie Fleisch und Geflügel immer im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auf; nicht bei Zimmertemperatur oder im warmen Wasserbad. Speisen, die aus rohen Eiern gemacht werden, wie etwa Tiramisu, sollten Sie sofort kühlen und schnell genießen.

Schon beim Einkaufen können Sie darauf achten, die Lebensmittel kalt zu halten. Kaufen Sie Tiefgefrorenes immer zuletzt und stecken Sie die Pakete in eine Kühltasche. Auch rohes Fleisch, Wurst und rohen Fisch können Sie in der Kühltasche nach Hause bringen.

Hitze tötet Mikroorganismen

Viele Bakterien sterben, wenn es zu heiß wird. Salmonellen, Shigellen, Listerien, Campylobacter und Escherichia halten 70 Grad Celsius und mehr auf Dauer nicht aus. Daher hilft Garen: So können Sie den Keimen den Garaus machen.

Fleisch sollten Sie immer durchbraten oder durchkochen. Ob Brathähnchen zum Beispiel gar sind, können Sie am Knochenfleisch erkennen: Ist es noch rötlich, muss das Tier nochmal zurück in den Topf oder Grill. Fisch garen Sie am besten so lange, bis er nicht mehr durchsichtig ist und sich mit einer Gabel leicht in Schichten zerteilen lässt. Muscheln und Austern sollten mindestens zehn Minuten lang kochen. Muscheln, die auch nach dem Sieden noch geschlossen sind, sollten Sie nicht essen - sie sind innen möglicherweise noch roh.

Rühr- und Spiegeleier sollten Sie ebenfalls richtig durchbraten. Frühstückseier sind erst keimfrei, wenn sie mindestens fünf Minuten lang gekocht haben. Auch in Milch können sich Erreger tummeln. Keimfrei, weil lange erhitzt, ist pasteurisierte Milch. Rohmilch wird nicht behandelt, daher sollten Sie sie vor dem Trinken kochen.

Frisch ist besser als abgestanden

Je länger Essen herumsteht, desto mehr Zeit haben Bakterien, sich in der Nahrung zu vermehren. Und je mehr Bakterien Sie essen, desto eher müssen Sie mit einer Lebensmittelvergiftung rechnen. Deshalb sollten Sie Frisches Abgestandenem vorziehen. Sowohl beim Einkauf als auch bei selbst gekochten Lebensmitteln.

Hackfleisch sollten Sie schnell zubereiten und schnell essen, am besten komplett durchgegart. Braten Sie das Fleisch nicht schon am Tag zuvor an. Essensreste sollten Sie zumindest in den Kühlschrank stellen und nicht einfach auf dem Herd stehen lassen. Eier, Fleisch, aber auch Gemüse und Obst sollten frisch sein. Kaufen Sie nichts, was angefault oder unsauber aussieht. Achten Sie auf das Herstellungsdatum.

Je mehr Keime sich auf Ihrem Essen ansiedeln können, desto eher bekommen Sie ein Problem. Manche Bakterien können durch einen Luftzug übertragen werden, andere kleben an Insekten. Besonders Fliegen gelten als Keimschleudern.

Daher sollten Sie Ihre Lebensmittel in geschlossenen Gefäßen aufbewahren oder mit Folien abdecken. Fliegen können Sie in der Wohnung mit Leimfängern bannen oder mit Fliegengittern aussperren. Haustiere sollten Sie von Ihrem Essen fernhalten.

Keime können auf Küchenutensilien überdauern

Erreger tummeln sich gerne in natürlichen Gewässern. Trinkwasser enthält weniger Keime, weil es aufbereitet wird, bevor es in die Leitungen gepumpt wird. Deshalb sollten Sie mit Trinkwasser waschen, spülen und kochen.

Weil Mikroben an allem kleben bleiben können, sollten Sie sich regelmäßig die Hände waschen, am besten mit warmem Wasser und Seife. Haben Sie sich an der Hand geschnitten, sollten Sie die Wunde mit einem Pflaster abdecken, das wasserundurchlässig ist. Sonst könnten Bakterien aus der Nahrung leicht über die Wunde in den Körper gelangen.

Sämtliche Küchengeräte - Schneidbretter, Messer, Siebe, Quirle, Reiben - sollten Sie mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Denn Keime aus rohem Fleisch, Geflügel, Eiern, Fisch und Meerestieren sowie rohem Obst oder Gemüse können längere Zeit auf den Küchenutensilien überdauern und so das nächste Essen infizieren.

Rohes Fleisch besonders sorgfältig behandeln

Als besonders keimträchtig gelten rohes Fleisch und Geflügel sowie roher Fisch und Meerestiere. Damit die Erreger nicht auch auf dem restlichen Einkauf landen, sollten Sie diese Dinge mit besonderer Umsicht behandeln.

Achten Sie darauf, dass die Verpackungen dicht sind. Auftauflüssigkeit und Verpackungsmaterial von gefrorenem Fleisch und Geflügel sollten Sie vorsichtig entfernen. Zudem sollten Sie Besteck oder Geschirr nicht mehrmals ungespült hintereinander verwenden, sofern rohes Fleisch, roher Fisch oder rohes Ei mit im Spiel ist. Spülen Sie die Sachen zwischendurch heiß ab.

Was bei Durchfall zu tun ist

Durchfall ist keine Krankheit, sondern eine Notfallreaktion: Der Körper versucht, die schädlichen Keime möglichst schnell wieder loszuwerden. Medikamente, die den Durchfall stoppen, sind daher nicht sinnvoll. Sie verzögern die ganze Sache nur und verlängern Ihr Leid.

Wegen des Durchfalls verliert Ihr Körper viel Flüssigkeit und Mineralien. Deshalb fühlen Sie sich müde und schlapp. Bei extremem Flüssigkeitsmangel kann sogar der Kreislauf zusammenbrechen, Ihre Nieren können Schaden nehmen und schlimmstenfalls versagen. Kinder und alte Menschen sind besonders gefährdet, durch Durchfall auszutrocknen.

Deshalb sollten Sie viel trinken. Nach langem oder heftigem Durchfall kann eine Elektrolytlösung aus der Apotheke nützlich sein: Diese Mischung aus Wasser, Salzen und Traubenzucker ersetzt, was Sie verloren haben. Der Traubenzucker hilft dem Körper dabei, die Elektrolyte aufzunehmen. Im Extremfall brauchen Sie Infusionen, um die verlorenen Substanzen wieder aufzutanken.

Optimal: Salzstangen, Zwieback, Weißbrot

Auch wenn Sie keinen Appetit haben: Versuchen Sie, etwas zu essen - leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Zwieback, Salzstangen oder Weißbrot helfen Ihrem Darm, wieder normal zu arbeiten.

Wann die Vergiftung zum Notfall wird

Lebensmittelvergiftungen können ernst werden, wenn die Bakterien vom Darm in andere Organe wandern. Dann können die Mikroben die Nieren angreifen. Sie merken das daran, dass Sie weniger Harn produzieren. Möglicherweise riecht Ihre Haut oder Ihr Atem aber nach Urin. Zudem sind Sie sehr blass, weil die Erreger auch die roten Blutkörperchen zerstören. Hinzu kommt, dass Sie sich sehr krank und schwach fühlen.

Mediziner sprechen dann vom hämolytisch-urämischen Syndrom, kurz HUS. Diese ernste Komplikation bei Lebensmittelvergiftungen wird vor allem durch Escherichia-coli-Bakterien und durch Shigellen ausgelöst. Gesunde Erwachsene leiden relativ selten unter HUS, Kinder, Ältere und Menschen mit Immunschwäche sind eher gefährdet.

Wenn die Haut nach Urin riecht, ins Krankenhaus fahren!

HUS ist ein Notfall! Sie sollten sich dann sofort in ein Krankenhaus fahren lassen oder einen Krankenwagen rufen. Lassen Sie die Komplikation nicht behandeln, kann es für Sie lebensgefährlich werden.

Im Krankenhaus bekommen Sie Medikamente und Infusionen, um Ihre Nieren zu schützen. Haben die Nieren schon versagt oder sind sie geschädigt, hilft nur noch eine Dialyse. Das Dialyse-Gerät arbeitet wie eine künstliche Niere und reinigt Ihr Blut. In vielen Fällen ist die Dialyse nur kurze Zeit notwendig, das Organ regeneriert sich häufig wieder. Nur wenn die Nieren schon sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, muss die Blutwäsche lebenslang fortgeführt werden.

Birgit Frohn

Stern Logo Das könnte sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools