Amusement für die Seele

Schokolade, Chips, Bier: alles ungesund? Und wie ist es mit Wein? Was gesund ist, meinen viele Ärzte zu wissen. Doch Ernährungswissenschaftler haben einige Verbote inzwischen als unsinnig entlarvt.

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Alkohol

Alkohol macht heiter und baut Hemmungen ab. Er kann aber auch aggressiv oder müde machen. Vielen schmeckt Alkohol - und so manchen lehrt er das Kotzen. Alkohol schädigt auch die Zellen. Alles zusammen genommen ist Alkohol ein Genussmittel - und ein Gift. Es hängt nur von der Menge ab.

Ob beschwipst oder richtig betrunken, im Prinzip wirkt Alkohol immer gleich: Er hemmt die Aktivität Ihrer Nervenzellen. Wer ihn regelmäßig trinkt, gewöhnt sein Gehirn an das Betäubungsmittel. Und braucht dann immer mehr, um sich angeheitert zu fühlen.

Die meisten Menschen haben nach zwei Gläsern Bier oder einem Viertelliter Wein bereits 0,5 Promille im Blut. Ein Promille entspricht einem Gramm Alkohol pro 1000 Gramm Blut. Damit sollte man nicht mehr Auto fahren. Ab 0,2 Promille fühlen sich viele bereits lockerer. Ab einem Promille fangen die meisten an zu lallen und zu torkeln. Bei zwei Promille droht ein Filmriss. Ab mehr als drei Promille stellt sich eine schwere Alkoholvergiftung ein, die tödlich enden kann.

Ein Glas für Frauen, zwei für Männer

Bekannt ist, dass Frauen weniger Alkohol vertragen als Männer. Das liegt nicht nur daran, dass Frauen meist weniger wiegen als Männer. Ihr Blutvolumen ist meist auch geringer, weshalb dieselbe Menge an Alkohol entsprechend weniger verdünnt wird. Und wer regelmäßig trinkt, kann Alkohol schneller abbauen.

Der Körper nimmt Alkohol zwar schnell auf, baut ihn aber nur langsam wieder ab. Ein Mann kann in einer Stunde 0,1 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht abbauen. Eine Frau schafft nur 0,085 Gramm. Die DGE hält es für "gesundheitlich verträglich", wenn Frauen regelmäßig ein kleines Bier oder 0,1 Liter Wein trinken. Männer dürfen sich zwei kleine Biere genehmigen, ohne dass es als gesundheitsschädlich angesehen wird.

Wer so maßvoll trinkt, merkt kaum etwas von den typischen Alkoholwirkungen. Jenseits dieser Menge steigt das Risiko für viele Folgeerkrankungen aber kontinuierlich an: Je mehr Alkohol, je höher das Risiko, zum Beispiel eine Fettleber oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung zu bekommen. Experten raten, an zwei bis drei Tagen pro Woche keinen Alkohol zu trinken, damit sich die Leber erholen kann und sich der Körper nicht an den Alkohol gewöhnt.

Endstation: Leberzirrhose

Alkohol belastet die Leber. Wenn eine Person ständig mehr als ein kleines Glas zu sich nimmt, vergrößert sich die Leber und wird zur so genannten Fettleber. Wird dann weiter über das Maß hinaus getrunken, sterben die Leberzellen ab. Das Organ vernarbt, schrumpft und wird hart: Mediziner nennen das eine Leberzirrhose.

Je nachdem, wie empfindlich die Leber ist, kann sie bereits bei kleineren Mengen Alkohol schrumpfen, wenn jemand jahrelang trinkt - eine Frauen täglich mehr als 10, ein Mann mehr als 20 Gramm. 10 Gramm Alkohol entsprechen einem kleinen Glas Bier, 20 Gramm sind etwa in einem Glas Wein enthalten.

Mit jedem weiteren Schluck zu viel steigt außerdem das Risiko, Krebs in Mund, Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre zu bekommen. Hochprozentige Getränke wirken möglicherweise stärker als jene mit niedrigem Alkoholgehalt. Bei starken Rauchern erhöht sich das Risiko noch weiter.

Wenn Alkohol zum Rettungsboot wird

Vielen Menschen gilt Alkohol als guter Freund, als Retter und Tröster in schwierigen Lebenslagen oder in täglicher Einsamkeit. Gründe zu trinken gibt es genug: etwa die Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden, oder die Überzeugung, dass Alkohol ein gutes Mittel zum Entspannen ist.

Wer drei der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten kann, ist wahrscheinlich abhängig von Alkohol und sollte das Suchtproblem angehen:

  • Haben Sie häufiger besondere Lust auf Alkohol?
  • Fällt es Ihnen schwer, mit dem Trinken aufzuhören, etwa in der Kneipe?
  • Ist Ihnen übel oder fangen Sie an zu zittern, wenn Sie länger nichts getrunken haben?
  • Finden Sie, dass Sie immer mehr trinken müssen, um die gleiche Wirkung zu erzielen?
  • Ändern Sie bewusst Ihren Tagesablauf, um trinken zu können?

Als Faustregel gilt: Wer es nicht schafft, zwei Wochen gar nichts zu trinken, hat ein gewaltiges Problem.

Für Schwangere sollte Alkohol tabu sein. Denn er gelangt durch den Mutterkuchen zum ungeborenen Baby und kann ihm schwer schaden. Eine Untergrenze für eine unschädliche Menge Alkohol während der Schwangerschaft ist nicht bekannt.

Verlängert ein Glas Wein täglich das Leben?

Weit verbreitet ist der Glaube, dass Rotwein und Bier, in Maßen genossen, gesund sind. Fakt ist: Bisher belegen nur Versuche an Tieren, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Wein und Bier manchen Krankheiten vorbeugen können. Nicht nachgewiesen ist bislang, dass ein Mensch von Krebs verschont blieb, weil er Zeit seines Lebens jeden Tag ein Glas Rotwein trank. Denn dafür kann es viele andere Gründe geben. Die meisten Menschen, die wenig Alkohol trinken, leben zum Beispiel gesünder: Sie ernähren sich besser und treiben mehr Sport. Auch das kann Krebs verhindern.

Es ist also sehr fraglich, ob tatsächlich ein Glas Rotwein am Tag zu einem langen Leben verhilft. Langfristig gesehen ist vielleicht diese kleine Menge Alkohol für den Körper schon zu viel. Denn jeder Mensch reagiert anders.

Die DGE bezieht ihre Angaben zu dem, was sie als "gesundheitlich verträglich" einschätzt, auf den gesunden Durchschnittsmenschen. Danach sollten Frauen nicht mehr als 10 Gramm, Männer nicht mehr als 20 Gramm Alkohol täglich zu sich nehmen. Wer das aber tatsächlich jeden Abend tut, läuft Gefahr, dass er dieses Maß häufiger überschreitet.

Rotwein ist gut für das Herz - Trauben aber auch

Wer seinen Weinkonsum schönredet mit dem Hinweis auf die gesunden Pflanzenstoffe in den Trauben, dem halten Experten entgegen: Jede Weintraube ist gesünder als ein Glas Wein! Denn der Wein enthält Alkohol und nicht nur die sagenumwobenen Polyphenole. Diese sekundäre Pflanzenstoffe sind auch in Gemüse und Obst und sogar in Schokolade enthalten. Sie helfen dem Körper, giftige Sauerstoffradikale besser abzufangen. Zellen altern dadurch wahrscheinlich langsamer und Adern verstopfen weniger.

Die sekundären Pflanzenstoffe können sogar den Blutdruck senken. Kurzfristig erzielt Alkohol denselben Effekt: Er weitet die Adern, senkt den Blutdruck und verbessert die Durchblutung. Auf lange Sicht erhöht er jedoch den Blutdruck.

Bier enthält Vitamine und Östrogen

Auch Bier wird gepriesen wegen seines Gehaltes an verschiedenen B-Vitaminen. Sie senken den Homocysteinspiegel im Blut. Diese Aminosäure schadet den Adern und erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen.

Bier enthält Hopfen, und diese Pflanze gilt als gesund. Denn ihr Wirkstoff Xanthohumol kann Krebszellen am Wachstum hindern - bewiesen wurde das allerdings bislang nur an Tieren. Und die im Hopfen enthaltenen pflanzlichen Östrogene sollen gegen Wechseljahrbeschwerden helfen.

Damit die Stoffe wirken können, müsste man allerdings große Mengen Bier trinken - ein Glas reicht da bei weitem nicht aus. Momentan arbeiten Forscher daran, Hopfen gentechnisch zu manipulieren, sodass er ausreichend von diesen Stoffen enthält.

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