Amusement für die Seele

Schokolade, Chips, Bier: alles ungesund? Und wie ist es mit Wein? Was gesund ist, meinen viele Ärzte zu wissen. Doch Ernährungswissenschaftler haben einige Verbote inzwischen als unsinnig entlarvt.

Kaffee

Ob als Café Latte oder Latte Macchiato, Espresso oder Cappuccino: Frisch gemahlen und gebrüht duftet Kaffee wunderbar, lädt zur kleinen Pause am Nachmittag ein und verhilft zum Durchhalten. Das Gute daran: Sein Wirkstoff Koffein ist nicht so schädlich wie lange Zeit angenommen.

In der Natur wirkt Koffein als natürliches Pflanzenschutzmittel. Der Kaffeestrauch schützt sich damit vor Schädlingen. Beim Menschen regt Koffein die Nerven an: Die Adern weiten sich, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck fährt hoch. Deshalb macht Kaffee müde Menschen wieder hellwach. Der Effekt setzt etwa eine halbe Stunde nach dem Trinken ein. Zudem verdrängt Koffein Adenosin von den Nervenzellen im Gehirn. Adenosin macht müde, daher regt Kaffee den Geist an. Der Kick lässt nach etwa eineinhalb Stunden nach, ganz verblasst die Wirkung aber erst nach fünf Stunden.

Zwei bis drei Tassen Kaffee vertragen die meisten Menschen recht gut. Wer mehr davon trinkt, kann Herzrasen bekommen oder ihm wird übel. Treten Kopfschmerzen auf, sobald kein Kaffee verfügbar ist, sind das Entzugserscheinungen. Umgekehrt ist es so, dass Vieltrinker bald nichts mehr vom anregenden Effekt spüren. Denn das Gehirn gewöhnt sich an das Koffein und bildet mehr Adenosinrezeptoren, was die Kaffeewirkung abschwächt. Man muss also mehr trinken, um wieder wach zu werden.

Kaffee schützt Adern vor dem Verkalken

Beim Rösten der Kaffeebohnen entstehen Antioxidantien. Diese Substanzen können freie Radikale im Körper unschädlich machen und schützen dadurch möglicherweise vor Gefäßverkalkung, der Arteriosklerose.

Die Angst vor Austrocknung durch Kaffee ist unbegründet. Manch einer muss häufiger auf die Toilette, aber keine Sorge: Der Körper gleicht den Flüssigkeitsverlust ohne weiteres aus. Auch Herzklopfen ist für Gesunde ungefährlich. Wer allerdings Herzrhythmusstörungen hat, sollte auf starken Kaffee lieber verzichten.

Koffein und Gerbstoffe bereiten manchen Menschen Magenprobleme. Bekömmlicher als Filterkaffee ist Espresso. Dafür werden mildere Sorten verwendet, die dafür länger geröstet werden. Bei der Zubereitung hat das Wasser nicht so lange Kontakt mit dem Pulver, daher enthält Espresso weniger Gerbstoffe.

Pulverkaffee enthält weniger Schadstoffe

Der Körper baut das Koffein ab. Bei Rauchern geht das schneller als bei Nichtrauchern, bei Männern wahrscheinlich schneller als bei Frauen, bei Erwachsenen schneller als bei Babys.

Die DGE hält drei Tassen Kaffee - weniger als 300 Milligramm Koffein pro Tag - in der Schwangerschaft für vertretbar. Es wurde festgestellt, dass Kaffeekonsum mit einem Risiko für Fehlgeburten verbunden ist. Das Risiko für Fehlgeburten erhöht sich mit steigender Kaffeemenge: Bei einer halben Tasse bis drei Tassen liegt es bei drei Prozent, bei vier bis sieben Tassen schon bei 33 Prozent und bei acht Tassen Kaffee pro Tag bei 60 Prozent. Die Studien hierzu sind aber nicht einheitlich.

Beim Rösten von Kaffeebohnen entsteht Acrylamid. Dieser Stoff wirkte in Tierversuchen krebserregend. Stiftung Warentest, Ökotest und Verbraucherorganisationen informieren darüber, welche Sorten stark mit Acrylamid belastet sind. Bei zwei, drei Tassen täglich ist aber das Risiko in jedem Fall gering. Ebenso bei löslichem Kaffee, da mit dem bisschen Pulver sehr wenig Acrylamid in die Tasse kommt.

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