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Ölpest im Karton

Recycling ist gut für das Gewissen und die Umwelt - und eine Gefahr für die Gesundheit. Aus Kartonverpackungen können gefährliche Substanzen ausdünsten und auf die Lebensmittel übergehen.

Von Nicole Heißmann

  Über die Wiederverwertung von Altpapier gelangen Mineralölverbindungen in Lebensmittelkartons und von dort ins Essen

Über die Wiederverwertung von Altpapier gelangen Mineralölverbindungen in Lebensmittelkartons und von dort ins Essen

  • Nicole Heißmann

Schlicht und umweltfreundlich kommen sie daher, die Recycling-Kartons, in denen Reis, Nudeln oder Tiefkühlfisch im Supermarkt liegen. Hergestellt werden die Packungen aus dem bunten Gemisch, das wir selbst vorher zum Papiercontainer getragen haben: bedruckten Zetteln, Magazinen, Katalogen und Zeitungen.

Vor allem Letztere haben es in sich: In den Druckfarben von Zeitungspapier finden sich relativ große Mengen an Mineralölverbindungen: Mosh ("mineral oil saturated hydrocarbons") und Moah ("mineral oil aromatic hydrocarbons") heißen die Substanzgruppen, die den Öl-Chemikalien-Cocktail dominieren. Gemeint sind ketten- und ringförmige Kohlenwasserstoffe mit eher kleinen Molekülen.

Über die Wiederverwertung des Altpapiers gelangen sie auch in Lebensmittelkartons, und von dort dünsten sie ins Essen aus. Mit der Zeit steigt die Konzentration dieser Stoffe immer weiter.

Experten betrachten die Mineralölmischung daher mit Sorge: Krebserregende Substanzen können darunter sein; andere Kohlenwasserstoffe verursachten im Tierversuch Entzündungen der Leber oder Schäden an den Lymphknoten. In eben diesen Organen lagern sich Mosh und Moah bekanntermaßen auch beim Menschen ab. Besonders belastet scheinen Körner und gemahlene Nahrungsmittel zu sein: Reis, Mehl, Grieß, Semmelbrösel und Frühstücksflocken bieten den Chemikalien eine große Angriffsfläche und nehmen entsprechend reichlich davon auf.

Mineralölhaltige Druckfarben

Wie viel am Ende im Körper landet, ist unklar: Verbindliche Grenzwerte fehlen ebenso wie Daten dazu, welche Mengen Durchschnittsesser von den betroffenen Produkten verzehren. Für die Untergruppe der Mosh sieht ein "provisorischer" Wert vor, dass man davon nicht mehr als 0,01 Milligramm pro Kilo Körpergewicht schlucken sollte - bei einer 60-Kilo-Person wären das 0,6 Milligramm am Tag. Ein Limit, das vorerst wohl ein frommer Wunsch bleiben wird: Analysen aus der Schweiz wiesen in Reis schon drei Milligramm pro 100 Gramm nach, in Grieß sogar acht. Die Stiftung Warentest untersuchte im vergangenen Herbst 31 Fertigkloßprodukte und fand in 9 von ihnen Ölverschmutzungen. Bei manchen Klößen reichte bereits eine Portion, um die 0,6-Milligramm-Grenze zu erreichen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es für "dringend geboten", die Diffusion von Mineralöl in Lebensmittel so gering wie möglich zu halten. So könnten die Hersteller Karton-Essen zusätzlich in Plastik-Innenbeutel verpacken. Allerdings hält auch eine solche Barriere nicht völlig dicht, und im Plastikbeutel vermehren sich Pilze und Bakterien schneller. Für den Küchenalltag raten Verbraucherschützer, das Essen aus der Papphülle zu Hause in Vorratsdosen umzufüllen und Tiefkühlware ohne Karton aufzutauen. Langfristig hilft allerdings nur eins: Soll Papier weiterhin für Lebensmittelpackungen recycelt werden, müssen mineralölhaltige Druckfarben durch gesundheitlich unbedenkliche ersetzt werden, etwa solche auf Basis von Pflanzenölen.

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