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Mehr Pampe als Pesto

Keime, Chemie und potenziell krebserregende Schadstoffe: Basilikum-Pestos erhielten im Test reihenweise die Note "mangelhaft". Nur drei von 30 waren "gut". Auch Jamie Olivers Pesto fiel durch.

  Dieses Bio-Produkt enthielt sogar potenziell krebserregende Schadstoffe

Dieses Bio-Produkt enthielt sogar potenziell krebserregende Schadstoffe

Was dazu wohl die italienische Hausfrau sagen würde, die ihr Pesto noch per Hand stampft? Das Urteil der Stiftung Warentest zu industriell hergestelltem Basilikum-Pesto ist jedenfalls verheerend: Jedes dritte untersuchte Produkt fiel mit der Note "mangelhaft" durch, wie die Zeitschrift "test" in ihrer August-Ausgabe berichtet. Die Tester nahmen insgesamt 30 Pastasoßen mit Basilikum unter die Lupe. Nur drei erreichten das Qualitätsurteil "gut".

Fünf der sechs traditionellen Pesto Genovese im Test betreiben laut Stiftung Warentest Etikettenschwindel, weil sie teure Zutaten ganz oder teilweise durch preiswertere ersetzen. Sie verwenden demnach Sonnenblumen- statt Olivenöl, Cashew- statt Pinienkerne, Kartoffelflocken oder Weizengrieß statt Parmesan und Pecorino.

Als Alternative zum Original bietet der Handel Basilikumzubereitungen als Pesto alla Genovese oder Pesto Verde an. Darunter waren auch zwei Produkte aus dem Kühlregal, die laut "test" fast wie selbstgemacht schmeckten. Andere Nudelsoßen fielen hingegen im Geschmack durch, in einem Pesto fanden die Tester unzulässige Bambusfasern und in einem anderen, besonders teuren Produkt sogar Verderbniskeime.

Im Biopesto der Schweizer Firma Ppura wurde der potenziell krebserregende Schadstoff Anthrachinon nachgewiesen, der in der EU nicht als Pestizid zugelassen ist. Die analysierte Menge war demnach 80-mal so hoch wie der zulässige Höchstgehalt. Bereits vor Erscheinen des Tests warnte die Stiftung Warentest vor dem Verzehr und informierte den Anbieter, der das Produkt sofort zurückrief.

Auch ein prominenter Name bürgt nicht unbedingt für Qualität. Star-Koch und Buchautor Jamie Oliver ("Genial italienisch") fällt mit seinem Fertigprodukt Green Pesto ebenfalls durch. "Aromaarm und wässrig", lautet das Urteil der Tester. Damit ist es genauso "mangelhaft" wie das teuerste Produkt im Vergleich - "Flaschenweise Basilikum Pesto" für stolze 7,80 Euro fürs 140 Gramm Gläschen.

Den kompletten Test gibt es gegen Gebühr auf www.test.de

bak/AFP/AFP

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