Startseite

Stern Logo Ratgeber Ernährung

Wer weniger hungert, ist später tot

Nur rank und schlank ist gesund? Dicke leben kürzer? Immer mehr Studien nähren Zweifel an dieser These. Und sie zeigen: Wir können uns einen entspannten Umgang mit den paar Pfunden zu viel gönnen.

Von Lea Wolz

  Ein paar Pfunde zuviel? Das ist gar nicht so schlimm, legen neue Studien nahe.

Ein paar Pfunde zuviel? Das ist gar nicht so schlimm, legen neue Studien nahe.

Nach Neujahr quälen wir uns wieder besonders mit ihnen herum: den überschüssigen Pfunden. Klar scheint: Die Kilos zu viel müssen weg. Denn sie sind schlecht für die Gesundheit, zudem sterben Dicke früher, wie Ärzte und Abnehm-Kampagnen uns seit Jahren vermitteln. Doch Studien zeigen schon länger: Die Dicken wollen sich einfach nicht an die Vorhersagen halten. Wer leicht mollig ist, lebt sogar länger.

Was Normalgewicht ist und ab wann jemand übergewichtig oder sogar fettleibig ist, legt der sogenannte Body-Mass-Index, kurz BMI, fest. Berechnen lässt er sich aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten alle mit einem BMI zwischen 18,5 und 24,9 als normal. Wer darüber liegt, wird als übergewichtig eingestuft. Ab einem BMI von 30 sprechen Mediziner von Fettsucht (Adipositas).

BMI in der Kritik

Doch der BMI steht schon seit einiger Zeit in der Kritik: Fraglich ist, ob er wirklich etwas über die Gefahren für die Gesundheit eines Menschen aussagt und ob mit einem erhöhten BMI tatsächlich eine erhöhte Sterblichkeit einhergeht, wie es die WHO konstatiert.

Denn der Index bringt gleich mehrere Probleme mit sich: So berücksichtigt er etwa nicht die Fettverteilung des Körpers. Dabei ist seit Längerem bekannt, dass Fett am Bauch - und damit die sogenannte Apfelfigur - das Risiko für Herz-Kreislauf- und Zuckererkrankungen erhöht. Auch nicht schön, aber weniger schädlich ist dagegen die Birnenfigur, also ein paar Pfunde zu viel an Oberschenkeln, Armen, Hüfte und Hintern. Ein weiteres gewichtiges Problem: Der BMI unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse. Auch durchtrainierte Sportler würden daher nach diesen Kriterien schnell in der Kategorie Übergewicht landen - und sollten theoretisch abnehmen.

Kritiker hinterfragen daher schon länger den Maßstab, nach dem Menschen in Unter-, Normal- und Übergewichtige eingeteilt werden. Eine Übersichtsarbeit liefert nun weiter Munition gegen die Diktatur des BMI und des Schlankheitsideals. Gemeinsam mit Kollegen hat Katherine Flegal von der US-Gesundheitsbehörde CDC 97 Studien mit fast drei Millionen Teilnehmern unter die Lupe genommen und den Zusammenhang zwischen BMI und Sterblichkeit untersucht. Die Studie ist die bis jetzt größte zu dem Thema.

Ein paar Pfunde zu viel sind in Ordnung

Die Ergebnisse der Forscher zeigen: Menschen mit leichtem Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30) haben gegenüber den Normalgewichtigen sogar eine um sechs Prozent geringere Sterblichkeit. Auch in der ersten Stufe der Fettleibigkeit war sie nicht gestiegen, sondern um fünf Prozent niedriger. Für alle stark Fettleibigen mit einem BMI ab 35 erhöhte sich die Sterblichkeit allerdings deutlich um 29 Prozent. Außer Frage steht daher: Wer extrem dick ist, muss mit negativen gesundheitlichen Folgen rechnen.

Doch wie lässt sich die schützende Funktion des Fettes erklären? Ganz klar ist das noch nicht. Ein Grund könnte sein, dass Übergewichtige möglicherweise bessere medizinische Betreuung erfahren, da sie häufiger einen Arzt aufsuchen, vermuten Flegal und ihr Team. Einige zusätzliche Pfunde könnten auch einen positiven Effekt auf die Herzgesundheit haben und zudem bei einer Erkrankung Energiereserven für den Körper darstellen.

Ganz überraschend sind die Ergebnisse von Flegal und ihrem Team nicht, sie bestätigen frühere Untersuchungen. Bereits 2009 zeigten Gesundheitswissenschaftler der Uni Hamburg in einer Übersichtsarbeit, dass der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krankheits- und Sterberisiko nicht eindeutig ist. Demnach müssen als "übergewichtig" eingestufte Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 29,9 zwar mit der Gefahr leben, eher Herzproblemen und Diabetes zu entwickeln. Die Sterblichkeit ist bei ihnen aber nicht erhöht.

Hemmungslos schlemmen? Besser nicht!

Für alle, die sich nun schon im Schlaraffenland wähnen: Die Erlaubnis zum hemmungslosen Schlemmen sind die Ergebnisse auf keinen Fall. "Wir wollen nicht, dass die Leute denken, dass sie auf jegliches Maßhalten verzichten und an Gewicht zulegen können", sagte George Blackburn, Ernährungswissenschaftler an der Harvard Universität der "New York Times". Denn zweifellos wirken sich zu viele Kilos auf den Stoffwechsel aus und lassen etwa das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs steigen. Doch fraglich ist, ab welcher Grenze es für die Gesundheit tatsächlich gefährlich wird - und ob der BMI allein dafür aussagekräftig ist.

Alternativen gibt es schon jetzt: Als besser geeignet gilt etwa die Messung des Hüftumfangs und das Verhältnis von Taille zu Hüfte. Doch wer nun schon Maßband und Taschenrechner zückt und Diätratschläge wälzt, sollte sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Denn auf eines deuten alle neueren Studien zu dem Thema hin: Ein paar Rundungen sind durchaus in Ordnung.

Stern Logo Das könnte sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools