Essen treibt das Kraftwerk des Körpers an

Um gesund zu bleiben, braucht der Körper rund 50 Nährstoffe in ausreichender Menge, darunter Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß sowie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sonst drohen Beschwerden.

19 Bewertungen

Sekundäre Pflanzenstoffe

Pflanzen bestehen nicht nur aus Kohlenhydratfasern, Wasser, Fett und Eiweiß. In ihnen lagern auch winzige Mengen von Substanzen, die sie zum Überleben brauchen: Sie wehren Schädlinge ab, locken als Farb- oder Duftstoffe Tiere zur Blütenbestäubung an oder regulieren das Wachstum. Die Zahl dieser unterschiedlichen Pflanzenstoffe wird auf 60.000 bis 100.000 geschätzt, doch nur ein Bruchteil von ihnen ist näher erforscht.

Manche dieser sogenannten sekundären Pflanzenstoffe sind für den Menschen gesund: Sie sind keine Wundermittel, haben aber heilende Wirkung. Einige von ihnen beugen möglicherweise Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, senken die Cholesterinwerte oder wirken als Antioxidantien. Sekundäre Pflanzenstoffe stecken in vielen Gemüse- und Obstsorten. Auch Getreideprodukte, Kartoffeln und Gewürzpflanzen enthalten diese wichtigen Substanzen. Sie entfalten ihre gesundheitsfördernde Wirkung vermutlich nur im Zusammenspiel mit anderen Bestandteilen der Pflanze.

Nicht nur die Karotte enthält Carotinoide

Zu den wichtigsten sekundären Pflanzenstoffen zählen das Alpha- und Beta-Carotin. Das sind Vorstufen von Vitamin A. Reichlich Carotinoide stecken in Karotten, Tomaten, Grapefruit, roten Paprika und Aprikosen. Sie sind auch in grünem Gemüse wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl zu finden - etwa zehn Mal mehr als in einer vergleichbaren Menge Obst.

Wenn Sie genug Obst und Gemüse essen, brauchen Sie keinen Mangel zu fürchten. Jedoch hat ein Zuviel an Carotin Nebenwirkungen: Die Haut färbt sich zeitweise leicht gelb. In seltenen Fällen kann zu viel Carotin in der Nahrung die Leber beeinträchtigen. Wird der Konsum wieder auf übliche Mengen gesenkt, normalisieren sich die Werte aber schnell wieder. Vorsichtig sollten Sie bei Beta-Carotin in Pillenform sein. Untersuchungen haben gezeigt, dass es vor allem bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöhen kann.

Polyphenole schützen vor Arterienverkalkung

Zu den Polyphenolen zählen unter anderem Flavonoide und Phenolsäuren. Diese Pflanzenstoffe verhindern, dass sich Schädlinge über eine Pflanze hermachen. Eingebettet in die äußeren Randschichten von Blättern und Schale, schützen die Polyphenole das darunter liegende Gewebe. Sie kommen besonders häufig in Äpfeln, aber auch in Zwiebeln, im Endiviensalat, in blauen Trauben, in Kakao, grünem Tee und Rotwein vor. Möglicherweise schützt Rotwein wegen seiner Flavonoide vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Obst und Gemüse sollte nach Möglichkeit ungeschält verzehrt werden, da der Polyphenolgehalt unter der Schale am höchsten ist. Bei längerer Lagerung nimmt er allmählich ab.

Phytoöstrogene wirken wie das weibliche Sexualhormon

Phytoöstrogene, also pflanzliche Hormone, stecken hauptsächlich in Vollkorngetreide und Ölsaaten wie Sojabohnen und Leinsamen. Über die Nahrung aufgenommen, wetteifern sie im Körper mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen. Sie ahmen dabei das Hormon nach oder blockieren es, indem sie an den körpereigenen Östrogen-Rezeptoren andocken. Ob diese Pflanzenstoffe allerdings tatsächlich Brust- und Prostatakrebs hemmen, die beide von Hormonen abhängig sind, ist nicht nachgewiesen.

Kirsten Milhahn
Seite 1: Essen treibt das Kraftwerk des Körpers an
Seite 2: Kohlenhydrate und Ballaststoffe
Seite 3: Fette
Seite 4: Eiweiß (Protein)
Seite 5: Vitamine
Seite 6: Mineralstoffe
Seite 7: Sekundäre Pflanzenstoffe
 
 
MEHR ZUM THEMA