Wer ist hier dick?

Für Ärzte und Wissenschaftler ist Übergewicht kein ästhetisches Problem, sondern ein gesundheitliches, das sich messen lässt. Mit dem Forschungsstand verändern sich die Methoden dafür.

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Taille-Hüfte-Verhältnis (Waist-to-hip-ratio, WHR)

Nach neueren Erkenntnissen kommt es bei Übergewicht vor allem darauf an, wo der Speck sitzt. Deshalb wird heute vermehrt auf das Verhältnis von Taille zu Hüfte geachtet (englisch: waist to hip ratio, WHR). Dazu misst man mit dem Maßband zunächst die Taille (etwa in Nabelhöhe), dann den Umfang der Hüfte (an der dicksten Stelle). Die Formel lautet: Taillenumfang in Zentimetern geteilt durch Hüftumfang in Zentimetern.

Ein Ergebnis von 0,7 gilt bei Frauen als perfekter Wert, bei Männern ist es 0,9. Fettdepots um den Bauch (der sogenannte Apfeltyp) erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes stärker als solche an Oberschenkeln, Po und Hüfte (Birnentyp). Von bauchbetontem Übergewicht wird ab einem Wert von mehr als 0,85 bei Frauen oder 1,0 bei Männern gesprochen.

Auch die Aussagekraft der WHR stößt an Grenzen. Zwar ist er besser geeignet, wenn es darum geht, das durch Stoffwechselstörungen entstehende gesundheitliche Risiko zu beurteilen. Bei anderen Folgen von Übergewicht, etwa bei orthopädischen Problemen, zählt hingegen eher das Gesamtgewicht. Da hilft die WHR wenig.

Taillenumfang

Als mindestens ähnlich aussagekräftig wie das Taille-Hüfte-Verhältnis wird inzwischen die alleinige Messung des Bauchumfangs angesehen (englisch: waist circumference).

Nach Ansicht der Experten steigt mit dem Bauchfett das Risiko für Herzleiden. Bei Frauen gilt ein Umfang von weniger als 80 Zentimetern als unbedenklich, von 80 bis 87 Zentimetern ist die Erkrankungsgefahr erhöht, bei noch größerem Umfang deutlich erhöht. Bei Männern halten die Experten das Gesundheitsrisiko bei Messergebnissen von 94 bis 101 Zentimetern für erhöht, bei Werten darüber für deutlich erhöht.

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