Das ABC der Schlankmacher

Ohne Mühe abnehmen: Zahlreiche Pillen und Pülverchen versprechen eine Wunschfigur in kurzer Zeit. Doch was ist dran an den gepriesenen Wundermitteln?

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Kalorien zählen, aufwendig kochen, sich Leckeres versagen: Diäten sind meist mühselig. Und schon nach kurzer Zeit wiegen wir wieder soviel wie zuvor - oder sogar noch mehr. Wie schön wäre es, wenn es ein Wundermittel gegen Körperfett gäbe: Ein paarmal eingenommen, und schon sinkt der Zeiger der Waage.

Eine solchen Effekt versprechen viele Schlankheitspillen. Doch viele nützen nichts, andere schaden sogar.

Pülverchen, online gekauft, sind besonders risikoreich. Ein Check der Stiftung Warentest kam zu einem erschreckenden Ergebnis: Viele der im Internet bestellten Schlankheitsmittel waren gefährlich für die Gesundheit. Sie enthielten Sibutramin, diese Substanz kann das Herz zum Rasen bringen, 34 Menschen starben bereits daran.

Andere Präparate sind zwar nicht gefährlich, aber nutzlos - wie Apfelessig oder Grüner Tee. Andere sind wirkungslos und auch noch teuer, weil sie exotisch scheinen. Der Markt für Schlankheitsmittel wächst stetig. Da wundert es nicht, wenn Hersteller ihrem Produkt etwas andichten.

Mit welchen Substanzen Sie wirklich Ihr Fett wegkriegen und welche Produke Sie lieber nicht kaufen sollten, sagt Ihnen unser Lexikon: Es enthält die gängigsten Schlankheitsmittel, von A wie Abführmittel bis W wie Weizenkleie.


Nicole Simon


Hinweis: Die Übersicht ist ein aktualisierter Auszug aus dem Ratgeber "ABC der Schlankmacher. Verbraucherlexikon zur aktuellen Angebotspalette", herausgegeben 2004 von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das Buch bewertet auf 220 Seiten Präparate sowie die gängigsten Diäten.

Bei Interesse können Sie den Ratgeber für 9,80 Euro zuzüglich Versandkosten auf der Website der Verbraucherzentrale NRW oder per Telefon unter der Nummer 01805 - 00 14 33 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz) bestellen.

Abführmittel

Abführmittel
Eine Vielzahl pflanzlicher und chemischer Wirkstoffe wird als Abführmittel verkauft. Häufig wird ein "entschlackender" Effekt angenommen, der das Gewicht reduzieren kann.

Wirkprinzip
Einige Mittel erhöhen den Wassergehalt im Darm, andere halten Wasser aus dem Speisebrei im Darm zurück. Ballaststoff-Präparate quellen auf, füllen den Darm und wirken dadurch leicht abführend.

Risiken und Nebenwirkungen
Bei längerfristiger Anwendung verursachen Abführmittel einen Verlust an Kalium und anderen Elektrolyten. Das kann zu Funktionsstörungen verschiedener Organ wie Niere oder Herz und zu Muskelschwäche führen. Sonstige Nebenwirkungen sind Funktionsstörungen des Dickdarms. Präparate, die Phenolphthalein, Bisacodyl oder anthrachinonhaltige Pflanzenextrakte (Faulbaumrinde, Sennes, Aloe, Rhabarber) enthalten, können bei chronischem Gebrauch Harnwegstumoren bei Frauen fördern. Bestimmte Medikamente und die Antibabypille sind unter Einfluss von Abführmitteln möglicherweise nicht mehr voll wirksam, Effekte anderer Substanzen werden verstärkt.

Bewertung
Entgegen der volkstümlichen Meinung macht eine schlechte Verdauung oder Verstopfung nicht dick. Abführmittel sind keine Schlankheitsmittel!


Angela Clausen

Alginat

Alginat
Alginat ist das Salz der Alginsäure, die natürlicherweise in Meeresalgen vorkommt. Alginate werden in der Lebensmittelindustrie als pflanzliche Verdickungs-, Gelier- und Überzugsmittel verwendet.

Wirkprinzip
Das Salz wirkt als Quellstoff und Ballaststoff-Präparat.

Risiken und Nebenwirkungen
Alginate dürfen nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber Alginsäure besteht. Als gelegentliche Nebenwirkungen werden Völlegefühl, Brechreiz, Verstopfung und Durchfall beschrieben. Bei regelmäßigem Verzehr könnte es zu einer Unterversorgung mit Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen, Mangan und Zink kommen.

Bewertung
In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass es durch Alginat zu einer Sättigung kommt und tatsächlich pro Mahlzeit weniger gegessen wird.


Angela Clausen

Aloe vera

Aloe vera
Eingesetzt werden Saft oder Gel der Pflanze Aloe vera barbadensis mill. oder der südafrikanischen Aloe ferox. Ein Extrakt des gesamten Blatts dient aufgrund seines Anthrachinongehaltes als Abführmittel.

Wirkprinzip
Es ist nicht ersichtlich, welche der Inhaltsstoffe beim Abnehmen Hilfestellung leisten sollten.

Risiken und Nebenwirkungen
Vor allem drohen Magen- oder Darmbeschwerden. Auch wurden allergische Reaktionen beobachtet. Die Verwendung von Aloe-vera-Extrakt zum Abführen ist wegen des krebserregenden und erbgutschädigenden Potenzials der Anthrachinone problematisch. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Verwendung bereits 1996 auf maximal zwei Wochen beschränkt.

Bewertung
Hat mit Abnehmen nichts zu tun. Siehe auch Abführmittel.


Angela Clausen

Apfelessig

Apfelessig
Apfelessig ist Apfelmost, dessen Alkohol von Essigsäure-Bakterien zu Essig vergoren wurde.

Wirkprinzip
Die vielfältig gelobten Eigenschaften des Apfelessigs als Schlankmacher entstammen der Fantasie der Werbetexter. Das enthaltene Pektin ist zwar ein sättigender Quellstoff, aber die enthaltenen winzigen Mengen können kaum groß quellen. Eine Stimulation der Fettverbrennung wird nicht erreicht.

Risiken und Nebenwirkungen
Größere Mengen können leicht abführend wirken.

Bewertung
Apfelessig reduziert nicht das Gewicht - es sei denn, der Genuss verschlägt einem den Appetit.


Angela Clausen

Appetitzügler

Appetitzügler
Appetitzügler sind Arzneimittel, die hemmend auf das Appetitzentrum wirken. Die künstlich erzeugte Appetitlosigkeit wird mit euphorisierenden Substanzen aufgefangen, die für ein inneres Hochgefühl sorgen. Apothekenpflichtig ist der Wirkstoff Norephedrin, verschreibungspflichtig sind Ephedrin, Diethylpropion, Phenylpropanolamin, Sibutramin und Rimonabant. Verboten sind zum Beispiel Produkte mit Amfepramon, Norpseudoephedrin, Mefenorex, Fenfluramin oder Dexfenfluramin.

Wirkprinzip
Appetitzügler bauen kein Fett im Körper ab, sondern täuschen das Hunger- und Sättigungszentrum im Gehirn. Mit der Dauer der Einnahme lässt die Wirksamkeit nach. Meist wird eine Einnahme über höchstens vier Wochen empfohlen. Einige verschreibungspflichtige Appetitzügler dürfen bis zu drei Monate verwendet werden, Sibutramin bis zu ein Jahr.

Risiken und Nebenwirkungen
Appetitzügler können abhängig machen. Weitere mögliche Nebenwirkungen bei Dauergebrauch sind Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Übelkeit, erhöhter Blutdruck und Herzbeschwerden. Bei den meisten Appetitzüglern kann während der Einnahme das Reaktionsvermögen, zum Beispiel im Straßenverkehr, beeinträchtigt sein.

Bewertung
Generell raten wir von Appetitzüglern ab. Sie sollten nur in Ausnahmefällen auf ärztliche Verordnung zu Beginn einer Gewichtsreduktion eingesetzt werden.


Angela Clausen

Ballaststoff-Präparate

Ballaststoffe
Diese Präparate bestehen aus Ballaststoffen, zum Beispiel von Getreide, Zitrusfrüchten, Trockenfrüchten, Fruchtfasern, Milchzucker und anderen Zutaten.

Wirkprinzip
Möglicherweise reduziert das Kauen von Ballaststoff-Tabletten das Hungergefühl. Einige der Inhaltsstoffe wie die Pektine sind in der Lage, stärker zu quellen und so den Mageninhalt zu vergrößern.

Risiken und Nebenwirkungen
Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Sonst kann das ungewollte Gegenteil, nämlich Verstopfung oder sogar ein Darmverschluss eintreten. Bei unkontrollierter Aufnahme isolierter Ballaststoffe kann sich die Versorgung mit Mineralstoffen verschlechtern.

Bewertung
Ballaststoffpräparate helfen bei Verdauungsproblemen, sind aber keine echte Hilfe beim Abnehmen.


Angela Clausen

Carnitin

Carnitin
Carnitin zählt zu den vitaminähnlichen Substanzen. Es ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten.

Wirkprinzip
Carnitin ist mitverantwortlich für die Energiegewinnung des Körpers aus Fettsäuren. Nach dem Motto "mehr Transporteure, mehr Verbrennung" wird damit geworben, dass Carnitin-Präparate zu einer schnelleren Gewichtsabnahme führen. Tatsächlich bilden gesunde Menschen selbst ausreichend Carnitin und nehmen mit der Nahrung noch weiteres Carnitin auf. Präparate können die Fettverbrennung nicht zusätzlich beschleunigen.

Risiken und Nebenwirkungen
Es ist nicht auszuschließen, dass bei einer dauerhaften, hohen Carnitinzufuhr in Form von Pillen der Körper die eigene Produktion einstellt.

Bewertung
Carnitin ist als Schlankheitsmittel unwirksam.


Angela Clausen

Carob

Carob
Carob ist die Hülsenfrucht des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliquia), die in den Ländern des Mittelmeerraums seit vielen Jahrhunderten gegessen wird. Aus ihr wird Galaktomannan gewonnen. Dieser Quellstoff wird als Zusatzstoff E 410 Johannisbrotkernmehl eingesetzt. Zudem enthält die Frucht viele, vorwiegend unlösliche Ballaststoffe.

Wirkprinzip
Galaktomannan bindet gut Wasser. Dadurch erzielt Carob eine gewisse Sättigung, was möglicherweise eine leichte Gewichtsreduktion bewirkt. Zudem senken Inhaltsstoffe des Fruchtmarks die Triglyzeride und das LDL-Cholesterin im Blut. Carob kurbelt wahrscheinlich die Fettverbrennung an.

Risiken und Nebenwirkungen
Bei hoher Dosis ist eine abführende Wirkung möglich. In Einzelfällen kann Carob eine Allergie auslösen.

Bewertung
Carob ist kein Mittel zum Abnehmen.


Angela Clausen

Chitosan

Chitosan
Chitosan wird aus Chitin, einem aus der Schale von Meerestieren gewonnenen Ballaststoff, hergestellt.

Wirkprinzip
Chitosan quillt auf (Quellstoffe) und bildet ein leicht sättigendes Gel. Über die Gelbildung werden ein Teil des Nahrungsfetts sowie andere fettlösliche Stoffe und Gallensäuren gebunden und unverdaut ausgeschieden.

Risiken und Nebenwirkungen
Chitosan ist gefährlich für Personen mit einer Krusten- oder Schalentierallergie. Problematisch ist die mögliche Resorptionshemmung von fettlöslichen Vitaminen und essenziellen Fettsäuren und eventuell auch von Medikamenten. Um die Wirksamkeit der Pille zur Schwangerschaftsverhütung nicht zu mindern, muss ein Zeitabstand von mindestens drei Stunden vor und nach der Einnahme von Chitosan eingehalten werden. Wenn Sie Verdauungsprobleme oder Stoffwechselstörungen haben oder Medikamente nehmen, schlucken Sie Chitosan nur nach Rücksprache mit dem Arzt.

Bewertung
Eine Gewichtsreduktion konnte in verschiedenen Studien nicht bestätigt werden.


Angela Clausen

Cholin

Cholin
Cholin ist ein Phospholipid und Bestandteil des Lecithins. Den täglichen Bedarf produziert der Körper selbst. Lecithin ist natürlicherweise in Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel in Leber, Hühnerei und Soja. Manchen Lebensmitteln wie Mayonnaise oder Schokolade wird es als Emulgator E 322 zugesetzt.

Wirkprinzip
Cholin sorgt dafür, dass sich im Körper Fettsäuren mit Wasser vermengen. Bei einem Mangel kann die Leber verfetten. Allerdings nehmen wir, neben der körpereigenen Produktion, mit dem Essen genügend Cholin auf. Mit der eigentlichen Fettverbrennung hat Cholin nichts zu tun, eine Wirkung auf das Körpergewicht ist nicht bekannt.

Risiken und Nebenwirkungen
Sie sind für Cholin nicht bekannt.

Bewertung
Von einer Gewichtsreduktion durch zusätzliches Cholin kann keine Rede sein.


Angela Clausen

Chrompicolinat

Chrompicolinat
Chrompicolinat ist ein Salz der Picolinsäure.

Wirkprinzip
Chrompicolinat soll den Muskelaufbau auf Kosten des Körperfettanteils fördern, ohne dass Diät oder Sport nötig wäre. Eine verbesserte Insulinwirkung führt tatsächlich zu einer erhöhten Eiweiß-Biosynthese, dieser Effekt äußert sich allerdings erst nach Stunden oder Tagen. Insulin verstärkt aber auch die Umwandlung von Nahrungszucker in Fette, sofern diese nicht durch einen erhöhten Kalorienverbrauch direkt abgebaut werden.

Risiken und Nebenwirkungen
Im Tierexperiment hat Chrompicolinat Erbgutveränderungen, gefährliche Mutationen und Sterilität ausgelöst.

Bewertung
Eine langfristige Wirkung kann, wenn überhaupt, nur bei Dauereinnahme erreicht werden. Wegen möglicher Nebenwirkungen und der Nichtzulassung als Nahrungsergänzungs-Mittel ist von der Einnahme dringend abzuraten.


Angela Clausen

CLA

CLA
Diese Abkürzung steht für so genannte konjugierte Linolsäuren, die in Produkten von Wiederkäuern wie Milchfett oder Fleisch vorkommen.

Wirkprinzip
Die versprochenen Wirkungen über einen Zuwachs an fettfreier Körpermasse wie Muskeln und eine Steigerung der Fettverbrennung in den Fettzellen stammen aus Tierversuchen. Die Ergebnisse aus Studien an Menschen sind widersprüchlich und ließen vor allem bei Frauen keine Wirkung von CLA auf die Körperzusammensetzung erkennen.

Risiken und Nebenwirkungen
Bis heute gibt es keine gesicherte Risikoabschätzung. Bei sehr großen Mengen von mehreren Gramm sind Nebenwirkungen bis hin zur Förderung von Leberkrebs möglich.

Bewertung
Von einer Einnahme wird abgeraten.


Angela Clausen

Diuretika

Entwässerungsmittel
Diuretika entwässern den Körper. Es handelt sich meist um pflanzliche Arzneimittel, aber auch um Nahrungsergänzungs-Mittel.

Wirkprinzip
Entwässerungsmittel fördern die Ausscheidung von Wasser und Kochsalz. Eine Gewichtsabnahme wird nur vorgetäuscht, Körperfett wird nicht abgebaut.

Risiken und Nebenwirkungen
Der Harnsäurespiegel kann im Blut ansteigen, die Blutzuckerwerte können sich verschlechtern und es droht Kaliummangel.

Bewertung
Als Schlankheitsmittel sind Diuretika ungeeignet bis gefährlich.


Angela Clausen

Enzyme

Enzyme
Unter dieser Bezeichnung werden Extrakte aus exotischen Früchten oder deren eiweiß-spaltende Enzyme wie Bromelin oder Papain angeboten. Zum Teil ist auch Laktase, ein Milchzucker spaltendes Enzym, oder Zellulase enthalten.

Wirkprinzip
Produkte mit Enzymen sollen bei der Verdauung von Eiweiß, Laktose oder Zellulose helfen. Eine verbesserte Verdauung nutzt die Nährstoffe besser aus - es wird also genau das Gegenteil eines gewichtsreduzierenden Effekts erreicht. Ein selektives Einschmelzen von Körperfett durch direkten Enzymangriff ist nicht möglich.

Risiken und Nebenwirkungen
Es können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall oder allergische Reaktionen auftreten.

Bewertung
Enzympräparate sind als Schlankheitsmittel wirkungslos.


Angela Clausen

Enzym-Inhibitoren

Enzymhemmer
Enzym-Inhibitoren sind meist Extrakte aus der rohen amerikanischen Kidneybohne, die eine Verdauung der Kohlenhydrate verhindern sollen. Produkte mit den so genannten Kalorien- oder Stärkeblockern werden via Internet und in Apotheken als Nahrungsergänzungs-Mittel verkauft.

Wirkprinzip
Der im Bohnenextrakt enthaltene Stoff Phaseolin soll das Verdauungsenzym alpha-Amylase blockieren, das Stärke aufspaltet. Die Verdauung von Zucker ist nicht betroffen, sondern lediglich stärkehaltige Lebensmittel wie Brot, Nudeln, Kartoffeln, Getreide.

Risiken und Nebenwirkungen
Es kann zu Blähungen und Durchfällen kommen, auch Störungen der Bauchspeicheldrüsen-Funktion sind möglich. Im Extrakt roher Bohnen sind verschiedene giftige Begleitstoffe enthalten.

Bewertung
Mehrere wissenschaftliche Arbeiten stellten eine Unwirksamkeit der Bohnenextrakte beim Menschen fest.


Angela Clausen

Flohsamen (Isphagula)

Flohsamen
Flohsamen sind die Keimlinge des indischen Wegerichs (Plantago ovata, Plantago isphagula). Meist werden die Samenhüllen verwendet.

Wirkprinzip
Flohsamen werden als mildes Abführmittel genutzt. Die enthaltenen löslichen Ballaststoffe sind in der Lage, stark zu quellen und dadurch reichlich Flüssigkeit zu binden ( Quellstoffe). Das führt zu einem Sättigungsgefühl.

Risiken und Nebenwirkungen
In Einzelfällen können Überempfindlichkeits-Reaktionen auftreten. Wichtig ist, gleichzeitig viel zu trinken, wobei das Mittel der Einfachheit halber in Flüssigkeit eingerührt werden kann. Arzneimittel sollten Sie etwa eine halbe Stunde vor den Quellstoffen einnehmen, damit die medizinischen Wirkstoffe nicht gebunden werden.

Bewertung
Quellstoffe haben positive Effekte auf das Gewicht, weil sie sättigen und die Verweildauer im Magen wahrscheinlich länger ist. Eine Gewöhnung an eine gute Magenfüllung bei längerfristiger Einnahme birgt die Gefahr, anschließend wieder zuzunehmen.


Angela Clausen

Gallenfluss fördernde Mittel

Gallenfluss fördernde Mittel
Vor allem Söllkraut (Chelidonium majus), Bärlapp (Lycopodium), Löwenzahnkraut, Pfefferminzblätter und Ar- tischockenblätterextrakt (Cynara scolymus L.) wirken auf diese Weise.

Wirkprinzip
Artischocke enthält größere Mengen von Cynarin, einem Bitterstoff. Er fördert die Bildung von fettverdauendem Gallensaft, schützt die Leberzellen und unterstützt den Fettstoffwechsel. Auch die anderen Kräuter enthalten einen gewissen Anteil Bitterstoffe und unterstützen damit die Fettverdauung leicht.

Risiken und Nebenwirkungen
Diese Mittel dürfen bei einem Verschluss der Gallenwege oder bei Gallensteinen nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden.

Bewertung
Gallenflussfördernde Mittel haben mit Gewichtsreduktion nichts zu tun. Im Gegenteil könnte Fett durch eine verbesserte Verdauung dem Körper erst richtig zur Verfügung stehen.


Angela Clausen

Garcinia cambogia

Tamarinde
Garcinia cambogia wird auch asiatische Tamarinde oder Malabar-Tamarinde genannt. Verwendet wird ein Extrakt der Frucht.

Wirkprinzip
Der Extrakt enthält Hydroxycitronensäure (HCA), die zu einer erhöhten Fettverbrennung beitragen oder der Neubildung von Körperfett entgegenwirken soll. Bislang gibt es keine Studien, die das an Menschen belegen. Die hungerdämpfende Unterstützung wird unter Umständen durch Pektine und andere Ballaststoffe erreicht.

Risiken und Nebenwirkungen
Hierzu gibt es bislang keine Untersuchungen.

Bewertung
Garcinia cambogia allein kann niemandem zu einem niedrigeren Gewicht verhelfen. Entsprechend wird es in der Regel auch nur als Diätunterstützer angeboten. Die enthaltenen Mengen HCA sind meist zu gering für eine Wirkung.


Angela Clausen

Guarana

Guarana
Guarana ist ein in Venezuela und Brasilien heimischer Strauch. Die Samen enthalten in erster Linie Koffein, aber auch noch andere Methylxanthin-Alkaloide wie Theobromin und Theophyllin.

Wirkprinzip
Guarana soll das Zentralnervensystem stimulieren, speziell den Antrieb oder die Wachheit und Aufmerksamkeit. Hinzu kommt eine mögliche Stimulierung der Skelettmuskulatur, es wirkt wahrscheinlich auch schwach entwässernd (Diuretika).

Risiken und Nebenwirkungen
Die Samen können die Wirkung von Appetitzüglern verstärken und die Missbrauchsgefahr dieser Mittel erhöhen.

Bewertung
Als Schlankheitsmittel ist Guarana wenig wirksam.


Angela Clausen

Guarkernmehl

Guarkernmehl
Guarkernmehl ist ein Verdickungsmittel aus dem Samen der Guarpflanze, auch Leguminose genannt. Es ist als Zusatzstoff E 412 in vielen Lebensmitteln enthalten.

Wirkprinzip
Der Samen enthält Guaran, einen Samenschleim. Er ist in der Lage, stark zu quellen (Quellstoffe). Weil es das Volumen des Mageninhalts vergrößert, wirkt Guarkernmehl sättigend. Gleichzeitig fördert es als Ballaststoff die Verdauung.

Risiken und Nebenwirkungen
Guarkernmehl gilt in der Regel als unbedenklich, in Einzelfällen wurden allergische Erscheinungen beschrieben.

Bewertung
Das Mittel erzielt nur eine sättigende Wirkung, wenn man gleichzeitig ausreichend trinkt. Das verbessert dann die Verdauung, hat aber mit Abnehmen nichts zu tun.


Angela Clausen

HCA

Hydroxy-Citronensäure
HCA ist eine Fruchtsäure und in Tamarindenextrakt (Garcinia cambogia) enthalten. HCA wird als Nahrungsergänzungs-Mittel zur Unterstützung bei der Gewichtsreduktion angeboten.

Wirkprinzip
In Tierversuchen soll HCA ein Enzym, die ATP-Citratlyase, hemmen, sodass in der Leber die Umwandlung von Kohlenhydraten in Körperfett unterbunden wird. Bislang gibt es keine Studien, die die Wirksamkeit bei Menschen belegen.

Risiken und Nebenwirkungen
Es liegen keine Studien dazu vor.

Bewertung
Eine Beschränkung der Fettzufuhr ist sicherlich wichtiger und wirksamer, als möglicherweise die Neubildung von Körperfett zu verhindern.


Angela Clausen

Homöopathische Mittel

Homöopathie
Homöopathische Schlankheitsmittel setzen sich aus ganz verschiedenen Heilkräutern mit entsprechender Wirkung zusammen. Es handelt sich meist um registrierte Arzneimittel, die keinen Wirkungsnachweis erbringen mussten, sondern lediglich traditionell angewendet werden.

Wirkprinzip
Die strengen Regeln der klassischen Homöopathie werden bei der Zusammensetzung dieser Mittel nicht immer erfüllt. Inwieweit die enthaltene Menge für eine Wirkung ausreicht, ist fraglich. Jodhaltige Produkte, zum Beispiel mit Fucus, können über eine Stimulation der Schilddrüse zu einem leicht erhöhten Energieverbrauch beitragen. Die meisten Präparate wirken entwässernd (Diuretika) oder abführend (Abführmittel). Dadurch erfolgt allerdings kein echter Gewichtsverlust.

Risiken und Nebenwirkungen
Jodhaltige Mittel können eine Schilddrüsen-Überfunktion verstärken, ansonsten sind allergische Hautreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock möglich.

Bewertung
Meist muss man hier relativ viel Geld für ungesicherte Ergebnisse ausgeben. Tipp: Fragen Sie in der Apotheke nach Studien.


Angela Clausen

Hoodia

Hoodia
Hoodia ist eine afrikanische Kakteenart aus der Familie der Schwalbenwurzgewächse (Asclepiadaceae). Traditionell wird Hoodia von Buschmännern bei der Jagd gegen Hunger, Durst und Erkältungskrankheiten genutzt. 1996 wurde der Wirkstoffextrakt P 57 isoliert und als Appetithemmer an eine Pharmafirma verkauft, ist aber bis heute nicht offiziell auf dem Markt. Trotzdem finden sich im Internet zahlreiche Angebote mit Hoodia-Extrakt. Woher sie kommen und ob sie überhaupt Hoodia enthalten, ist kaum nachzuprüfen.

Wirkprinzip
Der genaue Wirkstoff wurde bisher nicht veröffentlicht, sodass über die Wirkmechanismen nichts bekannt ist. In einer Studie mit 18 Teilnehmern soll P 57 Hungergefühl und Kalorienaufnahme ohne Nebenwirkungen deutlich reduziert haben.

Risiken und Nebenwirkungen
Es existieren weder Standards für den Extrakt noch toxikologische Untersuchungen.

Bewertung
Von der Einnahme der Produkte sollte Abstand genommen werden.


Angela Clausen

Inositol

Inositol
Inositol zählt zu den vitaminähnlichen Stoffen. Es ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden.

Wirkprinzip
Inositol wurde früher auch als lipotroper Faktor bezeichnet, da bei einem künstlich erzeugten Inositolmangel eine Fettanhäufung in der Leber stattfindet. Aufgrund dieser Wirkung gilt es in der Fitnessszene als Fatburner. Allerdings nur, wenn es mit einer Energiezufuhr unterhalb des Bedarfs kombiniert wird - also einer Diät. Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit als Schlankheitsmittel sind nicht bekannt.

Risiken und Nebenwirkungen
Inositol kann die Verfügbarkeit einzelner Mineralstoffe hemmen. Der Stoff muss mit zeitlichem Abstand zu Mahlzeiten und anderen Nahrungsergänzungs-Mitteln eingenommen werden.

Bewertung
Der Körper produziert genau die Inositolmengen, die er benötigt. Eine darüber hinausgehende Einnahme führt nicht zu einer Gewichtsreduktion.


Angela Clausen

Inulin

Inulin
Inulin ist ein Polysaccharid aus Fruchtzucker. Es zählt zu den Ballaststoffen. Inulin wird auch als Präbiotikum zur Unterstützung der Wirkung probiotischer Bakterien eingesetzt.

Wirkprinzip
Durch die Fähigkeit zur Wasserbindung (Quellstoffe) kann Inulin den Sättigungseffekt erhöhen und bei Verstopfung helfen.

Risiken und Nebenwirkungen
Tagesmengen von 10 bis 20 Gramm sind im Allgemeinen nebenwirkungsfrei.

Bewertung
Inulin hat eine leicht sättigende Wirkung - als Schlankheitsmittel ist es nicht geeignet.


Angela Clausen

Konjacmehl

Teufelszunge
Die Konjac-Pflanze, auch Teufelszunge genannt, wird in Höhenregionen Asiens seit circa 3.000 Jahren kultiviert. Verwendet wird die etwa zuckerrübengroße Knolle.

Wirkprinzip
Das Mehl hat einen hohen Anteil löslicher Ballaststoffe und bindet eine große Menge Wasser (Quellstoffe).

Risiken und Nebenwirkungen
Die Teufelszunge darf nicht bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Überempfindlichkeit gegen Konjac oder Zellulose eingenommen werden. Sind Sie früher an Magen oder Darm operiert worden? Dann müssen Sie vor der Einnahme einen Arzt befragen. Trinken Sie nicht ausreichend, kann es zu Magenbeschwerden kommen. Vermutlich verringert sich die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen.

Bewertung
Positive Effekte auf das Gewicht entstehen durch die erreichte Sättigung und eine wahrscheinlich längere Verweildauer im Magen, die zum Verzehr geringerer Mengen führt.


Angela Clausen

Kreatin

Kreatin
Kreatin ist ein Eiweiß-Baustein, den der Körper ausreichend selbst herstellt. Er ist außerdem in tierischen Lebensmitteln enthalten.

Wirkprinzip
Die Hauptaufgabe des Kreatins im Körper ist die schnelle Regenerierung der Energiedepots. Eine vermutete leistungssteigernde Wirkung durch zusätzliche Gaben ließ sich bisher nicht eindeutig belegen. Beobachtet wurde eine Gewichtszunahme durch vermehrte Wassereinlagerung.

Risiken und Nebenwirkungen
Eine Aufnahme von bis zu drei Gramm pro Tag stellt wohl auch längerfristig kein Risiko dar.

Bewertung
Kreatin hat keinerlei Wirkung auf die Gewichtsreduktion.


Angela Clausen

Leinsamen

Leinsamen
Leinsamen sind braune oder goldgelbe Samenkörner der Lein- oder Flachspflanze (Linum usitatissimum).

Wirkprinzip
Leinsamen sind ein Abführmittel. Der im Samen enthaltene Schleim quillt im Darm auf und beschleunigt die Darmentleerung.

Risiken und Nebenwirkungen
Leinsamen ist häufig mit Cadmium belastet. Empfohlen werden daher maximal 20 Gramm täglich.

Bewertung
Leinsamen sind als Schlankheitsmittel völlig ungeeignet. Im Gegenteil werden mit gequetschtem Leinsamen circa 200 bis 250 Kilokalorien pro 100 Gramm, mit geschrotetem Leinsamen circa 400 bis 500 Kilokalorien pro 100 Gramm zugeführt.


Angela Clausen

Madar

Madar
Madar ist ein Extrakt aus der Wurzelrinde des asiatischen Madarstrauchs (Calotropis gigantea). Er ist als homöopathischer Wirkstoff auf dem Markt.

Wirkprinzip
Möglicherweise reguliert Madar den Hunger und die Sättigung. Es soll nach Erfahrungsberichten wohl tatsächlich weniger gegessen werden, auch wenn das nicht mit den geläufigen biochemischen Reaktionsmechanismen erklärt werden kann.

Risiken und Nebenwirkungen
Sie sind für Madar nicht bekannt.

Bewertung
Die Einnahme von Madar ist eine traditionelle Anwendung, die auf Erfahrungswerten basiert (homöopathische Mittel). Die Tabletten werden auch für den Einsatz bei Kindern ab dem Schulkindalter empfohlen, was wir ablehnen. Kinder sollen möglichst frühzeitig ein richtiges, anderes Ess- und Bewegungsverhalten erlernen und sich nicht an einer lebenslangen Tabletteneinnahme orientieren.


Angela Clausen

Mate

Mate
Mate stammt vom immergrünen Matestrauch (Ilex paraguariensis). Der Tee ist ein südamerikanisches Nationalgetränk. Als Zutat von Tees wird Mate als Schlank- macher angeboten.

Wirkprinzip
Mate regt an, soll den Hunger bremsen und wirkt leicht harntreibend (Diuretika).

Risiken und Nebenwirkungen
Eine gewisse psychische Abhängigkeit ist möglich. Mancher Magen reagiert auf die enthaltenen Gerbstoffe empfindlich.

Bewertung
Als Schlankheitsmittel ist Mate wenig wirksam. Kurz gesagt: überflüssig, aber unschädlich.


Angela Clausen

MCT-Fette

MCT-Fette
MCT-Fette sind Triglyceride, die Fettsäuren mittlerer Kettenlänge enthalten (englisch: medium-chain triglyceride). In der Natur kommen sie hauptsächlich in Palmkernöl und Kokosfett vor. Streichfette und Öle, die diese Fette enthalten, haben sich seit einigen Jahren als Diätlebensmittel für Menschen mit Fettverdauungsstörungen und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bewährt.

Wirkprinzip
MCT-Fette liefern circa eine Kilokalorie pro Gramm weniger Energie als normale Fette. Zusätzlich verursachen sie eine höhere Wärmeentwicklung nach der Mahlzeit. Damit lassen sich pro Tag nochmals circa 80 bis 120 Kilokalorien einsparen. Nach etwa zwei Wochen passt sich der Stoffwechsel an die veränderte Energiezufuhr an, sodass die geringen Vorteile schwinden.

Risiken und Nebenwirkungen
Es können Unverträglichkeits-Reaktionen wie Übelkeit, Blähungen und Bauchschmerzen auftreten. Bei langfristigem Einsatz muss auf die Deckung des Bedarfs an essenziellen Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen geachtet werden.

Bewertung
Der Kalorien sparende Effekt ist sehr gering, binnen zwei Wochen Diät beträgt er nur etwa 1.400 Kilokalorien, ungefähr die Hälfte eines normalen Tagesbedarfs.


Angela Clausen

Noni-Saft

Noni-Saft
Der Saft stammt aus den kartoffelgroßen Früchten eines indischen Maulbeerbaums. Während bei den bei uns angebotenen Produkten der Fruchtsaft Verwendung findet, werden in Polynesien Wurzeln, Rinde und Blätter als Naturheilmittel angesehen. Noni-Saft ist als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Andere Noni-Produkte sind in der EU verboten. Noni-Kapseln werden via Internet oder von Direktversendern mit Firmensitz außerhalb der Europäischen Union angeboten.

Wirkprinzip
Wurzeln und Rinde der Pflanze enthalten verschiedene Anthrachinone. Diese sind auch in pflanzlichen Abführmitteln wie Sennes und Aloe enthalten. Für den Saft dürfen diese Pflanzenteile aber nicht verwendet werden. Die Werbung preist einen hohen Gehalt an "Proxeronin, einer Vorstufe des körpereigenen Alkaloids Xeronin" an, aber beide Stoffe sind in der Fachliteratur nicht zu finden.

Risiken und Nebenwirkungen
Es sind einige Fälle von Leberschädigungen bekannt geworden. Eine Menge von 30 Milliliter pro Tag sollte daher nicht überschritten werden.

Bewertung
Noni-Saft ist einfach ein Fruchtsaft. Er hat macht weder schlank noch enthält er Nährstoffe, die besonders wirken.


Angela Clausen

Orlistat

Orlistat
Der Wirkstoff Orlistat zählt zu den Enzyminhibitoren. Er ist Bestandteil von Diätkapseln eines Pharmaherstellers. Das verschreibungspflichtige Medikament sollte nur bei schwer übergewichtigen Personen angewendet werden - ab einem Body-Mass-Index über 30 beziehungsweise über 27, wenn gleichzeitig ein weiterer Risikofaktor wie Diabetes oder Bluthochdruck vorliegt. Und zur medikamentösen Therapie sollte eine Ernährungs- sowie möglichst eine Bewegungstherapie hinzukommen.

Wirkprinzip
Orlistat blockiert das Enzym Lipase, das für die Fettverdauung zuständig ist. Dadurch kann der Körper circa ein Drittel des zugeführten Fetts nicht nutzen und scheidet es mit dem Stuhl wieder aus.

Risiken und Nebenwirkungen
Wird die Ernährung nicht gleichzeitig auf fettarme Kost umgestellt, kommt es zu Durchfällen bis hin zur Stuhlinkontinenz sowie unter Umständen zu einer Unterversorgung mit fettlöslichen Vitaminen und essenziellen Fettsäuren. Fettlösliche Medikamente werden mit den nicht resorbierten Fetten ausgeschieden und sind für den Körper nicht mehr verfügbar.

Bewertung
Orlistat ist kein Schlankheitsmittel für leicht Übergewichtige. Die Entscheidung für das Verschreiben dieses Medikaments obliegt dem behandelnden Arzt. Vom rezeptfreien Kauf im Internet raten wir unbedingt ab!


Angela Clausen

Pektin

Pektin
Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der in allen Pflanzen, vor allem aber in Obst und Gemüse, vorkommt. Als Zusatzstoff E 440 werden Pektine als Verdickungs- und Geliermittel genutzt.

Wirkprinzip
Pektin ist in der Lage, stark zu quellen (Quellstoffe), mit Flüssigkeit bildet sich eine Art Gel. Durch die Volumenvergrößerung hat Pektin eine sättigende Wirkung. Es erreicht zu 90 Prozent unverdaut den Dickdarm und wirkt so als Ballaststoff verdauungsfördernd. Insgesamt führt Pektin zu verlängerten Sättigungsphasen und kann damit die Gewichtsreduktion unterstützen.

Risiken und Nebenwirkungen
Pektin gilt als unbedenklich.

Bewertung
Eine verbesserte Verdauung hat mit Abnehmen nichts zu tun. Wer länger satt ist, isst eventuell weniger - und kann möglicherweise dadurch etwas abnehmen.


Angela Clausen

Phenyl-Propanol-Amin

Phenyl-Propanol-Amin
Phenyl-Propanol-Amin (PPA) ist ein verschreibungspflichtiger Appetitzügler, der seit dem Jahr 2000 im Rahmen eines Risikobewertungsverfahrens vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte überprüft wird.

Wirkprinzip
PPA aktiviert einen Teil des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) und erhöht die Leistungsfähigkeit. Außerdem wird eine hemmende Wirkung auf das Appetitzentrum im Gehirn vermutet. Der Wirkstoff darf nur maximal vier Wochen zur vorübergehenden Unterstützung anderer Maßnahmen zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden.

Risiken und Nebenwirkungen
Der Körper gewöhnt sich schnell an das Mittel, was zu einer Dosissteigerung und bis hin zur Abhängigkeit führen kann. Große Mengen Koffein verstärken die Wirkung. Bei Einnahme PPA-haltiger Appetitzügler ist das Risiko für das Auftreten von Schlaganfällen erhöht. Sonstige Nebenwirkungen sind Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Blutdruckanstieg. Die Wirkung anderer Medikamente kann verstärkt oder abgeschwächt werden. So steigt zum Beispiel der Blutdruck an.

Bewertung
Wegen des zweifelhaften Erfolgs und des hohen Risikos der Nebenwirkungen raten wir von der Einnahme ab.


Angela Clausen

Pu-Erh

Pu-Erh
Das sind Blätter und Knospen vom Teebaum oder Teestrauch, die anders fermentiert sind als bei schwarzem oder grünem Tee. Der Tee wird auch als Extrakt in Kapselform vertrieben.

Wirkprinzip
Den mitunter beworbenen Effekt als Fatburner gibt es nicht.

Risiken und Nebenwirkungen
Die empfohlenen Trinkmengen von mindestens 1,5 Liter Pu-Erh-Tee pro Tag sind problematisch, da der Koffeingehalt in etwa dem von Schwarztee entspricht. Durch die enthaltenen Gerbstoffe können, vor allem wenn der Tee länger zieht, Mineralstoffe gebunden werden, die dem Körper damit nicht mehr zur Verfügung stehen. In den vergangenen Jahren wurde bei zahlreichen Proben eine zu hohe Belastung mit DDT und anderen Pflanzenschutzmitteln festgestellt.

Bewertung
Pu-Erh-Tees sind ganz sicher keine Schlankmacher.


Angela Clausen

Quellstoffe

Quellstoffe
Als Quellstoffe werden wasserlösliche Ballaststoffe bezeichnet.

Wirkprinzip
Diese Wirkstoffe können bis zum 15-fachen ihres Ursprungsvolumens aufquellen. Durch die Volumenvergrößerung wird im Magen ein Sättigungsreiz ausgelöst. Quellstoffe in Kapselform haben oft eine geringere Quellfähigkeit auf nur etwa das Zwei- bis Dreifache ihres Ursprungsvolumens.

Risiken und Nebenwirkungen
Quellstoffe können Magendruck und ein Völlegefühl auslösen. Bei unkontrollierter Aufnahme isolierter Ballaststoffe kann es zu einer Verschlechterung der Versorgung mit Mineralstoffen kommen, da diese zusammen mit Wasser gebunden werden. Quellstoffe sollten nur bei einer vermehrten Flüssigkeitsaufnahme von circa zwei Litern pro Tag verzehrt werden, sonst besteht bei längerer Anwendung die Gefahr eines Darmverschlusses.

Bewertung
Um eine wirklich wirksame Sättigungswirkung zu erzielen, müssen jeweils mehrere Gramm zugeführt werden. Das ist längst nicht bei allen Präparaten der Fall. Die Einnahmemenge sollte mit der Zeit reduziert werden, damit sich der Magen wieder an kleinere Füllmengen gewöhnt.


Angela Clausen

Rimonabant

Rimonabant
Der Wirkstoff zählt zu den verschreibungspflichtigen Appetitzüglern. In Deutschland ist Rimonabant seit Herbst 2006 erhältlich.

Wirkprinzip
Rimonabant ist der erste Wirkstoff einer neuen Klasse von CB1-Rezeptor-Blockern. Dabei wird unter anderem die Lust auf Nahrungsaufnahme gehemmt. Die bisher vorliegenden Studien zeigen nach einem Jahr eine Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent, einen reduzierten Taillenumfang sowie verbesserte Blutfett- und Zuckerwerte.

Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind Übelkeit, Schwindel, Durchfall und Erbrechen, seltener Kopfschmerz und depressive Symptome, Gesichtsschwellungen, Nesselsucht und Juckreiz. Grundsätzlich ist die Sicherheit in der Anwendung beim Menschen über zwei Jahre belegt. Es besteht aber Suizidgefahr bei Personen, die an Depressionen leiden oder Antidepressiva einnehmen, die Einnahme ist dann untersagt. In den USA ist das Mittel nicht zugelassen. Sie sollten diese Produkte keinesfalls ohne ärztliche Verschreibung einnehmen.

Bewertung
Unseres Erachtens überwiegen derzeit die Risiken. Eine Einnahme sollte nur unter strengster ärztlicher Kontrolle erfolgen. Langfristig ist Rimonabant nur wirksam bei gleichzeitiger Verhaltens-, Ernährungs- und Bewegungstherapie.


Angela Clausen

Schlankheits-Tees

Schlankheits-Tees
Schlankheits-Tees werden nicht nur unter diesem Namen, sondern auch als Tees zur Blutreinigung, zur Entschlackung, zum Fasten oder zur Unterstützung des Fastens angeboten.

Wirkprinzip
Eine schlankmachende Wirkung wird mit den Tees nicht erreicht. Je nach Zusammensetzung führen sie ab, entwässern oder sättigen durch die Zufuhr warmer Flüssigkeit.

Risiken und Nebenwirkungen
Durch den Wasserverlust bei entwässernden (Diuretika) oder verdauungsfördernden Tees (Abführmittel) kommt es langfristig zu Verlusten von Elektrolyten wie Kalium oder Natrium. Aus diesem Grund sollten sie nur in der ärztlichen Therapie, zum Beispiel bei Wasseransammlungen im Gewebe, eingesetzt werden.

Bewertung
Wir raten von entwässernden und abführenden Tees als Schlankheitsmittel dringend ab.


Angela Clausen

Sibutramin

Sibutramin
Sibutramin zählt zu den Appetitzüglern. Der Wirkstoff ist Bestandteil in Diätkapseln von Pharmafirmen. Das verschreibungspflichtige Medikament ist laut Hersteller bei Personen angezeigt, bei denen eine Gewichtsreduktion von 14 Kilogramm und mehr notwendig ist.

Wirkprinzip
Sibutramin verhindert die Aufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn. Auf diese Weise nimmt das Sättigungsgefühl zu, der Grundumsatz des Körpers, also der Kalorienverbrauch in Ruhe, steigt. Der Erfolg ist abhängig von den Genen des Abnehmwilligen. Eine zweijährige Studie beobachtete einen Jo-Jo-Effekt mit Wiederanstieg des Gewichts nach Absetzen des Mittels.

Risiken und Nebenwirkungen
Möglich sind ein erhöhter Blutdruck und Herzrasen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Verstopfung, Gedächtnisstörung und Schlaflosigkeit. Nicht geeignet ist das Mittel bei Menschen mit einem nicht ausreichend eingestellten Blutdruck, einer Magersucht oder bei der Einnahme von Medikamenten aus der Gruppe der MAO-Hemmer oder von Appetitzüglern. Seit der Markteinführung im Jahr 1998 wurden in den USA über 150 Verdachtsfälle von schweren Herzerkrankungen und 50 verdächtige Todesfälle dokumentiert. Auf europäischer Ebene wird derzeit eine Neubewertung anhand einer Fünfjahresstudie vorgenommen.

Bewertung
Das Institut für Arzneimittelinformation rät aufgrund der Nebenwirkungen von einer Verordnung ab. Sie sollten Vorteile und Risiken besonders sorgsam abwägen.


Angela Clausen

Spirulina

Spirulina
Spirulina ist eine Süßwasser-Mikroalge, die vor allem in alkalihaltigen Seen wie in Mexiko oder im Tschad wächst.

Wirkprinzip
Der appetithemmende Effekt soll durch den hohen Gehalt bestimmter Aminosäuren hervorgerufen werden. Biochemisch ist eine solche Wirkung nicht nachvollziehbar. Einige Doppelblind-Crossover-Studien haben keine Wirksamkeit bezüglich einer Gewichtsreduktion feststellen können.

Risiken und Nebenwirkungen
Unter Umständen können allergische Reaktionen auftreten.

Bewertung
Als Schlankheitsmittel ist Spirulina unwirksam.


Angela Clausen

Weizenkleie

Weizenkleie
Unter Weizenkleie versteht man die Randschichten des Weizenkorns.

Wirkprinzip
Sie wirken wie Ballaststoff-Präparate.

Risiken und Nebenwirkungen
Bei Einnahme von Weizenkleie ist ausreichendes Trinken unbedingt nötig, da es ansonsten zu Verstopfung kommen kann.

Bewertung
Ballaststoffe können zu einer etwas besseren Sättigung beitragen, sodass unter Umständen insgesamt weniger gegessen wird. Allerdings tragen lösliche Ballaststoffe (Quellstoffe) weitaus mehr zur Sättigung bei als Weizenkleie.


Angela Clausen