Wer ist hier dick?

Für Ärzte und Wissenschaftler ist Übergewicht kein ästhetisches Problem, sondern ein gesundheitliches, das sich messen lässt. Mit dem Forschungsstand verändern sich die Methoden dafür.

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Gerade das Bauchfett gilt als ungesund©

Dicke wissen, dass sie dick sind - sollte man meinen. Doch das ist wohl ein weitverbreiteter Irrtum. In einer britischen Befragung von mehr als 2000 Männern offenbarte sich, dass ein erheblicher Teil zwar einen ordentlichen Wanst hatte, diesen aber leugnete. Bei Frauen sei das bei Weitem nicht so ausgeprägt, sagte Jane Wardle aus London, Leiterin der Studie. Von ihnen wüssten deutlich mehr, dass sie Übergewicht haben.

Schon für den Hausgebrauch genügt es also nicht unbedingt, in den Spiegel zu schauen. Ärzte und Ernährungsberater brauchen erst recht objektive Kriterien, um zu sehen, ob das Gewicht schon ein gefährliches Maß erreicht hat. Inzwischen existieren verschiedene Formeln und Richtwerte, um zu ermitteln, ob ein Mensch dick oder sogar fettleibig ist. Einige von ihnen sind umstritten, vor allem der weithin bekannte, aber vereinfachende Body-Mass-Index (BMI). Ganz ausgedient hat er unter Fachleuten dennoch nicht - schon weil seit Jahren fast alle Studien, die Übergewicht und seine gesundheitlichen Folgen bewerten, auf ihm basieren und die Erfolge neuer und alter Methoden anhand dieses Werts besser vergleichbar sind.

Als aussagekräftiger gelten heute der Taillenumfang (englisch: waist circumference) und das Verhältnis von Taille zu Hüfte (englisch: waist-to-hip-ratio). Mit ihnen lässt sich das individuelle Risiko für Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall besser erfassen, außerdem sind sie ohne größere Rechenkünste mit einem Maßband einfach zu ermitteln.

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