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Schön füllig - oder zu dick?

Schokolade essen wie Brot - manche Menschen bringen das fertig. Die meisten nehmen davon zu. Denn es gilt: Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er braucht, legt Fettreserven an.

Schokolade

Schokolade ist Nervennahrung - aber sie füllt auch die Fettzellen des Körpers auf

Fettzellen kommen einem oft reichlich überflüssig vor. Dabei gibt es gute Gründe, warum der Körper sie hat: Sie speichern Energie, schützen Organe vor Stößen und isolieren gegen Kälte. Und sie steuern die Immunabwehr. Sie können also das Leben retten - aber es auch zerstören.

Versammeln sich viele, dicke Fettzellen an Bauch, Oberschenkeln oder Po, fühlen sich viele Menschen nicht schön. Doch Mediziner und Forscher warnen, dass zu viele Kilos krank machen: Je höher das Gewicht, desto wahrscheinlicher tritt Diabetes ein. Der Blutdruck kann steigen und der Fettstoffwechsel durcheinander geraten. Auch Schlaganfälle, überlastete Gelenke und andere Beschwerden drohen dann.

Wie so oft im Leben, kommt es auf die richtige Balance an: Wenn man ebenso viel Energie zu sich nimmt, wie man verbraucht, bleibt nichts hängen. Überzählige Kalorien im Körper bilden hingegen Fettpolster. Daraus entsteht Übergewicht.

Viele Dicke haben eine Veranlagung für Fülle

In Deutschland wiegen zwei von drei erwachsenen Männern zu viel, bei den Frauen ist es jede zweite. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig. Die Menschen essen also zu viel und bewegen sich zu wenig. So einfach ist das - oder vielleicht doch nicht?

Diäten und pauschale Ernährungsratschläge allein lösen das Massenproblem nicht. Denn weitere Faktoren entscheiden mit, ob jemand übergewichtig wird: Viele Übergewichtige erben die Veranlagung oder lernen schon im Elternhaus, mit dem Thema Essen falsch umzugehen - oder beides. Zudem spielt auch ihre psychische Verfassung eine Rolle.

Der Traum aller Übergewichtigen: eine Pille zum Abnehmen

Wissenschaftler sind noch dabei, die entscheidenden Zusammenhänge im Körper zu entschlüsseln: Sie fahnden nach Genen, die dick machen, und nach Mechanismen, die dafür sorgen, dass Menschen sich hungrig oder satt fühlen. Sie untersuchen, wie der Stoffwechsel durcheinander geraten kann. Allerdings sind die Zusammenhänge so komplex, dass es nach bisherigen Erkenntnissen kaum möglich erscheint, das Gewicht von außen steuern zu können, etwa mithilfe von Medikamenten.

Erste Antworten auf die Frage, warum manche Menschen folgenlos naschen können und andere bei ähnlichen Essgewohnheiten Kilo um Kilo zulegen, gibt es schon. Klar ist auch: Die Veranlagung zum Dicksein ist Schicksal - dick zu werden und dick zu bleiben aber nicht. Zwar wünschen sich viele Übergewichtige abzunehmen, aber den meisten fällt es extrem schwer, ihr Leben langfristig umzustellen: Fünf Jahre nach einer Diät, so zeigen Statistiken, sind viele so dick wie zuvor oder sogar noch dicker.

Damit Betroffene den Kampf gegen die Kilos nicht frustriert aufgeben, ist es wichtig, dass sie verstehen, warum sie übergewichtig sind und sich die damit verbundenen Risiken klarmachen. Wer sich ausgewogen ernährt, sich regelmäßig bewegt und lernt, mit Stress richtig umzugehen, hat eine Chance - wenn er bereit ist, wirklich etwas zu ändern. Diese Maßnahmen helfen auch dabei, gar nicht erst zu dick zu werden.

Ursachen

Ob jemand dick wird oder nicht, entscheidet die Energiebilanz: Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbrauchen kann, nimmt auf Dauer zu. Doch das ist von Mensch zu Mensch verschieden: Ob, wie viel und wie schnell eine Person in der Vergangenheit zugenommen hat und in der Zukunft zunehmen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Dabei erbt nicht jeder Mensch das gesamte Speicherprogramm, das vor Jahrtausenden zum Überleben nötig war. Es gibt Familien mit dicken und dünnen Kindern. Manche Menschen nehmen rasch zu, andere fast gar nicht. Forscher schätzen den Einfluss der Gene auf 60 bis 70 Prozent.

Die Veranlagung bestimmt den Energieverbrauch

Wenn die Gene einen Menschen besonders schnell hungrig werden lassen und er dafür sorgt, dass er wenig von der Energie verbraucht, hat er schlechte Karten. Auch wenn er durch Sport nur äußerst mühsam Fett verliert oder sich erst gar nicht viel bewegt, sind möglicherweise die Gene mit Schuld daran.

Manche Forscher meinen auch, dass die Geschmacksknospen, die auf der Zunge sitzen, bei manchen Menschen genetisch bedingt so sensibel auf Bitteres reagieren, dass sie Süßes lieben und Gemüse verabscheuen - die Gefahr, sich ungünstig zu ernähren und zuzunehmen, steigt.

Satt oder nicht satt - das bestimmt das Gehirn

Über das Gewicht entscheidet aber auch das Gehirn. Es steuert den Energiestoffwechsel: Als oberste Schaltstelle verteilt es Nährstoffe an Muskeln, Organe oder Gewebe - wobei es immer an sich selbst zuerst denkt. Bekommt das Gehirn Hunger, sendet es ein unmissverständliches Signal: Essen!

Gehirn, Nervenimpulse und Botenstoffe arbeiten meist zusammen, um den Energiestoffwechsel im Gleichgewicht zu halten. Auch das Gefühlszentrum im Kopf, das limbische System, spielt eine wesentliche Rolle. Neuere Forschungen zeigen, dass bei stark Übergewichtigen dieses fein abgestimmte System oft gestört ist.

Wenn Nahrung tröstet, wird oft zu viel gegessen

Entscheidend für das Gewicht ist außerdem, was man als Kind in der Familie über das Essen gelernt hat. Kinder aus Familien mit ungesundem Lebensstil haben ein deutlich erhöhtes Risiko zuzunehmen: Wer immer essen kann, was und wann er will, stundenlang vor dem Fernseher oder dem Computer sitzt oder stets ohne Frühstück in die Schule geht, leidet oft auch als Erwachsener an Übergewicht.

Essen hat auch eine wichtige psychologische Funktion: Wenn ein Mensch Nahrung braucht, um sich zu trösten, zu beruhigen oder zu belohnen, verlernt sein Körper zu spüren, wann er wirklich hungrig ist und wann er sich bereits satt fühlt. Und das Essen wird zum Ersatz für etwas, was er anders nicht fühlen kann - das kann süchtig machen. Auch wenn er sich ständig zusammenreißt und extrem streng mit sich ist, ist das gefährlich: Für Fressanfälle ist er dann besonders empfänglich.

Risiken

Jede Fettzelle enthält nicht nur einen Öltropfen, der Energie speichert. Fettzellen stecken auch voller Hormone, Boten- und Entzündungsstoffe. Im Körper eines Erwachsenen gibt es zwischen 40 und 120 Milliarden Fettzellen - schon deshalb haben sie einen so großen Einfluss auf die Gesundheit. Problematisch im Hinblick auf Entzündungsstoffe sind aber vor allem die Fettzellen am Bauch. Jene am Po und an den Oberschenkeln sind weniger aktiv.

Wird eine Fettzelle gut gefüttert, kann sie sich derart aufplustern, dass die kleinen Kugeln einen Durchmesser von bis zu einem fünftel Millimeter erreichen und mit bloßem Auge zu sehen sind. Das Problem: Je größer die Fettzellen sind, desto mehr entzündungsfördernde Stoffe wie Zytokine und Adipokine stellen sie her.

Diese können Entzündungen begünstigen - besonders in den Wänden der Adern. Zytokine und Adipokine lassen die Zellen auch schlechter auf Insulin reagieren. Zudem sind sie verantwortlich dafür, dass sich Blutgerinnsel schlechter auflösen. Schwergewichte leiden deswegen häufiger an Erkrankungen wie Arterienverkalkung, Diabetes Typ 2 und Herzinfarkt.

Plattfüße und Knieschmerzen sind die harmlosen Folgen

Bei Übergewichtigen erhöht sich das Risiko

  • für das Herz-Kreislauf-System: Der Blutdruck kann sich erhöhen, Schlaganfall oder Herzinfarkt drohen.
  • für den Stoffwechsel: Betroffene bekommen eher Diabetes oder einen erhöhten Cholesterinspiegel.
  • für den Bewegungsapparat: Plattfüße und Gelenkprobleme werden aufgrund ständiger Überlastung wahrscheinlicher.
  • für bestimmte Krebserkrankungen: Je mehr Übergewicht, desto wahrscheinlicher entsteht ein Krebs im Dickdarm, in der Brust oder in der Gebärmutter.

Übergewichtige bekommen überdurchschnittlich oft gleichzeitig Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen - Fachleute sprechen dann vom sogenannten Metabolischen Syndrom.

Therapie

Auch wenn viele die Hoffnung schon aufgegeben haben: Fast jeder Mensch kann seine prallen Fettzellen wieder klein und gesund schrumpfen. Allerdings sollte er bereit sein, seine Gewohnheiten zu ändern, sich gesünder zu ernähren und sich mehr zu bewegen.

Experten raten, lieber langsam, dafür aber dauerhaft abzunehmen, als schnelle Erfolge zu feiern und womöglich den Jojo-Effekt zu erleben.

Diäten können hilfreich sein, wenn sie den Abnehmwilligen darin unterstützen, sich dauerhaft ausgewogener und gesünder zu ernähren und er das durchhält. Radikale oder einseitige Diäten und Hungerkuren sind hingegen gefährlich. Fasten und Entschlackungskuren mögen Körper und Seele zwar gut tun und das Gewicht kurzfristig senken. Für eine langfristige, größere Gewichtsabnahme sind sie aber - wie viele Diäten - nicht der richtige Weg und können sogar gefährlich sein.

Bewegung ist sehr wichtig beim Abnehmen - denn man will ja mehr Energie verbrauchen, als beim Essen aufnehmen. Und es kurbelt den Stoffwechsel an.

Pillen und Operationen - der letzte Ausweg

Schlankheitspillen haben schwere Nebenwirkungen - ein bequemer Weg zum Wunschgewicht sind sie nicht. Sie sollten, falls überhaupt, nur in Absprache mit einem Arzt genommen werden. Operationen an Magen und Darm können für stark Übergewichtige der letzte Ausweg aus der Fettleibigkeit sein. Fettabsaugen, Bauch- und Oberschenkelstraffungen gehören in den Bereich der Schönheitschirurgie - sie helfen nicht, längerfristig abnehmen.

Tipps

Auch in einer kräftigen Figur kann ein gesunder Organismus stecken. Achten Sie aber darauf, dass Sie gewisse Grenzen nicht überschreiten - dabei kann der Body Mass Index (BMI) helfen. Holen Sie sich professionelle Hilfe, wenn Sie stark übergewichtig sind und schon mehrere Diäten erfolglos hinter sich gebracht haben. Wer auf eigene Faust abnimmt und nicht durch ein langfristiges Therapiekonzept unterstützt wird, hält auf Dauer selten durch: Die Rückfallquote liegt bei über 95 Prozent.

Kinder, die schon ab dem vierten Lebensjahr dick werden, sind gefährdet, später auch als dicker Erwachsener zu enden. Steuern Sie als Eltern rechtzeitig gegen: Kontrollieren Sie, was Ihre Kinder essen und gehen Sie eventuell in eine Ernährungssprechstunde.

Expertenrat

stern.de-Experte Professor Hans Hauner, Ernährungsmediziner von der Technischen Universität München, beantwortet Ihre Fragen:

Woran erkenne ich, ob mein Übergewicht schädlich ist?

Übergewicht schadet sicher nicht jedem Menschen, erhöht aber grundsätzlich das Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten. Das Spektrum reicht von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Krankheiten über Krebskrankheiten bis hin Krankheiten der Gelenke. Da man dieses Risiko im Einzelfall nicht vorhersagen kann, sollte man bei Übergewichtigen immer wieder nach möglichen Komplikationen fahnden. Wichtig ist auch die Verteilung der zusätzlichen Pfunde. Diese sind am Bauch viel schädlicher als an den Hüften oder Oberschenkeln, weil die Fettzellen dort einen aktiveren Stoffwechsel haben als im Unterhautfettgewebe. Deshalb sind Männer eigentlich stärker als Frauen von solchen Komplikationen bedroht.

Gibt der Body-Mass-Index (BMI) einen zuverlässigen Hinweis?

Der BMI ist ein gutes Maß der Fettmasse, sagt aber nicht so viel über das Gesundheitsrisiko aus. Für letzteres ist eher das Fettverteilungsmuster aussagefähig, das über den Taillenumfang gemessen werden kann. Ein Taillenumfang über 88 cm bei der Frau und über 102 cm beim Mann zeigt bereits ein deutlich erhöhtes Risiko für die genannten Folgeschäden an. Aber auch bei einem BMI über 30 geht dieses Risiko kräftig in die Höhe, sodass wir ab diesem Wert eine Gewichtsabnahme empfehlen.

Woran erkenne ich, dass ich bereits Folgeprobleme habe?

Es gibt viele Hinweise, ein guter ist die Kurzatmigkeit. Die Symptome sind aber oft untypisch und werden meist nicht mit dem Übergewicht in Zusammenhang gebracht oder gerne auch einfach ignoriert. Wer es genau wissen will, sollte daher zu seinem Hausarzt gehen und sich dort untersuchen lassen.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Medikamente oder Operationen, die Übergewicht senken können, oft nicht. Warum nicht?

Die Krankenkassen haben Angst vor den Kosten, da sehr viele Menschen für diese Behandlungen in Frage kämen und dann das System zusammenbrechen könnte. Adipositas ist in Deutschland nicht als Krankheit anerkannt.

Eine Änderung dieser Situation - die im Grunde längst überfällig ist - würde zu einem Rechtsanspruch auf Behandlung führen. Das würde für die Kassen sicher teuer. So aber muss übergewichtiger Patient erst warten, bis er die Folgeschäden erleidet, bevor er eine Chance bekommt, dass auch sein Übergewicht behandelt werden darf. Das ist ethisch nicht vertretbar.

Nach meiner Ansicht wäre es aber auch ein wirtschaftliches Gebot, mehr in die Vorbeugung von Übergewicht zu investieren. Dies zahlt sich leider nicht kurzfristig aus - Krankenkassen denken und entscheiden nur kurzfristig - und ist daher für die Verantwortlichen nicht populär. Aber alle Gesundheitsökonomen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, sehen bei rechtzeitiger Prävention beziehungsweise Intervention ein erhebliches Sparpotenzial: im Hinblick auf die vermeidbaren Folgekosten für die Behandlung von Typ-2-Diabetes, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die viele anderen Krankheiten. Die Krankenkassen sparen am falschen Ende.

Kann denn verhindert werden, dass immer mehr Menschen immer dicker werden?

Im Grunde müsste man die Rahmenbedingungen ändern, sonst haben wir keine Chance. Unsere Gesellschaft verführt zum Überessen und zum Schlaffsein. Der Gebrauch von Autos, Rolltreppen, Fahrstühlen und anderen Maschinen nimmt weiter zu - wir tun alles, um den Menschen Muskelarbeit abzunehmen.

Hinzu kommt, dass man an jeder Ecke Fast Food angeboten bekommt - von Pizza bis zum Schokoriegel. Auch wenn man eigentlich keinen Hunger hat, wird man zum Essen verführt. Gerade junge Menschen haben oft keine festen Essenszeiten mehr. Sie essen ständig nebenher, was eine Kontrolle über die Energieaufnahme schwierig macht. Die Menschen brauchen Spielregeln, wann gegessen wird. Drei anständige Mahlzeiten genügen in der Regel. Zwischenmahlzeiten liefern meist nur Kalorien extra.

Forschung

Menschen, die eine Diät gemacht haben, sind nach fünf Jahren genau so dick wie zuvor. Viele haben sogar noch zugelegt. Das belegen Statistiken. Warum so viele Menschen immer wieder den Kampf gegen ihre alten Essgewohnheiten verlieren, hat nun ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Lübecker Diabetologen Achim Peters herausgefunden: Störungen im Hirnstoffwechsel könnten Ursache für ungezügeltes Essverhalten sein.

Das Team aus Internisten, Hirnforscherinnen und Psychiatern beobachtete mehrere Jahre lang 50 Normal- und Übergewichtige. Mit modernen bildgebenden Verfahren wie der Magnet-Resonanz-Tomografie maßen die Wissenschaftler während verschiedener Belastungssituationen die Energieversorgung im Gehirn und verglichen sie mit der des restlichen Körpers.

Dabei konnten sie zeigen, dass das Gehirn immer zuerst die eigene Energieversorgung sicherstellt. Erst danach teilt es Muskeln, Organen oder dem Fettgewebe etwas zu. Es steuert also den Stoffwechsel zu seinen Gunsten, weshalb die Forscher vom "selfish brain" sprechen, vom "selbstsüchtigen Gehirn". Kein anderer Bereich des menschlichen Organismus ist so gefräßig wie das Gehirn. Obwohl es bei Erwachsenen nur etwa zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verbraucht es fast 40 Prozent der aus Kohlenhydraten stammenden Energie.

Stress steigert das Verlangen nach Essen

Nach Ansicht der Forscher manipuliert das Gehirn den Energiestoffwechsel. Wenn es dem Gehirn nicht gelingt, ausreichend Energie für sich aus dem Körper anzufordern, gleicht es die Unterversorgung einfach aus. Es steigert die Nahrungsaufnahme und überlässt dem Körper den Energieüberschuss. Auf diese Weise kann langfristig Übergewicht entstehen. Denn der Organismus wird durch diese Strategie des Gehirns gezwungen, mehr energiereiche Nahrung aufzunehmen, als gut für ihn ist.

Der zentrale Mechanismus für den Energiestoffwechsel ist aus der Sicht der Forscher das Stresssystem des Menschen. Befindet es sich über einen längeren Zeitraum im Ungleichgewicht, zum Beispiel durch eine Depression oder chronischen Stress, könne das den Appetit über die Maßen steigern.

Essen als Trost in einer trostlosen Gesellschaft

Denn viele Menschen empfinden Essen als tröstlich oder entspannend. Vor allem süße Speisen mildern nachweislich die Stressreaktion und wirken stimmungsaufhellend. Wer solch ein Trost-Essen über Jahre hinweg praktiziert, sorgt unweigerlich dafür, dass sich diese positive Verknüpfung in sein Hirn eingräbt.

Gleichzeitig mit dem Anwachsen der Fettpolster sinkt die Bereitschaft zu körperlicher Aktivität, der Mensch wird träge. Bewegung wird körperlich als unangenehm empfunden, wenn in unserem Gehirn der Zucker knapp wird. Das macht sich durch Unlust oder durch Erschöpfungssymptome wie schwere Beine oder knappen Atem bemerkbar.

Forscher vermuten, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Industriegesellschaften mitverantwortlich sind dafür, dass es immer mehr dicke Menschen gibt. Konkurrenzdruck, Hektik, Schichtarbeit und das Zusammenleben auf engstem Raum verursachen Stress.

Maren Wernecke/Stern (online) NICHT BENUTZEN

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