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Erste Hilfe für Kinder

Kinder spielen und toben, haben Spaß. In ihrem Übermut können sie sich dabei aber verletzen. Wenn Eltern wissen, wie sie wann reagieren müssen, gehen die meisten Unfälle glimpflich aus.

  Ein Moment der Unachtsamkeit, und schon ist es passiert: Der Arm ist gebrochen. Gut, wenn Eltern schnell und besonnen reagieren

Ein Moment der Unachtsamkeit, und schon ist es passiert: Der Arm ist gebrochen. Gut, wenn Eltern schnell und besonnen reagieren

Wenn Kinder einen Unfall haben, geschieht das meist nicht im Straßenverkehr, sondern zu Hause oder draußen beim Spielen. Zum Glück sind die Eltern oft in der Nähe. Gut, wenn sie dann wissen, wie sie ihrem Kind schnell helfen können. Die folgenden Tipps und Ratschläge sind als erste Hilfestellung gedacht; sie ersetzen keinen Erste-Hilfe-Kurs.

Bei kleineren Verletzungen ist das Naheliegende das Beste: Trösten und beruhigen Sie Ihr Kind. Dann merkt es, dass es nicht allein ist mit seiner Angst, und vergisst den Schreck meist schnell. Bei größeren Verletzungen sollten Sie sich genauso verhalten, bevor Sie anderweitig helfen. Ihre Panik überträgt sich sonst auf das Kind.

Ruhig bleiben, schnell handeln

In bedrohlichen Situationen wie Atem- und Kreislauf-Stillständen müssen Sie beherzt zugreifen: Atemspenden von Mund zu Mund oder von Mund zu Nase sowie Herzdruckmassagen können dem Kind das Leben retten. Bei der Beatmung füllen sich seine Bronchien mit sauerstoffreicher Luft, die dann bei der Herzdruckmassage verteilt wird. Auch wenn Sie im Notfall nicht mehr wissen, wie viele Atemspenden und Massagen korrekt sind - das Wichtigste ist, dass Sie überhaupt anfangen!

Jemand anders sollte umgehend den Notarzt rufen. Der ist ohne Vorwahl unter der Rufnummer 112 zu erreichen - auch per Handy. Unter dieser Nummer erfahren Sie auch die Nummern der Giftnotrufzentralen und verschiedener Kinderkliniken im gesamten Bundesgebiet.

Allgemeine Tipps für den Notfall

Jeder Unfall, jede Notsituation mit einem Kind ist anders. In der Aufregung sind aber drei Dinge entscheidend, die stets zu überprüfen sind, wenn es dem Kind sichtbar schlecht geht:

  • Ist das Kind noch bei Bewusstsein? Sprechen Sie es an.
  • Atmet das Kind noch? Halten Sie Ihr Ohr über Mund und Nase des Kindes, achten Sie auf Bewegungen des Brustkorbs.
  • Ist der Kreislauf noch stabil? Messen Sie seinen Puls.

Falls das Kind bewusstlos ist, dabei aber atmet, drehen Sie es in die stabile Seitenlage. Ein Baby legen Sie auf den Bauch.

Die stabile Seitenlage erreichen Sie so:

  • Legen Sie den Arm des Kindes, der Ihnen am nächsten ist, im rechten Winkel zum Körper.
  • Winkeln Sie das Ihnen abgewandte Bein am Knie an und stellen Sie es auf.
  • Heben Sie den Ihnen abgewandten Arm an und legen Sie das Handgelenk auf das Knie. Dadurch entsteht ein stabiles Dreieck zwischen Schulter, Becken und Handgelenk/Knie.
  • Drehen Sie das Kind auf die Seite zu sich hin, ohne Handgelenk und Knie loszulassen.
  • Überstrecken Sie anschließend den Kopf nach hinten und öffnen Sie den Mund des Kindes, damit Speichel und Erbrochenes herausfließen können und das bewusstlose Kind nicht daran erstickt.

Bei Atem- und Kreislaufstillstand müssen Sie das Kind beatmen und sein Herz massieren. Dabei geben Sie zwei Atemspenden durch Mund oder Nase und 30 Herzdruckmassagen, immer im Wechsel, bis der Notarzt eingetroffen ist.

Auch wenn Sie die Anzahl und die Reihenfolge der Handgriffe nicht mehr so genau wissen - fangen Sie unbedingt an. Das kann dem Kind das Leben retten!

Rufen Sie den Notarzt und bleiben Sie beim Kind

Lassen Sie Ihr Kind niemals allein. Jemand anders sollte den Notarzt unter der Nummer 112 rufen. Auch vom Handy aus funktioniert diese Nummer ohne Vorwahl. Allerdings kann es bis zu 20 Sekunden dauern, bis die Rettungsleitstelle einen Handyanruf annimmt. Zuerst muss nämlich der Standort geortet und der Anruf zur nächsten Rettungsstelle geleitet werden.

Wichtig: Der Anrufer sollte nicht von sich aus auflegen, wenn er meint, alles gesagt zu haben. Der Mitarbeiter der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.

Asthma- und Pseudokrupp-Anfall

Asthma ist eine Entzündung der Atemwege. Etwa 10 bis 15 Prozent aller Kinder in Deutschland haben diese Krankheit. Bestimmte Reize führen dazu, dass sich ihre Bronchien verkrampfen: Sie bekommen einen Asthmaanfall. Die Kinder können dann die eingeatmete Luft nur schwer wieder ausatmen. Das hören Sie an dem typischen pfeifenden Geräusch.

Maßnahmen bei einem Asthmaanfall:

  • Geben Sie ihm das vom Arzt verschriebene Asthmaspray für den Notfall.
  • Setzen Sie es in den Kutschersitz: breitbeinig hinsetzen, die Ellenbogen oder Unterarme auf die Oberschenkel gestützt - so beugt sich der Körper automatisch leicht nach vorne. Diese Haltung erleichtert das Atmen.
  • Ebenso gut hilft die Torwarthaltung: breitbeinig hinstellen, Hände auf die Oberschenkel gestützt.
  • Zeigen Sie dem Kind die sogenannte Lippenbremse: Lippen beim Ausatmen so eng beieinander halten, dass nur ein kleiner Mundschlitz offenbleibt - das erleichtert das Ausatmen.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112, falls es dem Kind nach einigen Minuten nicht besser geht.

Pseudokrupp: Frische Luft hilft

Das Geräusch aus dem Kinderzimmer hört sich schrecklich an - wie ein Bellen. Pseudokruppanfälle haben Kinder in der Regel nachts und vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn Husten- und Schnupfenviren grassieren. Betroffen sind Kinder im Alter von sechs Monaten bis acht Jahren. Der Husten wirkt besonders beim ersten Anfall bedrohlich, ist aber harmlos. Pseudokrupp ist eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes, die meist Viren, seltener Bakterien verursachen. Dabei schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes und der Stimmbänder an, sodass die typische Atemnot entsteht.

Maßnahmen bei einem Pseudokruppanfall:

  • Beruhigen Sie das Kind und lenken Sie es ab, etwa, indem Sie es auf den Arm nehmen.
  • Wickeln Sie das Kind in eine Decke ein und gehen Sie ans offene Fenster oder auf den Balkon, damit es kühle Luft einatmet. Sie können auch den Gefrierschrank öffnen und das Kind den weißen, kühlen Nebel einatmen lassen.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112, wenn Ihnen der Anfall bedrohlich erscheint.

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können viele Ursachen haben: etwa Magen-Darm-Entzündungen, Blasenprobleme, Infektionen im Hals. Aber auch eine akute Blinddarmentzündung oder eine Darmeinstülpung sind schmerzhaft. Weitere Ursachen für Bauchweh: Vergiftungen, Verletzungen, seelische Belastungen oder verschluckte Fremdkörper.

Ist ein Infekt der Grund für die Bauchschmerzen, sollte das Kind sich mit angewinkelten Beinen hinlegen. Dadurch entspannt sich die Bauchdecke. Kochen Sie viel Tee: Melissentee zur Beruhigung des Kindes, Pfefferminztee bei Magen-Darm-Reizungen, Fencheltee für Säuglinge.

Bauchschmerzen müssen aber auch gar nichts mit dem Bauch zu tun haben. Insbesondere kleine Kinder können nicht genau bestimmen, wo ein Schmerz eigentlich sitzt und übertragen das auf den Bauch. Auch Sorgen oder Schulstress kann Bauchweh verursachen. Hier hilft Zuwendung und eine Wärmflasche am besten.

In diesen Fällen den Notarzt rufen

In manchen Fällen brauchen Sie aber dringend einen Arzt: etwa bei einer Bauchverletzung infolge eines Unfalls, bei Verdacht auf eine akute Blinddarmentzündung oder bei einer Nabelkolik. Bei letzterer hat das Kind ohne erkennbare Ursache Schmerzen in der Nabelgegend.

Auch Darmeinstülpungen kommen als Ursache in Frage. Dabei hat das Kind anfallsartige, extrem heftige Bauchschmerzen, weil sich Darmteile ineinander stülpen. Rufen Sie in diesen Fällen den Notarzt unter der Nummer 112.

Geben Sie Ihrem Kind nichts zu essen oder zu trinken, bis der Notarzt kommt. Denn Sie wissen noch nicht, ob es nicht sofort operiert werden muss. Für eine Operation sollte es möglichst nüchtern sein. Wenn bei Ihrem Kind der Verdacht auf eine Bauchverletzung besteht, legen Sie keine Wärmeflasche auf den Bauch. Wärme regt die Durchblutung an, was in diesem Fall die Wunde noch mehr bluten lässt. Auch bei Entzündungen bitte die Wärmflasche weglassen: Wärme verstärkt Entzündungen.

Bewusstlosigkeit und Ohnmacht

Bewusstlos: Die Sinne schwinden

Glücklicherweise fallen Kinder nur selten in eine richtig tiefe Bewusstlosigkeit. Sie als Eltern könnten das Kind dann auch weder durch Ansprechen noch durch Rütteln oder Kneifen wecken. Bewusstlosigkeit ist die Folge eines Sauerstoffmangels im Gehirn. Der entsteht zum Beispiel bei Krampfanfällen, bei Kopf- und Hirnverletzungen, wenn ein Kind fast erstickt oder ertrunken ist. Bewusstlos werden aber auch Menschen mit Diabetes, die unterzuckert sind.

Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit:

  • Überprüfen Sie die Atmung des Kindes, indem Sie Ihr Ohr direkt über Mund und Nase halten und auf den Brustkorb achten.
  • Überprüfen Sie den Kreislauf, indem Sie den Puls an der Halsschlagader oder der Innenseite des Oberarms prüfen.
  • Bei instabilem Kreislauf, also wenn Herzschlag oder Atmung aussetzt: Geben Sie dem Kind zwei Atemspenden auf 30 Herzdruckmassagen.
  • Leben Sie Säuglinge auf den Bauch, Kinder in die stabile Seitenlage.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.

Ohnmacht: Der Körper hilft sich selbst

Eine Ohnmacht dauert nur ein paar Minuten. Das Kind wacht dann von allein wieder auf. Die Ohnmacht wird durch eine Kreislaufschwäche verursacht, bei der sich zunächst die Gefäße erweitern. In der Folge sackt das Blut nach unten, das Gehirn bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Der Körper hilft sich dann selbst, indem er zu Boden sinkt - und so wieder Blut zum Gehirn fließen kann. Kinder werden ohnmächtig, wenn es zu heiß ist oder wenn sie große Schmerzen haben.

Maßnahmen bei Ohnmacht:

  • Bringen Sie Ihr Kind in eine waagerechte Körperhaltung, lagern Sie seinen Kopf etwas tiefer als den Körper. Legen Sie die Beine des Kindes hoch. Lockern Sie die Kleidung: Hose, Rock, einengende Reißverschlüsse am Hals.
  • Öffnen Sie die Fenster und lassen Sie frische Luft herein.
  • Beobachten Sie Ihr Kind auch, wenn es wieder wach ist. Es könnte erneut ohnmächtig oder bewusstlos werden.

Bisswunden

Bisswunden sind gefährlich, egal, ob von Hund, Katze oder anderen Tieren. Denn Tiere können dadurch Tollwut übertragen. Außerdem kann sich nach einem Biss die Wunde entzünden. Deshalb sollten Sie immer sofort zum Arzt gehen. Er versorgt die Stelle und sagt Ihnen, ob Ihr Kind gegen Tollwut geimpft werden muss.

Maßnahmen bei einer Bisswunde:

  • Reinigen Sie die Wunde unter fließendem Wasser.
  • Desinfizieren Sie die Wunde.
  • Falls eine Tollwutimpfung notwendig ist, sollte diese innerhalb von 72 Stunden nach dem Biss beginnen. Innerhalb eines Monats impft der Arzt fünf Mal oder innerhalb von ein bis drei Monaten fünf bis sechs Mal.
  • Lassen Sie überprüfen, ob Ihr Kind ausreichend gegen Tetanus, also Wundstarrkrampf, geschützt ist.

Brüche, Prellung, Stauchung

Knochen von Kindern sind biegsamer als die von Erwachsenen. Brechen können sie trotzdem. Ein typischer Knochenbruch bei Kindern ist die sogenannte Grünholzfraktur: Wie bei jungen biegsamen Zweigen splittern lediglich ein paar Fasern ab. Dieser Bruch heilt meist sehr gut. Und oft haben ihn weder die Eltern noch das Kind bemerkt.

Bei Verrenkungen ist das anders. Die tun richtig weh. Wenn Sie Ihr Kind etwa an der Ampel heftig am Arm zerren, kann das Ellenbogengelenk aus der Kapsel springen. Denn die Gelenkkapseln sind bei Kindern noch nicht so gut ausgebildet. Das Kind hat dann starke Schmerzen und bewegt den Arm nicht mehr. Der Kinderarzt renkt das aber sehr rasch und einfach wieder ein.

Langwierig dagegen sind oft Prellungen. Sie entstehen, wenn stumpfe Gewalt von außen einwirkt, ohne dass die Haut dabei verletzt wird. Auch Verstauchungen sind sehr unangenehm. Die zieht sich Ihr Kind zu, wenn es umknickt oder sich seine Bänder in der Nähe eines Gelenks umdrehen. Nur ein Arzt kann Prellung, Stauchung, Bluterguss und Knochenbruch sicher voneinander unterscheiden.

Tasten und kühlen

Verletzungen dieser Art sollten Sie zur Sicherheit immer von einem Arzt abklären lassen. Ein Knochenbruch etwa wird oft nur durch Röntgen festgestellt. Doch vorher können Sie auch selbst einiges tun.

Maßnahmen bei Brüchen, Prellungen oder Stauchungen:

  • Tasten Sie das Kind vorsichtig vom Kopf bis zu den Beinen nach Schwellungen, Wunden und hervorstehenden Beulen ab. Vergleichen Sie beide Arme und beide Beine miteinander: Entdecken Sie Unterschiede? Drücken Sie auf die Schlüsselbeine oder Rippen - tut das dem Kind weh? Zwicken Sie das Kind, um zu prüfen, ob es Berührungen noch wahrnimmt.
  • Kühlen Sie Prellungen und Stauchungen nach Möglichkeit. Legen Sie aber zwischen Kühl-Akku und Haut ein Stück Stoff, um Erfrierungen zu vermeiden. Bei Eissprays achten Sie genau auf die Anleitung!
  • Versorgen Sie Wunden möglichst mit sterilem Verbandszeug.
  • Aufgrund der Verletzung und der Schmerzen nimmt das Kind instinktiv eine Schonhaltung ein, um sich zu schützen. Verändern Sie diese nicht.
  • Stellen Sie das Gelenk, den Arm oder das Bein ruhig, indem Sie zum Beispiel den Arm in eine Schlinge legen oder das Bein am anderen Bein festzurren.

Elektrischer Schlag

Kleinere Kinder werden nahezu magisch von Stromkabeln, Steckdosen und Elektrogeräten angezogen. Das ist gefährlich: Wenn sie damit spielen, können sie sich lebensbedrohlich verletzen. Sie verbrennen sich an den Stellen, an denen der Strom in den Körper kommt und wieder austritt, an den sogenannten Strommarken. Der Strom schädigt Organe und innere Gewebe. Das Kind kann bei einem elektrischen Schlag sein Bewusstsein verlieren, es besteht die Gefahr eines Atem- und Herzstillstands. Der Strom lässt zudem die Muskeln stark verkrampfen.

Maßnahmen bei einem elektrischen Schlag:

  • Ziehen Sie Ihr Kind nicht einfach von dem Gerät oder der Stromquelle weg. Sie geraten sonst selbst mit in den Stromkreislauf. Sie unterbrechen diesen Kreislauf, indem Sie Ihr Kind mit einem nichtleitenden Gegenstand, etwa einem Besen oder einem Stuhl wegstoßen oder mit dem eigenen Fuß, wenn Sie Schuhe mit nicht leitender Sohle anhaben. Oder Sie ziehen die Sicherung.
  • Prüfen Sie die lebenswichtigen Funktionen: Bewusstsein, Atmung, Kreislauf. Beatmen Sie Ihr Kind notfalls Mund-zu-Mund oder Nase-zu-Mund. Machen Sie eine Herzdruckmassage.
  • Legen Sie Ihr Kind gegebenenfalls in die stabile Seitenlage mit überstrecktem Kopf: So verhindern Sie, dass die Zunge die Atemwege blockiert oder das Kind an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Einen Säugling legen Sie auf den Bauch. Wenn Ihr Kind bei Bewusstsein ist, lagern Sie seine Beine hoch.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112 an.
  • Kühlen Sie die Strommarken 10 bis 15 Minuten lang mit kaltem Wasser. Versorgen Sie die Brandwunden mit sterilem Verbandszeug.

Ersticken

Ein Erstickungsanfall wird meistens dadurch ausgelöst, dass etwas in die Luftröhre gelangt und diese teilweise oder komplett verschließt. Bei kleineren Kindern um das erste Lebensjahr kommt das manchmal vor, wenn sie sich auf feste Nahrung umstellen müssen. Dann rutscht ihnen schon mal was in die Luft- statt in die Speiseröhre. Aber auch eine Erdnuss, ein Bauklötzchen oder ein Insektenstich in den Mund verursachen Erstickungsanfälle.

Maßnahmen bei einem Erstickungsanfall:

  • Klopfen Sie Ihrem Kind fünfmal nacheinander auf den Rücken, wobei Ihr Kind den Kopf zwischen den Schulterblättern hängen lässt. Oder legen Sie das Kind auf Ihre Oberschenkel, sodass der Oberkörper herunterhängt, und klopfen Sie mit der flachen Hand zwischen seine Schulterblätter.
  • Wenden Sie den sogenannten Heimlich-Handgriff an: das Kind von hinten umfassen, die Hände auf den Oberbauch legen (dort, wo das Zwerchfell liegt), und dort einen ruckartigen Druck ausüben. Damit lösen Sie einen künstlichen Hustenstoß aus.
  • Machen Sie bei Atemstillstand Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung.
  • Droht Ihr Kind an einem verschluckten Gegenstand zu ersticken, dürfen Sie es auf keinen Fall beatmen. Sie würden sonst den eingeatmeten Gegenstand nur noch tiefer in die Atemwege schieben. Außerdem könnten Sie die Lunge gar nicht belüften, da der Gegenstand ja davor liegt.
  • Kühlen Sie die Schwellung im Mund oder Hals, indem Sie Ihrem Kind zum Beispiel einen Eiswürfel zum Lutschen geben.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, einen Fremdkörper mit der Pinzette oder mit den Fingern aus dem Rachen zu entfernen. Sie drücken ihn sonst eventuell noch tiefer hinein.
  • Rufen Sie, wenn nötig, so schnell wie möglich den Notarzt unter der Nummer 112 an.

Ertrinken

Bereits tiefere Pfützen, flache Gartenteiche oder Planschbecken können kleinen Kindern zum Verhängnis werden. Tatsächlich ist das Ertrinken die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Sie als Eltern sollten das wissen, damit Sie Gefahrenquellen in der Nachbarschaft im Auge halten können.

Maßnahmen bei Gefahr durch Ertrinken:

  • Nehmen Sie irgendetwas, woran sich das Kind festhalten kann, einen Rettungsring, ein Brett oder einen Stock. Ansonsten drohen auch Sie unterzugehen, wenn sich das panische Kind an Sie klammert.
  • Legen Sie das Kind, wenn es atmet, aber bewusstlos ist, in die stabile Seitenlage.
  • Wenn der Kreislauf stillsteht, geben Sie Atemspenden und Herzdruckmassagen: im Wechsel zwei Luftstöße in die Lunge und 30 Massage-Bewegungen.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, die Lunge durch Schütteln von Wasser zu befreien: Dieser Versuch ist sinnlos, weil sich das Wasser dadurch nicht entfernen lässt. Außerdem verlieren Sie wertvolle Zeit, um Ihr Kind möglicherweise wiederzubeleben.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112 an.
  • Auch wenn es Ihrem Kind wieder gut geht, sollte es vom Arzt untersucht werden, um Spätfolgen zu erkennen: Es kann sich Flüssigkeit im Lungengewebe sammeln und ein Lungenödem bilden.

Fieber und Fieberkrämpfe

Kinder haben viel häufiger Fieber als Erwachsene. Denn Fieber ist eine Schutzmaßnahme des Körpers gegen Entzündungen. Im Po gemessen haben gesunde Kinder normalerweise eine Körpertemperatur bis 37,5° Celsius. Ärzte sprechen von erhöhter Temperatur, wenn diese auf 37,6° bis 38° Celsius steigt. Ab 38° Celsius ist es dann Fieber, bei über 39° Celsius hohes Fieber.

Maßnahmen bei Fieber:

  • Messen Sie mit einem digitalen Fieberthermometer die Temperatur im Po.
  • Machen Sie Wadenwickel mit lauwarmem Wasser - allerdings nur dann, wenn Beine und Füße wirklich heiß sind. Die Prozedur ist sonst zu belastend für den Kreislauf.
  • Legen Sie einen feuchten lauwarmen Waschlappen auf die Stirn Ihres Kindes.
  • Lassen Sie das Kind viel trinken, damit sein Körper nicht austrocknet.
  • Wechseln Sie häufig Bettwäsche, Handtücher und Schlafanzug.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Bett.
  • Gehen Sie zum Arzt, wenn Ihr Kind schwer oder außergewöhnlich krank wirkt. Auch wenn das Fieber nach einem Tag nicht sinkt, obwohl Sie alles dagegen getan haben, sollten Sie mit einem Arzt sprechen.

Ein Fieberkrampf macht Angst

Dieser Krampf entsteht, wenn das Fieber sehr schnell steigt. Für Eltern sieht er schlimm aus, ist aber völlig harmlos: Das Kind hat Zuckungen, ist bewusstlos und verdreht gelegentlich die Augen. Das dauert eine bis mehrere Minuten. Danach fällt das Kind in einen tiefen Schlaf. Betroffen von solchen Krämpfen sind oft Kinder von sechs Monaten bis fünf Jahren.

Maßnahmen bei einem Fieberkrampf:

Wenn das Kind bewusstlos ist, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Säuglinge drehen Sie auf den Bauch. Räumen Sie spitze und scharfe Gegenstände beiseite, damit das Kind sich bei seinen Zuckungen nicht daran verletzt. Halten Sie die Arme und Beine Ihres Kindes nicht fest; es könnte sich im Krampf verletzen. Schieben Sie nichts zwischen die Zähne Ihres Kindes. Benutzen Sie kein kaltes Wasser und keinen Waschlappen, um den Anfall zu beenden - er hört von selbst wieder auf. In bestimmten Fällen sollten Sie den Notarzt unter der Nummer 112 rufen. Etwa wenn Ihr Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf hat, wenn der Krampf mehrere Minuten anhält oder wenn Sie einen Krampf bei einem fremden Kind beobachten. Kontrollieren Sie die Atembewegungen und den Puls beziehungsweise den Herzschlag des Kindes. Der Puls lässt sich beim Kind am besten auf der Innenseite des Oberarmes ertasten. Und vor allem: Lassen Sie Ihr Kind nicht allein. Wenn Ihr Kind immer wieder Fieberkrämpfe hat, können Sie ihm Diazepamzäpfchen geben. Wie oft Sie diese geben dürfen und welche Dosis die richtige für Ihr Kind ist, das besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt.

Fremdkörper in Nase, Augen, Körper

Die Nase läuft ohne Schnupfen

Vor allem Kleinkinder stecken sich gerne mal Perlen, Murmeln oder Legosteine in die Nasenlöcher. Im Prinzip ist das ungefährlich, da die Kinder weiter durch den Mund atmen können. Smarties schmelzen, kleinere Teile schnaubt das Kind beim Naseputzen wieder aus. Allerdings kann der Fremdkörper die Nasenschleimhaut reizen. Dann können Sie ihn von einem Arzt entfernen lassen. Wenn Sie bemerken, dass die Nase nur aus einem Loch läuft, ist das vielleicht auch ein Zeichen für einen Fremdkörper in der Nase.

Maßnahmen, wenn ein Fremdkörper in der Nase steckt:

  • Halten Sie ein Nasenloch zu und lassen Sie das Kind ausschnauben.
  • Falls das nicht gelingt, gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt. Versuchen Sie auf keinen Fall, den Fremdkörper mit der Pinzette selbst zu entfernen. Damit können Sie leicht die Nasenschleimhaut verletzen.

Das kann ins Auge gehen!

Beim Toben und Spielen kommt manchmal Sand oder Staub ins Auge. Lästig kann auch eine Wimper sein, die sich unter dem Augenlid verfängt. Meistens wird der Körper selbst mit solchen Dingen fertig: Das Auge produziert dann mehr Tränenflüssigkeit und spült so den Fremdkörper wieder hinaus.

Weitere Maßnahmen, wenn ein Fremdkörper im Auge steckt:

  • Wischen Sie mit einem angefeuchteten sauberen Taschentuch vom äußeren Augenwinkel zur Nase hin.
  • Spülen Sie das Auge mit klarem Wasser aus: Halten Sie den Kopf Ihres Kindes seitlich über das Waschbecken und gießen Sie ein Wassergefäß über dem Auge aus.
  • Wenn ein Fremdkörper unter dem Oberlid ist: Ziehen Sie das Oberlid über den Augapfel und die untere Lidkante. Lassen Sie dann das Kind das Auge bewegen. So wischen die Wimpern des Unterlides den Fremdkörper nach unten. Wenn Sie dann den Fremdkörper sehen, tupfen Sie ihn mit einem Taschentuch weg.
  • Wenn ein Fremdkörper unter dem Unterlid ist: Klappen Sie das Unterlid nach unten ab und lassen Sie das Kind nach oben schauen. Wenn der Fremdkörper sichtbar wird, tupfen Sie ihn weg. Bleibt das ohne Erfolg, gehen Sie mit Ihrem Kind zum Augenarzt.
  • Wenn ein Splitter oder ein anderer Gegenstand ins Auge gelangt ist, verbinden Sie beide Augen mit einem Tuch oder Verband und gehen Sie sofort zum Augenarzt. Reiben Sie das Auge auf keinen Fall, da Sie sonst die Hornhaut zerkratzen. Und entfernen Sie Splitter und Gegenstände niemals selbst, das muss ein Arzt machen!

Da steckt was fest

Fremdkörper wie Holz- oder Metallstücke, die tief im Fleisch sitzen, dürfen Sie nicht einfach herausziehen. Das könnte zu starken Blutungen führen, besonders dann, wenn der Gegenstand große Gefäße verletzt hat.

Maßnahmen, wenn ein Fremdkörper im Fleisch steckt:

  • Entfernen Sie kleinere Teile wie Kieselsteine oder Splitter mit einer Splitterpinzette. Das ist eine gerade Pinzette mit einer Spitze, die den Fremdkörper besser greifen kann. Wenn Sie eine solche Pinzette nicht zur Hand haben, reicht auch eine normale.
  • Desinfizieren Sie die Stelle und decken Sie sie mit einer sterilen Kompresse ab.
  • Polstern Sie größere Fremdkörper mit einem sauberen Handtuch oder ähnlichem ab.
  • Verändern Sie nicht die Haltung des Kindes. Es nimmt nämlich aufgrund der Verletzung und der Schmerzen instinktiv eine Schonhaltung ein, die es schützt.
  • Bringen Sie das Kind zum Arzt. Bei größeren Fremdkörpern rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.

Hyperventilation

Wenn Kinder großen Stress, Angst oder Schmerzen haben, atmen sie viel schneller als sonst: Sie hyperventilieren. Beim Hecheln verkrampfen sich die Muskeln, die Hände nehmen eine Art Pfötchenstellung ein, der Bereich um die Lippen kribbelt.

Maßnahmen, wenn Ihr Kind hyperventiliert:

  • Legen Sie Ihre Hand auf den Bauch des Kindes und atmen Sie langsam mit ihm zusammen.
  • Reden Sie, versuchen Sie Ihr Kind trotz seiner Panik mit Worten zu erreichen.
  • Lassen Sie, wenn möglich, das Kind in eine Plastiktüte atmen. Auf diese Weise atmet es die eigene, kohlendioxidreiche Atemluft wieder ein. So wird das Ungleichgewicht von Sauerstoff und Kohlendioxid schneller ausbalanciert.

Insektenstiche

Es gibt Kinder, die allergisch auf Insektenstiche reagieren. Meistens schwillt nur die Einstichstelle an. Die Haut kann aber auch anderswo Quaddeln bekommen. Diese Nesselsucht breitet sich rasch über den ganzen Körper aus. Wenn das Kind zudem nach Luft ringt, sind die Atemwege betroffen. Dann besteht Lebensgefahr.

Maßnahmen bei einem Insektenstich:

  • Versuchen Sie, bei einem Bienen- oder Wespenstich den Stachel mit einer Pinzette, langen Fingernägeln oder einer Zeckenkarte zu entfernen - nicht mit den Fingern, dadurch wird das Gift in die Wunde gedrückt. Drücken Sie die Einstichstelle sanft aus, damit sich das Insektengift nicht weiter verteilt.
  • Kühlen Sie die Stelle: Das lindert die Schmerzen und die Schwellung.
  • Legen Sie eine aufgeschnittene Zwiebel mit der Schnittfläche auf die Stelle.
  • Wenn ein Insekt Ihr Kind in den Mund gestochen hat, rufen Sie sofort Notarzt unter der Nummer 112.

Kehldeckelentzündung

Die Kehldeckelentzündung, auch Epiglottitis genannt, kommt glücklicherweise sehr selten vor. Denn fast alle Säuglinge sind dagegen geimpft. Das Gefährliche an dieser Krankheit: Der Kehlkopf schwillt zu. Die Betroffenen, meist im Alter von zwei bis sechs Jahren, können im schlimmsten Fall ersticken.

Ursache der Kehldeckelentzündung ist eine Ansteckung mit einem Bakterium, genauer: mit Haemophilus influenzae Typ b. Die Symptome: hohes Fieber, starke Halsschmerzen, die Kinder können kaum sprechen und nicht schlucken. Der Speichel läuft ihnen aus dem Mund, sie haben eine kloßige Sprache. Und sie haben Erstickungs- und Todesängste.

Maßnahmen bei deiner Kehldeckelentzündung:

  • Rufen Sie so schnell wie möglich den Notarzt unter der Nummer 112 und versuchen Sie, Ihr Kind in der Zwischenzeit zu beruhigen.
  • Inspizieren Sie auf keinen Fall seinen Rachen: Jede Manipulation löst einen Reiz des vegetativen Nervensystems aus und kann zum Herzstillstand führen!

Kopfverletzungen

Beulen: kühlen, beobachten

Beulen am Kopf gehören zum Kinderalltag: Ein Stoß an der Tür oder der Tischkante - schon schwillt die Stelle an. Bei so einem Stoß werden Gefäße verletzt. Es blutet unterhalb der Kopfhaut, und das wird als Beule sichtbar.

Maßnahmen bei Beulen:

  • Trösten Sie Ihr Kind und kühlen Sie die Beule mit einem feucht-kühlen Lappen oder einem Coolpack, das Sie in ein Baumwolltuch wickeln.
  • Sie können Ihrem Kind auch Arnikakügelchen geben oder vorsichtig Arnikasalbe auf die Stelle auftragen.
  • Wenn die Schwellung kissenartig aussieht und an den Rändern weitläufig ausgefranst ist, sollten Sie zum Arzt gehen. Denn das kann ein Hinweis auf einen Schädelbasisbruch sein.

Platzwunden: viel Blut, wenige Folgen

Platzwunden am Kopf bluten oft sehr stark. Das sieht zwar schlimm aus, ist aber meist harmlos und verheilt schnell wieder. Eine größere Wunde jedoch muss der Arzt nähen.

Maßnahmen bei Platzwunden:

  • Beruhigen Sie Ihr Kind und waschen Sie das Blut mit kaltem Wasser ab, um die Wunde begutachten zu können.
  • Desinfizieren Sie die Wunde mit einem Desinfektionsmittel aus der Apotheke.
  • Drücken Sie mit einer sterilen Kompresse dagegen und binden Sie einen Verband darum.
  • Versorgen Sie die Wunde mit Strips oder Pflaster, indem Sie die Wundränder vorsichtig aneinander schieben. Ein Pflaster hat eine Wundauflage, Strips kleben sie direkt auf die Wunde.
  • Große klaffende Wunden sollten vom Arzt genäht werden.

Gehirnerschütterung: wachsam bleiben!

Ein heftiger Sturz führt manchmal zu einer Gehirnerschütterung. Das Kind kann dann zunächst bewusstlos sein, danach wirkt es verwirrt und benommen. Nicht selten muss es sich übergeben, ihm ist übel und es hat Kopfschmerzen. Vor und nach einer Bewusstlosigkeit kann es sich manchmal nicht mehr an bestimmte Dinge erinnern.

Maßnahmen bei möglicher Gehirnerschütterung:

  • Kontrollieren Sie Atmung und Herzschlag des Kindes. Den Puls ertasten Sie am besten an der Innenseite des Oberarms, am Hals oder - bei Kleinkindern - in der Leiste.
  • Bringen Sie das Kind zum Arzt oder ins Krankenhaus, damit es dort für 24 bis 48 Stunden überwacht wird.
  • Falls Sie das nicht möchten, achten Sie darauf, ob sich der Zustand Ihres Kindes innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Ereignis verschlimmert: ob es sich übergibt, schläfrig wird, sich irgendwie auffällig oder verwirrt verhält. Dann rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112 oder fahren schnell ins Krankenhaus. Es kann nämlich sein, dass ein Gefäß verletzt ist und ins Gehirn blutet. Dadurch steigt der Hirndruck innerhalb des Schädels, und das führt dazu, dass Hirnteile zusammengedrückt und unwiederbringlich geschädigt werden.

Schädelbasisbruch: Sofort zum Arzt!

Ein Schädelbruch ist nicht immer sofort zu erkennen. Die Kinder benehmen sich zunächst wie immer. Hinweise auf einen Schädelbruch ist zum Beispiel eine wässrige Flüssigkeit, die aus dem Ohr läuft, oder eine sogenannte schwappende Beule - ein Bluterguss, der sich eindrücken lässt.

Nach den ersten unauffälligen Stunden kann sich der Zustand des Kindes plötzlich verschlechtern. Kleinere Kinder erbrechen, haben keine Lust mehr zu spielen, trinken nicht mehr, werden schläfrig. Beobachten Sie daher Ihr Kind ganz genau bis zu 48 Stunden nach einem Unfall. Gehen Sie mit ihm zum Arzt, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt.

Maßnahmen bei Verdacht auf Schädelbruch:

  • Geben Sie im Notfall eine Atemspende durch Nase oder Mund des Kindes und machen Sie Herzdruckmassagen.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, beruhigen Sie es.
  • Lagern Sie den Kopf des Kindes leicht hoch.
  • Kontrollieren Sie Atmung und Herzschlag beziehungsweise den Puls. Sie ertasten ihn am besten an der Innenseite des Oberarms, am Hals oder in der Leiste.

Nasenbluten

Nasenbluten sieht schlimm aus, ist aber harmlos. Oft haben die Kinder vorher in der Nase gebohrt. Oder sie sind gestürzt und dabei auf die Nase gefallen. Manche Kinder neigen auch bei Wachstumsschüben oder bei trockenen Schleimhäuten zu Nasenbluten.

Maßnahmen bei Nasenbluten:

  • Beugen sie den Kopf des Kindes vor. Drücken Sie etwa zehn Minuten die Nasenflügel zusammen, damit das Blut gerinnt.
  • Legen Sie etwas Kühles in seinen Nacken. Dort befinden sich Gefäße, die mit denen in der Nase verbunden sind. Sie ziehen sich dann durch das Kühlen zusammen.
  • Auf keinen Fall sollten Sie die Nasenlöcher mit Wattekügelchen verstopfen. Oder den Kopf des Kindes in seinen Nacken legen. Sonst läuft das Blut in den Magen, ihm wird übel und es muss sich erbrechen.

Schock

Ein Schock ist weit mehr als ein plötzliches Erschrecken. Bei einem Schock wird Ihr Kind kreidebleich und hat kalten Schweiß auf der Stirn. Sie spüren seinen schnellen, schwachen Puls, das Kind ist aber bei Bewusstsein. Bei einem Schock geht irgendwo im Kreislauf des Kindes Flüssigkeit verloren: infolge einer Blutung, durch Flüssigkeitsverlust bei Verbrennungen oder Verbrühungen, durch Erbrechen und Durchfall, bei einer schweren Entzündung oder bei einem allergischen Schock. Dabei besteht die Gefahr, dass der Körper lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn nicht mehr richtig mit Blut versorgen kann.

Maßnahmen bei einem Schock:

Ein Schock ist weit mehr als ein plötzliches Erschrecken. Bei einem Schock wird Ihr Kind kreidebleich und hat kalten Schweiß auf der Stirn. Sie spüren seinen schnellen, schwachen Puls, das Kind ist aber bei Bewusstsein. Bei einem Schock geht irgendwo im Kreislauf des Kindes Flüssigkeit verloren: infolge einer Blutung, durch Flüssigkeitsverlust bei Verbrennungen oder Verbrühungen, durch Erbrechen und Durchfall, bei einer schweren Entzündung oder bei einem allergischen Schock. Dabei besteht die Gefahr, dass der Körper lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn nicht mehr richtig mit Blut versorgen kann.

Maßnahmen bei einem Schock:

  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.
  • Kontrollieren Sie, ob Ihr Kind noch bei Bewusstsein ist, ob es noch atmet und sein Herz schlägt. Verfolgen Sie die Atembewegungen und prüfen Sie den Puls an der Innenseite des Oberarmes, in der Leiste oder am Hals.
  • Lagern Sie den Oberkörper des Kindes flach und die Beine hoch, damit das Gehirn durchblutet wird.
  • Decken Sie das Kind warm zu.
  • Bleiben Sie bei Ihrem Kind, beruhigen und trösten Sie es.

Sonnenstich

Zu viel Sonne tut nicht gut - weder der Haut noch dem Kopf des Kindes. Es kann einen Sonnenstich bekommen. Das Gehirn und die Hirnhäute überhitzen sich dann, die Hirnhäute schwellen an. Die Folge: Dem Kind wird übel und schwindlig, es hat einen steifen Nacken, es kann nicht richtig gehen, hat Kopfschmerzen und muss sich erbrechen. Sein Gesicht ist heiß und rot, um den Mund bildet sich oft ein blasses Dreieck.

Nach ein bis drei Tagen ist der Spuk meist vorbei. Am besten aber lassen Sie es gar nicht so weit kommen: Setzen Sie Ihrem Kind lieber einen Hut auf. Vor allem, wenn es noch klein ist und wenig Haare hat. Denken Sie daran, dass die Sonne zwischen 12 und 15 Uhr am intensivsten ist - bleiben Sie in dieser Zeit am besten im Haus. Wenn es dennoch passiert ist, helfen folgende Schritte.

Maßnahmen beim Sonnenstich:

  • Bringen Sie Ihr Kind in den Schatten oder in einen abgedunkelten Raum.
  • Legen Sie es mit leicht erhöhtem Oberkörper hin.
  • Legen Sie kühle feuchte Tücher um Kopf und Nacken, wenn gewünscht.
  • Geben Sie dem Kind viel zu trinken.
  • Wenn das Kind Bewusstseinsstörungen, Krämpfe oder starke Schmerzen hat, rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.

Verbrannt, verbrüht

Fast jedes Kind muss einmal in seinem Leben aus leidvoller Erfahrung erkennen: Herdplatten sind heiß. Ebenso Tee, Kaffee oder die Kerze, an der sich so schön kokeln lässt. Und nicht immer kommt der kleine Abenteurer mit einer Brandblase davon.

Je mehr Haut verbrannt oder verbrüht ist, desto gefährlicher wird es. Ist die Hautoberfläche nicht mehr intakt, verliert der Körper Wasser. Dadurch sinkt der Blutdruck, lebenswichtige Organe werden nicht mehr durchblutet. Das Kind bekommt einen lebensgefährlichen Schockzustand. Und durch die verletzte Haut können Keime eindringen, die Wunde entzündet sich.

Maßnahmen, wenn Ihr Kind sich verbrannt oder verbrüht hat:

  • Löschen Sie brennende Kleidung sofort mit Decken, mit Wasser oder durch Wälzen auf dem Boden.
  • Öffnen Sie die Brandblasen auf keinen Fall, sie können sich sonst entzünden.
  • Ziehen Sie bei Verbrühungen schnell, aber vorsichtig die Kleider vom Leib.
  • Kühlen Sie die verbrannten oder verbrühten Stellen mit Wasser und feuchten Tüchern - mindestens zehn Minuten bis zu einer Stunde lang. Nehmen Sie aber lauwarmes und nicht eiskaltes Wasser: Letzteres kann die Haut weiter schädigen und außerdem das Kind unterkühlen.
  • Decken Sie nach dem Kühlen die Haut mit einem sauberen Laken oder einer speziellen Verbrennungsfolie ab.
  • Wärmen Sie den übrigen Körper des Kindes mit einer Wolldecke: Nichts verbraucht so viel Energie wie die Anstrengung des Körpers, seine Wärme zu halten!
  • Auf keinen Fall sollten Sie zu folgenden alten Hausmitteln greifen: Puder, Mehl, Öl oder Salben.
  • Rufen Sie den Notarzt unter der Nummer 112.

Vergiftungen

"Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen" - das steht auf den Flaschen von Spülmitteln, Blumendüngern oder WC-Reinigern. Zu Recht, denn diese Chemikalien sind giftig, nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene.

Entdecken Sie Ihr Kind also mit einer leeren Scheuermilchflasche, heißt es für Sie: nicht panisch zum erstbesten Gegenmittel greifen. Bei schäumenden oder ätzenden Stoffen etwa dürfen Sie bei Ihrem Kind auf gar keinen Fall Erbrechen auslösen. Überlegen Sie daher genau, was zu tun ist, und sprechen Sie das mit der Giftnotrufzentrale ab. Denn: Nicht wenige Menschen, die an Vergiftungen sterben, waren Opfer falscher Hilfsmaßnahmen!

Gift-Notzentrale anrufen: 030/19240

Rufen Sie bei der Giftnotzentrale an. Die Rufnummer lautet 19 240 mit den Vorwahlen für Berlin, Bonn, Mainz, München, Göttingen, Freiburg, Homburg. Den Giftnotruf Erfurt erreichen Sie unter 0361/73 07 30, den in Nürnberg unter 0911/39 82 451 oder 0911/39 82 655. Beraterinnen informieren Sie über die Wirkung des Giftes und sagen Ihnen, was Sie tun sollen.

Die Giftzentrale braucht von Ihnen folgende Informationen:

Wie heißt das Gift, wie wird es auf der Packung beschrieben? Wie viel von dem Gift hat Ihr Kind zu sich genommen? Wann hat das Kind die Substanz geschluckt? Wie alt ist Ihr Kind und wie viel wiegt es? Welche Beschwerden hat das Kind?

Heben Sie daher unbedingt die Reste des Giftes auf! Nur so kann das geeignete Gegenmittel bestimmt werden. Halten Sie sich bei allem, was Sie tun, an die Anweisungen der Giftnotrufzentrale. Alle Gegenmaßnahmen sind zugeschnitten auf das jeweilige Gift. Rufen Sie außerdem den Notarzt unter der Rufnummer 112 an.

Gegenmittel, die Mediziner empfehlen könnten, sind:

  • Medizinische Kohle - außer bei ätzenden Substanzen
  • Kohletabletten oder -pulver verdünnt mit Saft oder Cola
  • Medikamente mit dem Wirkstoff Simethicon bei Wasch- oder Spülmittelvergiftung
  • kleine Schlucke Wasser, Tee oder verdünnten Saft zum Verdünnen einer Substanz

Was Sie auf jeden Fall vermeiden sollten:

  • Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind eine Salzlösung zu trinken geben! Dadurch kann es eine Salzvergiftung bekommen und sein Körper verliert zu viel Wasser.
  • Geben Sie dem Kind keine Milch, um eine Substanz zu verdünnen. Das wurde früher zwar empfohlen, gilt aber als überholt. Milch gerinnt im Magen und kann die Aufnahme giftiger Stoffe sogar beschleunigen!
  • Bei schäumenden Stoffen (Spül- und Waschmittel), ätzenden Stoffen (Spülmaschinenreiniger) oder bei Lampenöl (Paraffinöl) dürfen Sie kein Erbrechen auslösen: Die Schleimhäute werden dadurch weiter zerstört. Außerdem kann das Kind ersticken.

Wunden

Die meisten Wunden bei Kindern sind harmlos und verheilen in der Regel gut. Allerdings müssen Sie ein paar Dinge beachten, wenn Sie die Wunde versorgen. Bei großen oder tiefen Wunden wie Platzwunden am Kopf oder Schnitten im Gesicht sollten Sie lieber zum Arzt gehen.

Weitere Maßnahmen bei Wunden:

  • Reinigen Sie die verschmutzte Wunde vorsichtig mit klarem Wasser.
  • Desinfizieren Sie die Wunde mit einem Desinfektionsmittel aus der Apotheke.
  • Kleben Sie Heftpflaster oder Klammerpflaster auf die Wunde.
  • Warten Sie nicht zu lange damit, die Wunde nähen oder klammern zu lassen: Der Arzt sollte das möglichst innerhalb von sechs bis acht Stunden erledigen.

Zahn- und Körperamputate

Wenn es hart auf hart kommt, verliert Ihr Kind bei einem Unfall einen Finger, ein Ohr oder ein anderes Körperteil. Sie sollten immer versuchen, die abgetrennten Teile zu retten. Zu Hause ist das sicher am einfachsten, weil Sie dort alles zur Hand haben.

Maßnahmen bei einem solchen Notfall:

  • Zuerst decken Sie die Wunden des Kindes mit einem sterilen Verband oder einer Kompresse ab.
  • Wenn die Wunde sehr stark blutet, binden Sie oberhalb der Wunde die Blutzufuhr ab.
  • Dann kümmern Sie sich um das abgetrennte Körperteil: Wickeln sie es in sterile Kompressen und stecken sie es in einen Plastikbeutel. Den wiederum legen Sie in einen Beutel mit Eiswasser. Und dann fahren Sie so schnell wie möglich mit Kind und Amputat ins Krankenhaus.
  • Auch ausgeschlagene Zähne können Sie retten: Milchzähne drücken Sie sofort wieder in die Zahnlücke. Oft wachsen sie dort wieder fest. Lassen Sie das aber vom Zahnarzt kontrollieren.
  • Bleibende Zähne können Sie in eine spezielle Zahnrettungsbox oder in ein Glas H-Milch legen. Dann sollten Sie mit Zahn und Kind sofort zum Zahnarzt oder zur zahnärztlichen Notaufnahme fahren. Eine Zahnrettungsbox bekommen Sie in jeder Apotheke. Notfalls können Sie auch Ihren Mund oder den Ihres Kindes als Rettungsbox verwenden.

Alle Notruf-Nummern auf einen Blick

Folgende Rufnummern sollten sie Notfall parat haben. Am besten ist es, sie im Handy gespeichert zu haben.

Notarzt, Feuerwehr, Polizei

Notruf/ Rettungsdienst: 112 Feuerwehr: 112 Polizei: 110

Diese Nummern sind ohne Vorwahl erreichbar - auch per Handy. Hier erfahren Sie auch die Telefonnummern der Giftnotrufzentralen und verschiedener Kinderkliniken im Bundesgebiet. Wichtig: Legen Sie nicht von sich aus auf, wenn Sie meinen, alles gesagt zu haben. Der Mitarbeiter der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.

Giftnotzentralen

Berlin: 030/ 19240 Bonn: 0228/ 19240 Erfurt: 0361/ 730730 Freiburg: 0761/ 19240 Göttingen: 0551/ 19240 Homburg: 06841/ 19240 Mainz: 06131/ 19240 München: 089/ 19240 Nürnberg: 0911/ 398 2451

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