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Lächelnd ins Restaurant

Deutsche Bürger wünschen sich laut einer Foodwatch-Umfrage ein "Smiley"-System für die Beurteilung der Qualität von Gaststätten. Unterdessen äußern Vebraucherschützer Unmut gegen das Verbraucherinformationsgesetz.

Eine große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich, dass Gaststätten mit einem "Smiley" gekennzeichnet werden sollen. 93 Prozent halten die Gesichter-Zeichen, die bereits in Dänemark über Hygienmängel aufklären, auch in Deutschland für sinnvoll. Das ergab eine Emnid-Umfrage unter 1003 Bundesbürgern für die Verbraucherorganisation Foodwatch. In Bayern und Berlin ist die Zustimmung zu den Gesichtern besondern hoch: Dort sprachen sich 98 beziehungsweise 97 Prozent dafür aus, während es in Sachsen und Thüringen 89 Prozent sind.

Hilfe gegen schwarze Schafe

Das Gesichter-System funktioniert folgendermaßen: Die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen werden in Dänemark per Aushang und im Internet veröffentlicht. Die Kunden können sehen, ob eine Würstchenbude, ein Restaurant oder ein Fleischbetrieb einwandfrei ist oder ob die Kontrolleure etwas zu beanstanden hatten.

Der Berliner Bezirk Pankow, in dem auch der Stadtteil Prenzlauer Berg liegt, hatte im vergangenen Jahr eine Liste über Hygienemängel von Betrieben und Gaststätten im Internet veröffentlicht und war auf großes Interesse gestoßen. Pankow wünscht sich das System für ganz Berlin.

Nach mehreren Gammelfleischskandalen trat vor knapp zwei Jahren das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) in Kraft. Die Behörden sollen bei Verstößen "schwarze Schafe" veröffentlichen. Opposition und Verbraucherschützer halten das VIG für eine Mogelpackung. Die FDP fordert im Bundestag eine Überarbeitung des Gesetzes. Der FDP-Verbraucherpolitiker Erik Schweickert sagte, die Ansprüche der Bürger auf Information sollten in einem einheitlichen Gesetz zusammengefasst werden. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte, der Anlegerschutz, das Gesundheitswesen und die Telekommunikation würden ausgeklammert. Das mache das Gesetz löchrig wie einen Schweizer Käse. Das Bundesverbrauchsministerium dagegen hatte die Regelung verteidigt und will Mitte Mai eine Bilanz vorlegen.

DPA/DPA

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