9. Juli 2012, 12:35 Uhr

Kassen und Hebammen sollen Zwist begraben

Immer mehr Hebammen müssen ihren Job aufgeben, weil sie die steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung nicht mehr zahlen können. Gesundheitsminister Bahr fordern Kompromissbereitschaft.

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Eine Mutter demonstrierte Ende Juni vor dem Bundeskanzleramt für mehr Geld für freiberufliche Hebammen©

Im Streit um niedrige Honorare und stark gestiegene Haftpflichtprämien für Hebammen hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) Krankenkassen und Hebammen zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. Die flächendeckende Versorgung mit Hebammenleistungen sei wichtig, sagte Bahr der "Süddeutschen Zeitung". Deshalb seien beide Seiten in der Pflicht, "den Verhandlungsprozess zu einem guten Ende zu führen".

Zum 1. Juli waren die Jahresprämien, die Hebammen für ihre Berufshaftpflicht zahlen müssen, von derzeit durchschnittlich fast 3700 Euro um 15 Prozent auf mehr als 4200 Euro gestiegen. Betroffen sind in erster Linie jene rund 3000 freiberuflichen Hebammen, die noch klassische Geburtshilfe anbieten. Seit Monaten verhandeln Hebammenverbände und Krankenkassen über mehr Geld, um die Prämiensteigerungen auszugleichen. Die Gespräche sind allerdings völlig festgefahren, eine Einigung ist nicht in Sicht.

Bahr sagte der Zeitung, die Regierungskoalition habe die Kostensteigerungen in der Berufshaftpflicht ausdrücklich zum Bestandteil der Verhandlungen gemacht und Voraussetzungen für "faire Verhandlungen" geschaffen. Er erwarte jetzt, "dass Kassen und Hebammen zu einem Ergebnis kommen", mahnte der Gesundheitsminister.

val/AFP
 
 
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