. .
Gesundheit - News und Ratgeber
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
6. Juli 2010, 15:40 Uhr

Hebammen bekommen mehr Geld

Im Streit um eine bessere Bezahlung haben sich die Hebammen mit den Krankenkassen geeinigt. Die Geburtshelfer erhalten für ihre Leistung künftig mehr Geld. Hintergrund der Auseinandersetzung waren die rasant gestiegenen Haftpflichtprämien.

Hebammen, Streik, Geburtshilfe, Krankenkassen, Haftpflicht

Hebammen begleiten Frauen während der Schwangerschaft und der Geburt bis hin zum Ende der Stillzeit© Colourbox

Die Hebammen erhalten künftig eine bessere Bezahlung für ihre Leistungen. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen am Dienstag mitteilte, einigten sich die Geburtshelferinnen am Montag nach langem Ringen im Schiedsverfahren mit den Kassen. Sie sollen demnach rückwirkend ab dem 1. Juli für jede außerklinische Geburt 100 Euro und für jede Krankenhausgeburt acht Euro zusätzlich bekommen.

Hintergrund des Streits, der im Mai mit bundesweiten Demonstrationen begonnen hatte, waren rasant gestiegene Prämien der Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen, die nach Einschätzung der Berufsverbände eine wirtschaftlich rentable Geburtshilfe nicht mehr zugelassen hätten. Die Jahresprämie hatte sich seit 1992 mehr als verzehnfacht. Am 1. Juli war sie erneut von 2370 Euro auf 3689 Euro gestiegen. Die ohnehin nicht üppige Vergütung war dagegen seit Jahren stagniert. Aufgrund einer Online-Petition der Geburtshelferinnen befasste sich am Montag auch der Petitionsausschuss des Bundestages mit der Situation der Hebammen.

lea/AFP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
sportartmakler (08.07.2010, 13:54 Uhr)
@kurjor
sie verdrehen die aussage von abcdef;) ein bißchen

fehler wurden schon immer gemacht, aber sie werden bei lebenslanger pflege heute eben weitaus teurer. die prämienkalkulation gerade in gewerbl. haftpflichtssparten erfolgt ganz gewiss nicht nur in dem das letzte jahr betrachtet wird. und den versicherungen, so berechtigt hier und da kritik auch ist, bleibt nichts anderes übrig außer prämien zu erhöhen, hebammen mit "schäden" in der vergangenheit abzulehnen oder diesen versicherungsschutz direkt aus dem geschäftsplan zu entfernen. anders funktioniert der grundgedanke einer versicherungsgemeinschaft halt nicht.

nicht ganz unschuldig an der aktuellen situation sind auch die gkv`n, die immer häufiger die haftpflichtversicherer versuchen in regreß zu nehmen.

in jedem fall eine schande für dtl, wie mit wirklichen leistungsträgern, gerade im heilwesen o in anderen sozialen berufen, umgegangen wird. keine rendite, keine leistung.

obwohl rendite des einen nur der mangel des anderen ist.
Amandi (08.07.2010, 13:02 Uhr)
Vorurteil!
@kurjor ("Unter diesen Umständen kann ich, wenn ich an das Leid der Kinder denke, die Eltern nicht verstehen, die nicht die grösste Sicherheit (Entbindung in der Klinik) in Anspruch nehmen.")

Tatsache ist, dass 85% der ausserklinisch begonnenen Geburten wie geplant beendet werden; ca. 15% werden in eine Klinik verlegt und davon 59% vaginal beendet - eine Kaiserschnittrate von nur 6%. (Werte für Deutschland, 2008 - Quelle: Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe)

Die teils invasiven Methoden in Kliniken stören in vielen Fällen den Geburtsverlauf mehr, als dass sie nützen. Gewinnorientierung und Zeitdruck sind Faktoren, die hier eine Rolle spielen.
Die Geburt ist kein pathologisches, sondern ein natürliches Ereignis. Hebammen können vor der Planung einer außerklinischen Geburt die Risiken abwägen und reagieren bei Komplikationen i.d.R. angemessen.
Die Kinder leiden bei einer invasiv begleiteten Geburt mit Sicherheit mehr (zB Streßhormone der Mutter) als bei einer natürlichen.

Ich empfehle den Film "The business of being born" & Bücher von Michel Odent und Sheyla Kitzinger
Amandi (08.07.2010, 12:24 Uhr)
Vorurteil!
@kurjor ("Unter diesen Umständen kann ich, wenn ich an das Leid der Kinder denke, die Eltern nicht verstehen, die nicht die grösste Sicherheit (Entbindung in der Klinik) in Anspruch nehmen.")

Tatsache ist, dass 85% der ausserklinisch begonnenen Geburten wie geplant beendet werden; ca. 15% werden in eine Klinik verlegt und davon 59% vaginal beendet - eine Kaiserschnittrate von nur 6%. (Werte für Deutschland, 2008 - Quelle: Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe)

Die teils invasiven Methoden in Kliniken stören in vielen Fällen den Geburtsverlauf mehr, als dass sie nützen. Gewinnorientierung und Zeitdruck sind Faktoren, die hier eine Rolle spielen.
Die Geburt ist kein pathologisches, sondern ein natürliches Ereignis. Hebammen können vor der Planung einer außerklinischen Geburt die Risiken abwägen und reagieren bei Komplikationen i.d.R. angemessen.
Die Kinder leiden bei einer invasiv begleiteten Geburt mit Sicherheit mehr (zB Streßhormone der Mutter) als bei einer natürlichen.

Ich empfehle den Film "The business of being born" & Bücher von Michel Odent und Sheyla Kitzinger
kurjor (07.07.2010, 15:24 Uhr)
Haftpflicht für Hebammen
@asdfghjkl
asdfghjkl (06.07.2010, 22:43 Uhr)

Diese massive Steigerung der Haftpflicht-Beiträge kommt vom medizinischen Fortschritt.

Wenn ich es richtig verstehe, schreiben Sie: "Es sind Fehler der Hebammen, die diese Beitragsexplosition verursachen. Dann muss sich im letzten Jahr aber sehr viel getan haben.

Unter diesen Umständen kann ich, wenn ich an das Leid der Kinder denke, die Eltern nicht verstehen, die nicht die grösste Sicherheit (Entbindung in der Klinik) in Anspruch nehmen.
asdfghjkl (06.07.2010, 22:43 Uhr)
@kurjor Woher das kommt...
Diese massive Steigerung der Haftpflicht-Beiträge kommt vom medizinischen Fortschritt. Daher, dass immer mehr Kinder selbst massive Schädigungen überleben.

Machte vor 20 Jahren die Hebamme einen Fehler während einer schwierigen Geburt, und das Kind bekam zu wenig Sauerstoff, dann war das Kleine eben tot. Punkt. Heute wird dieses Kind gerettet und die Haftpflicht-Versicherung zahlt die medizinische Nachsorge und im Zweifelsfalle die Lebenslange Pflege. Da die Versicherungen das aber nicht "einfach so" bezahlen wollen, sondern daraus ein lohnendes Geschäft machen wollen steigen eben die Beiträge massiv an.

Das eigentliche Problem dabei ist der Teil mit dem "Lohnenden Geschäft". Es müsste eine staatliche Absicherung für solche Fälle geben. Aber selbst da würden die Beiträge explodieren. Denn je mehr medizinisch möglich ist, desto teurer werden die Folgekosten bei einem Geschädigten.

Die Hebammen sind dabei die ersten Verlierer. Sie sind eben auch nur Menschen. Darum lassen sich Fehler nicht immer vermeiden. Besonders in Stressituationen oder bei Überarbeitung.
Die zweiten Verlierer sind die Patienten, die ihr Kind nicht im Klinik-Schichtbetrieb bekommen wollen. Die finden dann im Zweifel keine Hebamme mehr, die sie betreut.

Ich denke, die Gehaltserhöhung für die Hebammen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber eigentlich müsste sich da was am Sicherungssystem ändern.

Gruß
asdfghjkl
kurjor (06.07.2010, 16:35 Uhr)
Haftpflichtprämien, die ersten Gewinner
Die ersten Gewinner der Beitragsreform bei den GKVn haben wir ja schon.
Es sind die Berufshaftpflichtversicherer der "Hebammen".

Wie wird eine derartige Beitragssteigerung (von 2370 Euro auf 3689) eigentlich gerechtfertigt ???

Aber in unserem "kranken" Gesundheitssystem ist wohl alles möglich. Bin mal gespannt wer als nächster "goldene Eier" bekommt.
MEHR ZUM ARTIKEL
Hebammen-Protest Geburtshilfe hat in Deutschland keine Zukunft

Die Hebammen schlagen Alarm: Weil ihre Haftpflichtprämien explodieren, können sie in Zukunft kaum noch Geburtshilfe leisten. Für freiberufliche Frauenärzte gilt dasselbe. Wenn die Fachkräfte aussteigen, trifft es vor allem Schwangere jenseits der Ballungszentren hart. mehr...

Schwangerschafts-Quiz Fit für den Kreißsaal

Sie bekommen Nachwuchs oder möchten Kinder? Dann wissen Sie sicher, ob die werdende Mutter tatsächlich für zwei essen soll und welche Rolle der Rhesusfaktor spielt. Testen Sie Ihr Wissen über die Schwangerschaft! mehr...