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Stern Logo Gesundheits-Mythen im Check - Tatsache oder Trugschluss?

Macht Bier einen Bierbauch?

Der Sommer kommt, die Temperaturen steigen - und das Bier schmeckt. Doch mit jedem Glas wächst das schlechte Gewissen: Stimmt es, dass Biertrinker Gefahr laufen, einen dicken Bauch zu bekommen?

  Der Bauch wölbt sich, die Hose zwickt: War das Bier Schuld?

Der Bauch wölbt sich, die Hose zwickt: War das Bier Schuld?

Macht abends essen dick? Ist es schädlich, den Deckel des Joghurtbechers abzulecken? Gibt es süßes Blut? Der stern nimmt in loser Reihenfolge Alltagsmythen unter die Lupe.

Bekommt man von Bier einen dicken Bauch?

Die Auflösung

Es gibt Menschen, die eine Kugel vor sich herschieben: Einen rundlichen Bauch, der sich über den Hosenbund wölbt und das Hemd spannen lässt. "Wohlfühlbauch" nennen das manche, hervorgerufen durch zu viel Essen und zu wenig Sport. Andere sehen in der Rundung ein Zeichen für übermäßigen Bierkonsum.

Tatsächlich stecken in Bier jede Menge Kalorien, und die machen in großen Mengen dick. Ein halber Liter Lagerbier bringt es auf rund 215 Kilokalorien, eine Maß kommt auf einen Wert von 430 Kilokalorien. Die gleiche Menge steckt auch in einem großen Stück Obstkuchen und deckt den täglichen Kalorienbedarf einer Frau zu gut einem Viertel. Allerdings enthält auch Wein einen hohen Nährwert - einen "Weinbauch" hat davon allerdings wohl noch niemand bekommen.

Forscher des "Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke" (DIfE) gingen der Frage nach. Sie suchten nach einem Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum, Körpergewicht und Taillenumfang und werteten die Daten von mehr als 250.000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Männer, die jahrelang mehr als zwei Gläser Alkohol pro Tag getrunken hatten, wogen mehr als eine Vergleichsgruppe, die nur gelegentlich trank. Außerdem legten die Vieltrinker - Männer wie Frauen - an der Taille zu: Männer rund 1,1 Zentimeter, Frauen etwa 1,5 Zentimeter.

Tatsächlich war dieser Effekt bei Biertrinkern besonders ausgeprägt, jedoch auch bei Weintrinkern sichtbar. "Die Unterschiede im Bauchumfang sind nicht extrem groß. Dennoch sind sie eindeutig und könnten für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung eine Rolle spielen", so Manuela Bergmann vom DIfE.

Das Risiko für Diabetes steigt

Bauchfett, auch viszerales Fett genannt, ist im Gegensatz zu den Fettpolstern an Hüfte oder Schenkeln besonders schädlich und kann zu einem Gesundheitsrisiko werden. Denn es produziert Botenstoffe, die im Körper Entzündungsprozesse begünstigen. Damit steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten, etwa Dickdarmkrebs.

Warum Biertrinker besonders viel Fett am Oberbauch anlagern, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglicherweise macht hier - wie so oft - die Menge das Gift: In geselligen Runden folgt nach der ersten Flasche Bier meist noch eine zweite oder dritte, was die Kalorienzufuhr drastisch erhöht. Wein gilt dagegen eher als Genussmittel, hier ist oft nach einem Glas Schluss.

Außerdem steigert Bier den Appetit auf deftiges Essen, indem es im Gehirn eine leichte Unterzuckerung auslöst und Salze aus dem Körper schwemmt. Dieses Phänomen wissen Biergarten-Betreiber geschickt für sich zu nutzen - und verkaufen neben Radler, Pils und Co. auch Pommes, Salzbrezeln und Burger.

Fazit

Menschen, die regelmäßig größere Mengen Bier trinken, laufen tatsächlich Gefahr, dass der Bauchumfang wächst. Auch Wein - häufig und viel getrunken - hinterlässt Spuren an der Taille; wenn auch in geringerem Maße als Bier.

Als akzeptabel gilt eine tägliche Alkoholmenge von etwa zehn Gramm bei Frauen und zwanzig Gramm bei Männern. Letzteres entspricht etwa einem halben Liter Bier oder einem viertel Liter Wein. Doch auch diese Menge sollte nicht täglich ausgeschöpft werden: Ideal ist, mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche einzuplanen.

Ilona Kriesl
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