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26. April 2010, 15:10 Uhr

Beteiligte einigen sich auf Light-Variante

Nach langem Streit haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Apotheker auf eine abgespeckte Variante der umstrittenen elektronischen Gesundheitskarte geeinigt. Sie soll nur die Stammdaten enthalten. Wann sie eingeführt wird, ist allerdings noch offen.

Gesundheitskarte, elektronische Gesundheitskarte

Rezepte sollen auf der Gesundheitskarte erst einmal nicht gespeichert werden© Lennart Preiss/DDP

Nach jahrelangem Streit und einem pannenreichen Vorlauf haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Apotheker auf eine abgespeckte Variante der umstrittenen elektronischen Gesundheitskarte verständigt. Wann die elektronische Gesundheitskarte in den Praxen Einzug hält, ist allerdings noch offen, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Montag unter Berufung auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen. Die Betreibergesellschaft gematik, in der Kassen, Ärzte und andere Leistungserbringer vertreten sind, hatte sich am Dienstag vergangener Woche auf ein neues Modell des milliardenteuren Projekts geeinigt.

Die elektronische Gesundheitskarte soll die bisherige Krankenkassenkarte ersetzen. Sie soll aber laut Beschluss der gematik vorerst nur die Stammdaten der Patienten enthalten, wie sie auch auf der derzeitigen Versichertenkarte gespeichert sind. Auf freiwilliger Basis können auch Notfalldaten etwa zu chronischen Erkrankungen und Arzneimittelunverträglichkeiten erfasst werden.

Rezepte werden nicht gespeichert

Entgegen den ursprünglichen Planungen sollen zunächst keine Rezepte auf der Karte gespeichert werden. Auch die elektronische Patientenakte wird vorerst nicht aufgenommen. Die Frage, ob die Ärzte zur Annahme der elektronischen Gesundheitskarte verpflichtet werden, ist weiter ungeklärt. Der frühere Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, wurde von den Gesellschaftern als Schlichter für künftige Streitfälle ernannt.

Die elektronische Gesundheitskarte ist seit längerem wegen technischer Probleme und datenschutzrechtlicher Bedenken umstritten. Ursprünglich sollte die Karte bereits 2006 eingeführt werden. Die von der gematik nun abgeschlossene Bestandsprüfung der elektronischen Gesundheitskarte war von der schwarz-gelben Koalition gefordert worden. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, dass er die elektronische Gesundheitskarte nur in einer abgespeckten Version einführen wolle.

AFP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
sportartmakler (28.04.2010, 10:44 Uhr)
wie darf ich das verstehen
in der betreibergesellschaft sind u.a. ärzte als mitglieder zu finden. klingt nach nem netten zuverdienst. was haben bei diesen verhandlungen eigentlich unsere einzelhändler mit sonderstatus zu suchen? was sind denn deren umzusetzende interessen?

das ganze hat auf djeen fall wieder ein besonderes geschmäckle...

a2d2 (27.04.2010, 22:10 Uhr)
ist doch alles schon Makulatur
...technisch ist die Karte, samt Hardware doch sowieso anno 2004-5. Der ganze Kram wird doch sowieso Hackerziel No. 1, auch diese Server werden geknackt -- Wetten daß ??? Da möchte ich nicht draufstehen...
knilch_59 (26.04.2010, 21:48 Uhr)
@Dr_Dolittle: Einverstanden!
Wenn die Ärzteschaft und die Krankenkassen sicherstellen, dass es nicht zu Mehrkosten führt, sollten ALLE Patientendaten in die Verfügungsgewalt des Patienten übergeben werden. Beim Arzt haben die nur dann und solange etwas zu suchen, wie die konkrete Behandlung andauert, und auch dann nur als Kopie! Das wäre die konsequente Umsetzung des Grundrechts auf informelle Selbstbestimmung
.
Ansonsten hat derjenige den Anspruch auf die Info-s, der sie bezahlt. In der GKV also die Kasse, nicht der Versicherte, nicht der Patient und schon gar nicht der Arzt! Wer das nicht möchte, möge bitte als Privatpatient die Rechnungen aus eigener Tasche bezahlen oder als Arzt nur Privatpatienten annehmen.
.
Wo wir da hinkämen? Zur Normalität!
.
Diese Gesundheitskarte, in der Rösler-Variante, ist wirklich überflüssig. Aber was will man aus dieser politischen Ecke auch erwarten?
Dr_Dolittle (26.04.2010, 20:17 Uhr)
geeinigt haben sich...
allenfalls diejenigen, die unter allen Umständen das Geschäft machen wollen, nämlich die Gematik.
Immerhin wird diskutiert, daß die Verwendung für Äzte VERPFLICHTEND sein könnte. Wo kommen wir denn da hin, wenn Äzte VERPFLICHTET werden können, die Daten Ihrer Patienten auf von ihnen nicht zu kontrollierende bundesweit einheitliche Server zu überspielen????? Würden Sie zu einem Rechtsanwalt gehen, der die Daten über Ihren Besuch auf einem bundesweit einheitlichen Server ablegt? Zu einem Priester, der den Mitschnitt Ihrer Beichte sei es auch nur als "Sicherungskopie" bei "katho-VZ" ablegt?
Die Ärzte sind immer noch strikt dagegen. Heut erst wieder hat die Niedersächsische Ärztekammer auch die e-card light abgelehnt. Es gibt seit Jahren ablehnende Beschlüsse des deutschen Ärztetages. Aber die werden von der Presse - wahrscheinlich nur mangesls gründlicher Recherche - unterschlagen.
Corazito3333 (26.04.2010, 16:12 Uhr)
Die überbezahlten Gesundheitspolitiker
man könnte soviel Geld sparen........ aber da würde man anecken... und die Kärtchen sind gutes Business, wieviele Illegale lassen sich seit Jahrzehnten auf den Namen anderer behandeln - aber das sind ja nur Peanuts gegen die Kosten der erfundenen Vogel- Schweinegrippe und Panikmache. Übrigens meine Apotheke hat so eine Karte, da kann ich meine Krankheiten, Unverträglichkeiten etc. listen lassen.
Maddux (26.04.2010, 15:38 Uhr)
Na klar,
wenn diese Gesundheitspolitik-Komissionen das Auto neu erfinden müßten, hätte es nur drei Reifen, keine Türen und ein dreieckiges Lenkrad. Tolle Lösung !
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