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23. Juni 2008, 11:18 Uhr

Wie Medikamente die Umwelt belasten

In Klärwerken werden viele Arzneiwirkstoffe nicht herausgefiltert© Picture-Alliance/ZB

Wie sich das Problem lösen lässt

Um zu verhindern, dass Pharmaka und andere Schadstoffe überhaupt in Flüssen, Seen und Meeren landen, hat Ternes mit weiteren Wasserexperten in einem 80-seitigen Konzept zum Handeln aufgefordert: "Wir müssen bei der Zulassung von Substanzen anfangen und bestimmen, wie groß ihr Gefahrenpotenzial für die Umwelt und auch für das Trinkwasser ist", sagt Ternes. Dies gelte bereits für Industriechemikalien und Kosmetika. Neue Medikamente müssen Hersteller zwar seit 2006 auf ihre Umweltverträglichkeit testen. Doch eine schlechte Öko-Bilanz verhindert nicht die Zulassung eines Präparates. Eine andere Idee ist ein Umweltengel für Arzneimittel, an dem Ärzte und Verbraucher erkennen können, dass sie mit der Wahl dieses Produktes, Umwelt und Trinkwasser schützen. In Schweden gibt es so ein Label bereits seit 2003. Stark belasteter Urin ließe sich hingegen in Trenntoiletten separat entsorgen. Krankenhäuser könnten so zum Beispiel Kontrastmittel aus Röntgenuntersuchungen sammeln; denn diese werden fast vollständig wieder ausgeschieden. Ambulante Variante: Patienten geben ihren Urin in einer Arztpraxis ab.

Auch Arneimittelhersteller sollten etwas tun

Die Wasserfachleute plädieren für Vermeiden statt Herausfiltern. "Nur Maßnahmen an der Quelle bringen uns weiter", sagt Ternes. "Die Technik für das Reinigen treibt die Wasserkosten in die Höhe. Das ist nicht nachhaltig." Klärwerke aufzurüsten, sei nur in ausgesuchten Fällen sinnvoll. Für einige Substanzen gibt es aber bereits Grenzwerte. Derzeit legt die EU für 33 Stoffe Limits in Fließgewässern fest. Alle vier Jahre wird die europäische Wasserrahmenrichtlinie überarbeitet. Ternes erwartet, dass weitere Substanzen hinzukommen. Darunter wahrscheinlich Diclofenac.

Auch Arzneimittelhersteller könnten mehr für die Umwelt tun, indem sie gut abbaubare Wirkstoffmoleküle konzipieren. "Das stößt grundsätzlich auf offene Ohren", berichtet Florian Keil vom ISOE. "Aber ein verpflichtendes Umweltkriterium empfinden die Unternehmen als zusätzliche Hürde. Sie sagen, es sei schon schwer genug, neue Medikamente zu entwickeln."

Von Martina Janning
Seite 1: Wie Medikamente die Umwelt belasten
Seite 2: Wie sich das Problem lösen lässt
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
heiner5362 (23.06.2008, 17:45 Uhr)
öko-steuer
auch auf das trinkwasser !!!
da tut sich wieder eine neue abzockmöglichkeit auf. da hilft nur noch statt wasser eigenurin trinken(da bleibt der chemiecocktail am mann) soll ja gesund sein-würg.
bayerbienengift (23.06.2008, 12:26 Uhr)
Entsorgung über WC
Das größte Problem der Entsorgung über das WC sind nicht die paar ins Klo geworfenen Tabletten, sondern die Milliarden von Tabletten, die über den Urin wiederausgeschieden werden. Und dann wird darüber diskutiert, ob vielleicht die Handystrahlung für das Amphibiensterben verantwortlich sein könnte. Vielleicht kann ja demnächst unser Krankheitsminister
Rezeptgebühr auf Trinkwasser verlangen.
grossbuerger (23.06.2008, 12:18 Uhr)
der arme Mensch !
isser es nicht selber schuld ? Ist das Leben ein Wunschkonzert ? Und wenn sich nicht so viele Idioten vermehren würden, wäre das Leben dann nicht schöner ? Kommt das Essen aus dem Regal ? Sind die Regale immer voll ? - In ein paar jahren wird das hier so knallen, daß ich mir jetzt schon die Gesichter der ganzen Deppen vorstellen kann, wie sie blöde aus der Wäsche gucken und ihre ganze Brut nicht mehr durchfüttern können ... aber Hauptsache der Mensch vermehrt sich fleißig ... geil ...
endbenutzer (23.06.2008, 11:31 Uhr)
Es wäre schon mal...
...ein Anfang, wenn die Packungsgrößen den Anforderungen angepasst würden. Jeder hat doch im Badezimmerschränkchen einen nicht unbeträchtlichen Vorrat an Medikamenten, die zwar irgendwann verschrieben wurden, aber entweder durch Unverträglichkeit (falsches Medikament) oder zu groß geratene Verpackungseinheiten die zu behandelnde Krankheit überdauert haben.
Sandygirl (23.06.2008, 11:30 Uhr)
Girlies
Wundert ihr Euch noch, dass die Girls heute schon mit 10 Jahren ihre Tage bekommen und Teenager Schwangerschaften trotz Aufklärung immer mehr zunehmen?
Alles Folge der hormonellen Verseuchung des Grundwassers.
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