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24. September 2008, 15:38 Uhr

Der Wunsch nach dem perfekten Genital

Schönheitschirurgie, Plastische Chirurgie, Genital, Schamlippen, Korrektur, Vagina, Gynäkologen, Frauenärzte

Durch die Mode der Intimrasur fallen unregelmäßige, zu kleine oder zu große Schamlippen auf und werden von den Frauen oft als unästhetisch empfunden.© Tuomas Marttila/Picture-Alliance

Schönheitschirurgen sagen, dass sich auch viele ältere, selbstbewusste Frauen operieren lassen, die sich "etwas Gutes" tun wollen und danach auch sehr zufrieden seien mit dem Ergebnis.

Aus der psychologischen Forschung kennen wir den Begriff der Recht- fertigungszufriedenheit. Wenn eine Frau eine Schönheitsoperation aus eigener Motivation durchführen lässt und selbst dafür gezahlt hat, ist sie für einen gewissen Zeitraum allein durch den Eingriff psychisch stabilisiert. Aber die Motivation zu einer Schönheitsoperation ist noch vielfältiger. Eine Frau lebt ja nicht isoliert, sondern in einem sozialen Umfeld. Gelegentlich können sich auch zum Beispiel eine Alters- depression oder Paarprobleme hinter dem Operationswunsch verbergen.

Schönheitschirurgen argumentieren, dass die Frauen die Entscheidung zur Genital-OP völlig unabhängig von Partnerwünschen treffen - im Gegensatz zum Beispiel zu Brustoperationen.

Das ist eine ziemlich oberflächliche Sicht. Eine Frau lebt mit ihrem Körper und ihrer Sexualität nicht für sich, natürlich beeinflusst der Partner und die Umgebung die Einstellung zum eigenen Körper. Gibt es in der Paarsexualität Probleme, die nicht angesprochen werden, kann es dazu führen, dass die Frau diese Probleme mit eigenen körperlichen Makeln in Verbindung bringt. Sie rätselt zum Beispiel, warum ihr Mann nicht zum Samenerguß kommt und denkt, ihre Scheide wäre vielleicht zu weit. Sexualität kann man aber nicht auf einen körperlichen Aspekt reduzieren. So hat der Partner vielleicht eine andere Frau oder er hat einfach nicht mehr so viel Lust und kann das nicht offen ausdrücken. Man sollte als Arzt nie die Eintrittskarte der Frau sofort als Wahrheit nehmen, sondern genau hinschauen. Es ist hochproblematisch, das Messer zur Reparatur einer psychischen Störung zu nehmen.

Was wünschen sie sich für die Zukunft?

Da es sich bei der Nachfrage nach genitalen Schönheitsoperationen um ein relativ neues Phänomen handelt und bisher auch keine Studien zu dem Thema vorliegen, gibt es kaum Beratungsangebote. Gerade weil diese Eingriffe in den meisten Fällen nicht wirklich medizinisch begründet sind, ist eine sorgfältige Aufklärung wichtig. Insgesamt schätzen wir die Zahl der Schönheitsoperationen in Deutschland auf mehrere hundertausend im Jahr, davon sind einige hundert bis einige tausend Operationen am weiblichen Geschlecht. Wir fürchten, dass dieser Trend genau so ein Massenphänomen werden könnte wie die Brustoperationen und wollen dem entgegensteuern.

Wir wünschen uns mehr Aufklärung und Informationen in der Öffentlichkeit. Viele Frauen, die unbedingt operiert werden wollen, suchen Informationen und Adressen in Chat-Rooms oder über Bekannte, in den meisten Fällen ohne vernünftige Beratung.

Informationen im Netz Frauenärzte im Netz

Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS): Broschüre zur Diskussion um den Schönheitswahn: "Spieglein, Spieglein an der Wand."

Interview: Yamina Merabet
Seite 1: Der Wunsch nach dem perfekten Genital
Seite 2: Schönheitschirurgen sagen, dass sich auch viele ältere, selbstbewusste Frauen operieren lassen, die sich "etwas Gutes" tun wollen und danach auch sehr zufrieden seien mit dem Ergebnis.
 
 
KOMMENTARE (10 von 26)
 
Nana_Xiaojie (25.09.2008, 16:53 Uhr)
Hallo undjetztnochder
Bitte nicht vom eigenen "Humor" auf den anderer schliessen. Vielen Dank.
manesse (25.09.2008, 15:58 Uhr)
@malt
Sie haben ja so recht. Vor der meinen graust es sogar meinem Hund.
Euridike (25.09.2008, 11:38 Uhr)
Mir scheint es,
dass es viel zu vielen zu gut geht! Wenn die keine anderen Sorgen haben, dann kommen die auf diese hirnverbrannten Ideen.
Vielleicht sollte sie mal mit Frauen Reden, die sich den Genitalverstümmelungen der traditionellen Gesellschaften in Afrika und anderswo unterziehen mußten, bzw. unterzogen wurden. Dann kommt vielleicht eine klitzekleine Ahnung auf, wie gut es ihnen hier geht. Die Operationsgelder jedenfalls wären besser für Aufklärungsprojekte in Afrika (oder Anderes) gespendet.
KunibertHurtig (25.09.2008, 11:17 Uhr)
Ni Haó, Xiaojie
"... dauert das Sommerloch denn immer noch an?"
Durchaus nicht, es scheint nur dort verschwunden, wo der Vaginalkorrekteur durch Beschneidung den Blick öffnen will ...
Und noch einmal: Herr lass Hirn regnen
Kuni
Sublucem (25.09.2008, 10:24 Uhr)
Jeder wie er's mag
Mir ist es egal. Wenn Frauen soetwas machen lassen möchten, ist das schlicht und ergreifend ihre Sache. Ich selbst verbringe eigentlich nicht die Zeit damit, mit einem Lineal und einem Fotoapparat auf Perfektion hin zu überprüfen und so richtige Genitalmodels habe ich auch noch nicht erlebt - aber wenn es für das eigene Körpergefühl wichtig ist, dann sollte man das eben (nach reiflicher Überlegung) machen lassen. Da hat sich mE. sonst niemand einzumischen - und erst recht nicht bei einer entsprechenden Indikation.
Wer sich darüber einen Kopf macht, der hat sonst keine Sorgen *g*
provocateur (25.09.2008, 09:40 Uhr)
Hirnabsaugen...
...scheint mir dieser Idee vorausgegangen zu sein.
mupfeline (25.09.2008, 08:51 Uhr)
Nein, kommentiere ich nicht
Die Welt ist bekloppt, mehr nicht.
sportartmakler (25.09.2008, 08:29 Uhr)
warum spricht der autor bereits von einer norm?
nur weil ein paar neureiche gelangweilte ehefrauen sich bereits für eine sanierung unters messer gelegt haben?
es bleibt nur zu hoffen dass das abnorm bleibt und die sauerstoffzufuhr der damen wieder gewährleistet ist.
undjetztnochder (25.09.2008, 08:11 Uhr)
@NanaX
Das mit dem "Sommerloch" in diesem Zusammenhang ist gut - Sie sind ja richtig witzig.
Nana_Xiaojie (25.09.2008, 06:01 Uhr)
Meine Guete...
... dauert das Sommerloch denn immer noch an? Artikel, die die Welt nicht braucht!
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