Haben Sie helle Haut und lieben den Strand? Oder sind Sie eher der "germanische" Typ mit Vorliebe für die Berge? Jeder braucht individuell abgestimmten Schutz - und das ist oft mehr als eine gute Sonnencreme. Von Beate Wagner

Sie muss auf der Hut sein: Der keltische Hauttyp ist der empfindlichste© Anja Lehmann
Sonnenstrahlen streicheln die Seele und sind gesund: Sie kurbeln die Produktion von körpereigenem Vitamin D und das Herz-Kreislauf-System an, helfen bei Ekzemen und Schuppenflechte. Allerdings kommt es auf das Maß an. Zu viel Sonne ist riskant und die Hauptursache für die zunehmenden Fälle von Hautkrebs. Etwa 120.000 Neuerkrankungen gibt es hierzulande jährlich.
Wie intensiv und somit gefährlich die Strahlung für unsere Haut als größtes Organ ist, hängt von Faktoren wie dem Sonnenstand, dem Ozongehalt der Luft, der Reflexion durch Schnee, Sand, Wasser und der Höhenlage ab. So nimmt die Intensität der UV-Strahlung beispielsweise im Hochgebirge pro 1000 Meter Höhenunterschied um 15 bis 20 Prozent zu. Eine zentrale Rolle spielt die angeborene Hautempfindlichkeit: wie dick die Hornschicht ist und wie pigmenthaltig die Haut. Je nach Hauttyp variiert demnach die Eigenschutzzeit. Das ist die Spanne, in der die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne dass es zu einer Rötung kommt.
Creme eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auftragen
Sonnencreme verlängert diesen Zeitraum. Ein gutes Produkt schützt vor UV-A- wie UV-B-Strahlung. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel UV-B-Strahlung die Haut erreicht. Bei Faktor 10 ist es ein Zehntel, bei Faktor 20 ein Zwanzigstel - allerdings gemessen bei zwei Milligramm Schutzmittel pro Quadratzentimeter Haut. Das ist eine richtig dicke Schmierschicht - rund viermal so viel, wie die meisten Menschen verwenden.
Sonnencremes mit chemischem Faktor müssen mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden, damit sie richtig wirken. Sie können die Sensibilität gegenüber UV-Strahlung verstärken und allergische Reaktionen hervorrufen. Für Kinder sind sie daher nicht unbedingt geeignet. Mittel mit physikalischen Filtern wie Zinkoxid und Titanoxid wirken sofort und rufen keine Hautirritationen hervor. Dafür sind sie schwieriger in die Haut einzuarbeiten und hinterlassen auf ihr manchmal einen weißlichen Schimmer.
Übernommen aus ...
Ausgabe 3/2006