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7. April 2009, 14:16 Uhr

Erstmals Hände und Gesicht verpflanzt

In Frankreich sind einem Mann erstmals zwei Hände und das Gesicht verpflanzt worden. Die Operation dauerte 30 Stunden. Dabei transplantierten die Ärzte dem Mann beide Hände oberhalb der Handgelenke und die Gesichtspartie oberhalb der Lippen samt Nase, Ohren, Augenlider, Brauen und Haarschopf.

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Erfolg für französische Mediziner: In einer 30-Stunden-Operation sind einem Mann erstmals zwei Hände und das Gesicht verpflanzt worden© Colourbox

2004 hatte der 30-jährige Franzose bei einem Unfall so schwere Verbrennungen erlitten, dass seine Gesichtsmuskeln und Finger völlig zerstört waren. Der Patient habe nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, erklärte die Pariser Krankenhausverwaltung AP-HP. Die 30-stündige Operation am Wochenende im Krankenhaus Henri Mondor von Créteil bei Paris sei erfolgreich verlaufen.

Bisher sechs Gesichtstransplantationen weltweit

Ein Jahr lang stand der Patient auf der Warteliste für die Transplantation, bis ein geeigneter Spender gefunden war. Die Ärzte verpflanzten dem Mann beide Hände oberhalb der Handgelenke. Dazu kam die Gesichtspartie oberhalb der Lippen samt Nase, Ohren, Augenlider, Brauen und Haarschopf. Das Ärzteteam arbeitete auch die Nacht durch.

Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot-Narquin beglückwünschte die Ärzte Professor Laurent Lantiéri, Jean-Paul Méningaud, Christian Dumontier und Professor Levon Doursounian sowie ihre rund 40 Mitarbeiter zu ihrem Erfolg. Sie hob dabei auch den Mut des Patienten hervor und würdigte den Vorsprung der französischen Mediziner. Bisher gab es weltweit sechs Gesichtstransplantationen, davon vier in Frankreich. Die erste Hand wurde 1998 in Lyon übertragen, das erste Gesicht 2005 in Amiens.

"Die Operation ist besonders schwierig, weil die Nerven bei den Lidern sehr fein sind", erklärten die Ärzte. Außerdem sei es sehr kompliziert, die Tränenkanäle exakt zu verbinden. Für Lantiéri ist es bereits die dritte Gesichtsübertragung. Der Arzt erklärte, der Patient sei in einem allgemein guten Zustand. Der Mann wurde in ein künstliches Koma gelegt, um die Genesung zu fördern. Die Gefahr der Abstoßung des fremden Gewebes ist Fachleuten zufolge bei der Übertragung großer Körperteile nicht größer als bei kleinen. Sie bleibt aber auch nach Überwinden der kritischen ersten Phase ein Leben lang bestehen.

DPA
 
 
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