Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. In den meisten Fällen können Sie Ihrem Kind selbst helfen. Geben Sie Ihrem Kind aber nicht wahllos Tabletten: Manche Pillen sind nicht geeignet.
Ruhe und Entspannung
Wenn Ihr Kind unter Kopfschmerzen leidet, sollten Sie ihm nicht gleich Tabletten geben: Besonders Acetyl-Salicyl-Säure (ASS) ist bei Kindern ungeeignet, weil es schwere Nebenwirkungen haben kann. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihrem Kind auch ohne Medikamente zu helfen: Mit Entspannungsverfahren, mit einer ruhigen Umgebung, mit einem offenen Ohr für seine Nöte und Sorgen.
Was Sie selbst für Ihr Kind tun können:
Sorgen Sie für eine ruhige, unaufgeregte Umgebung.
Dunkeln Sie den Raum ab.
Legen Sie ein kaltes Tuch oder einen Eisbeutel auf die Stirn.
Lassen Sie ihr Kind entspannende Musik hören.
Bei Migräne können Sie die Schläfen und die Stirn mit Pfefferminzöl massieren.
Helfen die Hausmittel alle nicht, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Er wird mit Ihnen weitere Möglichkeiten besprechen. Es kann sein, dass er Medikamente empfiehlt.
Nicht alle Schmerzmittel sind für Kinder geeignet
Für Kinder geeignet sind diese Mittel:
Tabletten mit den schmerzstillenden Substanzen Ibuprofen oder Paracetamol,
gegen Übelkeit und Erbrechen bei Migräne hilft der Wirkstoff Domperidon.
Schwere Migräne-Anfälle können mit der Wirkstoff-Klasse der Triptane gemildert werden. Bei Kindern bewährt haben sich Nasensprays mit dem Wirkstoff Sumatriptan. Bei Spannungskopfschmerzen hingegen wirken Triptane nicht.
Nicht geeignet für Kinder sind diese Tabletten:
Geben Sie Ihrem Kind keine Acetylsalicylsäure (ASS) , weder als Tablette noch als Pulver. Der Wirkstoff kann die Leber schwer schädigen.
Bei Erwachsenen helfen Extrakte des Mutterkorns (Ergotamine) gegen Migräne. Kindern sollten Sie diese nebenwirkungsreichen Substanzen nicht geben.
Wenn Ihr Kind unter starken Migräne-Attacken leidet, kann es - in Absprache mit dem Arzt - möglicherweise sinnvoll sein, ihm vorbeugend Tabletten zu geben. Es gibt verschiedene Präparate, die der Arzt verschreiben kann. Dazu zählt zum Beispiel Propranolol oder Flunarizin. Beide Substanzen sollten bei Kindern aber nur mit äußerster Vorsicht und unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden.
Phantasiereisen helfen besser als Medikamente
Hat Ihr Kind eine Migräne-Attacke, können Schmerzmittel helfen. Bei Spannungskopfschmerzen sind meist andere Behandlungsstrategien erfolgreicher. Dazu zählen:
Entspannungsverfahren
Phantasiereisen,
die progressive Muskelentspannung nach Jacobson,
ein Kopfschmerz-Training,
ein Biofeedback-Verfahren,
die Transkutane Nervenstimulation (TENS).
Constanze Löffler