. .
News am 28.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. Dezember 2007, 17:05 Uhr

"Grenzwerte auf den Prüfstand!"

Je näher kleine Kinder an einem Atomkraftwerk leben, desto gefährdeter sind sie, an Krebs zu erkranken. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz. AKW-Gegner fordern einen schnellen Atomausstieg. Experten sind sich aber uneins, ob tatsächlich radioaktive Strahlung das Risiko erhöht. Von Claudia Wüstenhagen

Das Krebsrisiko für Kinder steigt, wenn sie in der Nähe von Atomkraftwerken, wie etwa dem in Neckarwestheim, leben© Michael Latz/DDP

Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren, die in der Nähe eines Kernkraftwerks wohnen, erkranken deutlich häufiger an Krebs beziehungsweise Leukämie (Blutkrebs) als ihre Altersgenossen in anderen Regionen. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten des Deutschen Kinderkrebsregisters, die fast 1600 an Krebs erkrankte Jungen und Mädchen sowie 4700 nicht erkrankte Kinder in ihre Untersuchung einbezogen haben. Der Zusammenhang sei statistisch signifikant, heißt es in der Studie, die am 10. Dezember vorgestellt wurde. Im Fünf-Kilometer-Umkreis fanden die Wissenschaftler mehr als doppelt so viele Fälle von Leukämie als im statistischen Durchschnitt zu erwarten gewesen wären. Angesichts dieser eindeutigen Zahlen fühlen sich viele Kernkraftgegner bestätigt. Greenpeace betont: "Niemand kann Entwarnung geben zu den Risiken von Atomkraftwerken." Grünen-Chef Reinhard Bütikofer fordert, dass die Atomkraftwerke jetzt noch schneller abgeschaltet werden müssten. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) weist auf die öffentliche Gefahr der Meiler hin und fordert, sie schneller als geplant vom Netz zu nehmen.

In einem Punkt ist die Studie allerdings unbefriedigend: Weniger eindeutig als das Ergebnis ist nämlich die Ursache, die dahintersteht. Die Studie sagt nichts darüber aus, welche biologischen Risikofaktoren die Beziehung erklären. Einen kausalen Zusammenhang zwischen radioaktiver Strahlung und erhöhter Krebsgefahr sehen die Autoren keineswegs als erwiesen an. Aufgrund des aktuellen strahlenbiologischen Wissens, so heißt es, könne die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb ausgehende Strahlung grundsätzlich nicht als Ursache interpretiert werden. Ob Störfaktoren, Selektion oder der Zufall eine Rolle spielen, könne ebenfalls nicht abschließend geklärt werden.

"Wer jetzt noch von Zufall spricht, macht sich lächerlich"

Den Zufall will Reinhold Thiel nicht als Erklärung gelten lassen. "Wer jetzt noch von Zufall spricht, macht sich lächerlich", sagt der Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative, einer Regionalgruppe der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW. Er verweist auf frühere Untersuchungen, die diesen Zusammenhang ebenfalls aufgezeigt hätten, allerdings durch ihr Studiendesign "verdünnt" gewesen seien. Nicht überrascht haben die brisanten Funde auch den Physiker Alfred Körblein, einen ehemaligen Mitarbeiter am Umweltinstitut München, der schon vor Jahren Mängel an Vorgängerstudien aufgedeckt und beim BfS für eine neue Untersuchung mit besseren Methoden geworben hatte.

Seiner Ansicht nach ist die aktuelle Studie viel aussagekräftiger als die vorherigen. Nicht nur, weil der Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 relativ groß ist, sondern vor allem, weil die Studie den individuellen Abstand zwischen Wohnort und Atomkraftwerk einbezogen hat. "Man kann jetzt genau sagen, dass das Risiko mit dem Abstand abnimmt. Das ist eine vollkommen neue Information", sagt Körblein. Entscheidend sei, dass die Studie das Atomkraftwerk als "Punktquelle" identifiziere: "Vorher konnte man nur sehen, dass sich das Risiko im Nahbereich erhöht. Jetzt wissen wir, dass es eine Entfernungsabhängigkeit gibt und dass das Kernkraftwerk die Punktquelle ist, von der die Wirkung ausgeht", sagt er.

"Die Grenzwerte müssen auf den Prüfstand"

Für den Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative, Reinhold Thiel, ist klar: "Jetzt müssen die Grenzwerte auf den Prüfstand kommen und deutlich gesenkt werden." Ohnehin seien solche Grenzwerte willkürlich gewählt. Ob sie tatsächlich reduziert werden, ist jedoch ungewiss angesichts der Zweifel, die über die wahre Ursache des erhöhten Krebsrisikos bestehen. Um dieses tatsächlich erklären zu können, müsste die Strahlenbelastung durch Atommeiler eigentlich mindestens um das Tausendfache höher sein. Daher lässt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Studie nun zunächst durch die Strahlenschutzkommission prüfen, bevor er über mögliche Konsequenzen entscheidet.

"Wir sind überzeugt davon, dass das mit Strahlung nichts zu tun hat", kommentiert Herwig Paretzke den Befund der Studie. Er ist Direktor des Instituts für Strahlenschutz, das zur Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) in München gehört. Verwundert hat ihn das Ergebnis nicht. Immerhin sei bekannt, dass in der Nähe solch großer technischer Anlagen im ländlichen Raum manchmal Cluster von Kinderleukämie auftreten würden. "Das hat aber nichts mit der Kerntechnik an sich zu tun", sagt er. "Bei anderen technischen Anlagen wie etwa Kohlekraftwerken oder Autofabriken kann ein solcher Befund ebenfalls eintreten." Studien hätten dies bereits gezeigt.

Mischung von Bevölkerungsgruppen als mögliche Ursache?

Was aber ist der Grund für die Häufung von Krebsfällen, wenn es nicht die Strahlenbelastung ist? Dazu gebe es mehrere Arbeitshypothesen, sagt Paretzke. Eine davon ist die "Population-Mix"-Hypothese. Sie beschäftigt sich mit der Mischung verschiedener Bevölkerungsgruppen und basiert auf der Annahme, dass neue Kernkraftwerke oder Fabriken zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und neue Bewohner in eine Gegend locken. "Diejenigen, die neu hinzuziehen, bringen einen ganz anderen gesundheitlichen Untergrund mit und ziehen in eine neue virale Umgebung. Das bedeutet, sie haben einen anderen Immunstatus, und sie tragen andere endogene Viren in sich als die alteingesessene Bevölkerung", erklärt Paretzke. Wenn sich diese Bevölkerungsgruppen mischen, könnten beide Seiten auf Viren treffen, mit denen ihr Immunsystem möglicherweise überfordert sei. "Vor allem für die Kinder der Arbeiter, die aus der Stadt ziehen, kann das Folgen haben", sagt Paretzke. Wer in der Stadt aufwachse, sei grundsätzlich an eine sterilere Umgebung gewöhnt und womöglich mit den lokalen Viren in der fremden Umgebung überfordert. Von Bedeutung ist dieser Aspekt deshalb, da gerade Leukämie möglicherweise auf virale Infektionen zurückzuführen sei. Mit anderen Worten: Die Mischung der Bevölkerungsgruppen und ihrer Viren könnte die Häufung von Leukämiefällen in der Nähe großer Anlagen klären.

Alfred Körblein hält diesen Erklärungsansatz nicht für schlüssig. Die neue Studie zeige, dass das Risiko vor allem im engen Umgebungsbereich der Atommeiler sehr konzentriert sei. "Weil dieser Effekt so eindeutig das AKW als Punktquelle identifiziert, ist es unwahrscheinlich, dass der Zusammenhang mit einer Populationsmischung zu erklären ist. Die Arbeiter wohnen ja nicht alle im unmittelbaren Umgebungsbereich eines Werks", sagt Körblein.

Ohnehin wolle er die radioaktive Strahlung nicht als Faktor ausschließen, nur weil die heutigen Erkenntnisse diese Erklärung nicht plausibel erscheinen ließen. "Die Frage ist doch, wie gut ist unser bisheriger Kenntnisstand?" Beispielsweise sei noch nicht abschließend geklärt, wie radioaktive Strahlen innerhalb des menschlichen Körpers wirken würden. Internationale Experten sind sich da offenbar alles andere als einig. "Die Debatte ist längst nicht zu Ende", sagt Körblein.

Wie es scheint, steht – abgesehen von dem eindeutigen Zusammenhang zwischen AKW-Nähe und erhöhtem Krebsrisiko – nichts wirklich fest. "Wir sind noch lange nicht an dem Punkt, an dem wir sagen könnten, unser strahlenbiologisches Wissen ist gesichert", sagt Körblein.

Von Claudia Wüstenhagen
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
ganzbaf (12.12.2007, 11:19 Uhr)
Atomkraft braucht kein Mensch
Wir haben doch die Fotovoltaik?...
.
@Verharmloser Wetzer: Kinder sind nun mal deutlich empfänglicher. Außerdem kann es komplizierte Mechanismen/Wirkungszusammenhänge geben.
Außerdem hoffe ich, dass du auch noch in 20 Jahren gesund bleibst.
Wetzer (12.12.2007, 08:34 Uhr)
Wieder einmal Stimmungsmache...
Ca. 25 Jahren war ich als strahlenexponierte Person in Kernkraftwerken tätig und bin immer noch gesund. Obwohl die Strahlenbelastungen innerhalb eines Kontrollbereiches kontrolliert weitaus höher sind, als außerhalb des Kraftwerk-bereiches.
Dies gilt für unzählige Mitarbeiter von Fremdfirmen und Angehörige der KKW-Betreiber.
Unzählige Studien mit eindrucksvollen Statistiken wurden zu diesem Thema in den letzten 30 Jahren bereits veröffentlicht und verschwanden wieder wegen Lücken in der Statistik und nicht nachweisbaren Behauptungen. Mit diesem Thema lassen sich offensichtlich Generationen von Bürger in Panik versetzen.
Es ist allgemein bekannt das die terristische und kosmische Strahlung um ein vielfaches im Vergleich höher ist, als im Umfeld von KKW’s. Uran ist ein natürliches radioaktives Element, welches insbesondere in den Bergen oder z.B. auch im Schwarzwald vorkommt und die Bewohner kontinuierlich den Strahlungen aussetzt.
Denkt irgendjemand daran den Schwarzwald deswegen zu entvölkern?
Das die Grünen wieder mal im Galopp auf das Pferd springen ist klar. Das die SPD deren Atomenergieausbauprogramme der 70er Jahre wir die KKW’s verdanken dann mal wieder eine Kehrtwendung in den 80er Jahre vollzogen, weil Stimmenfang von Nöten war, ist auch klar.
Wie die Autorin, Professor Dr. Maria Blettner, bei dieser Vorstellung der Ergebnisse ausdrücklich betonte, ist aus den rein statistisch-mathematischen Modellbetrachtungen kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Kernkraftwerken und Auftreten von Krebserkrankungen bei Kindern ableitbar.
Fakt ist, unsere Nachbarn (z.B. Frankreich ca. 90% Kernenergieanteil) sind mit kostengünstigen Energieträger und CO² armen Kernkraftwerke reichlich gesegnet. Der weltweite Ausbau der Kernenergie wird nicht durch den Alleingang der Rot-Grünen Politik zu verhindern sein.
Deutschland hat durch den geplanten Ausstieg aus der Kernkraft seine weltweite Kompetenz in dieser Technologie bereits verloren und tausende von Arbeitplätze vernichtet.
Wieder mal soll am deutschen Wesen die Welt genesen.
Wir kaufen den Strom, natürlich Kernenergie, irgendwann von unseren Nachbarn. Putin wartet bereits auf den nächsten abgewählten SPD-Kanzler um einen lukrativen Job bei einem Atomkraftbetreiber zu vergeben.
kochc (11.12.2007, 20:22 Uhr)
@IndianerJoe
Lieber Joe,
nun ist es ja leider so, dass der natürliche Hintergrund ionisierender Strahlung _tatsächlich_ 1000- bis 100000-fach höher ist als die Nahfeld-Emissionen des KKW im Normalbetrieb. Da hilft kein Jammern und kein Klagen, denn auch die dosimetrischen Messungen selbst der kritischsten Institute behaupten ja nichts anderes.
Wie Sie sich sicher leicht vorstellen können, wird es nichts nützen, Grenzwerte für natürliche - z.B. kosmische - Strahlungsquellen zu setzen, denn die Sterne werden sich sicherlich nicht danach richten.
Das Problem in dieser Diskussionn ist doch dies: Alle gehen zunächst einmal - das ist in Deutschland gelerntes Wissen, quasi eine Säkular-Religion - davon aus, dass Tumoren aller Wahrscheinlichkeit nach auf "Strahlen" zurückgehen. Es ist verständlich, dass sich eine solche Phobie in einem Zeitalter ausbreitete, da Deutschland das nukleare Schlachtfeld hätte werden können.
Nur richtet sich die Realität eben nich nach Semantik, Volksglauben und politischen Moden - und in der Realität gilt, was sie im Radiologie- ebenso wie im Onkolgiekurs lernen können: Ionisierende Strahlung ist ein _schwaches_ Karzinogen. Zahllose chemische Stoffe sind wesentlich wirksamer, und das hat gut nachvollziehbare Gründe: Während unserer gesamten Evolution sind wir stets Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Aus diesem Grund haben wir extrem wirkungsvolle DNA-Reparaturmechanismen; und selbst bei Hochdosis-Exposition nach heutigem Wissen erstaunlich gute Überlebenschancen (außer freilich bei Partikel-Inkorporation, wie bei Herrn Litwinenko). Das hat u.a. den paradoxen Grund, dass Radioaktivität Zellen ziemlich gut tötet - mit anderen Worten: Die therapeutische Breite ist sehr gering. Ist die Dosis hoch, ist die Zelle kaputt. Und kann ihnen dann als Tumorzelle keinen Kummer mehr bereiten.
Gut, nicht? Das ist auch der Grund, warum in den jüngeren Untersuchungen nirgendwo die Krebsfrequenzen erreicht werden, die man erwartet hat: Hiroschima - auffällig niedrig. Tschernobyl - noch auffälliger niedrig, so sehr, dass die Weltgesundheitsorganisation in ihrem umfassenden Bericht von 2006 u.a. einräumt, dass praktisch kein Effekt bzgl. kindlicher Leukämien zu sehen ist.
Und die Studienleiterin der neuen Studie persönlich sagt, dass Leukämie-Cluster sogar an KKW auftreten, die es garnicht gibt: Statistisch signifikant sei nachgewiesen worden, dass ein solcher Effekt auch dann eintrete, wenn lediglich ein Bauplan vorgelegt sei.
Sich wider alle Plausibilität immer wieder einzureden "Strahlung" sei die Ursache bedeutet in der Konsequenz, die Suche nach womöglich wichtigeren Ursachen wegzupriorisieren. Deshalb müssen wir unsere zwangsneurotische Fixierung auf Strahlung überwinden und breit forschen.
Alles andere wäre sozusagen Radio-Homöopathie: Die viel kleineren künstlichen Strahlenmengen müssten eine viel größere Wirkung haben als die natürlichen. Oder anders gesagt: Ein Quant aus dem Kraftwerk weiß, dass es böse ist und fährt dem Kind ins Knochenmark, während sich ein "natürliches" Quant anständig verhält und vorüberfliegt. Wenn das so ist, brauchen wir keine Forscher, dann brauchen wir Schamanen.
Gruß, c
pops (11.12.2007, 14:29 Uhr)
Tschernobyl
hat man wohl schon vergessen? Ach ja - die Leute dort sind auch nicht an der Radioaktivität gestorben, sondern an Krebs. Und woher der kam, weiss man ja nicht so genau...
endbenutzer (11.12.2007, 13:47 Uhr)
Und?
Passieren wird auch jetzt wieder nichts. Dafür hat die Atomlobby viel zu viele Mitarbeiter in Regierungsnähe geparkt, die an Gesetzen mitschreiben dürfen.
naiv02 (11.12.2007, 13:25 Uhr)
... kleine Atomlobby-Theorie....
Der Herr vom Strahlungsinstitut: "Wer in der Stadt aufwachse, sei grundsätzlich an eine sterilere Umgebung gewöhnt und womöglich mit den lokalen Viren in der fremden Umgebung überfordert."...
Da hat der Mann wirklich wahres gesprochen. Wo, wenn nicht in der nähe von AKWs findet man "strahlungsmutierte Killerviren"?
mfg
naiv
IndianerJoe (11.12.2007, 12:26 Uhr)
Was juckts die Wirtschaft, wenn Menschen sterben!
"Aufgrund des aktuellen strahlenbiologischen Wissens, so heißt es, könne die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb ausgehende Strahlung grundsätzlich nicht als Ursache interpretiert werden."
.
Das hätten sie wohl gerne, die Betreiber der Atomkraftwerke...
.
Fakt ist, dass Grenzwerte aufgrund eines biologischen Modells festgelegt werden, an dessen Design die Betreiber der Atomkraftwerke insbesondere im Bereich niedrigster Strahlendosen ein massives wirtschaftliches Interesse haben.
.
Ein Grenzwert wird übrigens so ermittelt: je niedriger man ihn ansetzt, desto teurer werden die Maßnahmen, ihn einzuhalten, für den Emmitenten, desto billiger aber die Folgen für die medizinische Versorgung der Erkrankten; je höher man ihn ansetzt, desto billiger wird es für den Emmitenten, desto höher aber die Folgen für die medizinische Versorgung der Erkrankten - summiert man beide Kosten, ergibt sich irgendwo in der Mitte ein Kostenminimum bei einer bestimmten Emission, die dann als Grenzwert festgelegt wird.
.
Man sieht, dass die Festlegung eines Grenzwertes sich unmittelbar aus der Wahl des Modells ergibt (= aktuelles strahlenbiologischen Wissen), dass die Erkrankungskosten als Funktion der Emmision wiedergibt.
.
Sowohl beim Mobilfunk als auch beim Strahlenschutz ist es den wirtschaftlich Interessierten in Deutschland gelungen, durch Einflußnahme auf das Design des Modells, aus dem schließlich Grenzwerte ermittelt werden, derart exorbitante Grenzwerte zu erhalten, dass sie ihren wirtschaftlichen Interessen praktisch ungestört nachgehen können.
.
So ist der von mir zitierte Satz zu verstehen: Was nicht sein darf, kann nicht sein.
.
Pech für die, die trotzdem sterben...
h-p-t (11.12.2007, 10:37 Uhr)
LOL
...wer nach der neusten Studie noch "zweifelt", hat entweder keine Kinder oder lebt nicht in der unmittelbaren Nähe von einem KKW, eventuell ist der oder diejenige einfach blind / ignorant.
Ich bin an sich auch ein Freund der Kernenergie, aber bitte nicht auf Kosten der Menschheit.
logon (11.12.2007, 10:14 Uhr)
....
...erzähl doch keinen Quatsch. Als würde die Zivilisation durch das Abschalten der Kraftwerke zu Grunde gehen. Mittel- bis langfristig kann das kein Problem darstellen, welches sich nicht lösen lässt. Aber man hat bis heute schon Jahrzehnte verstreichen lassen, sich langfristig auf alternative Energien einzustellen. Liegt am Menschen selbst denke ich, der ist im Grunde ziemlich egoistisch und auch mitunter ziemlich dämlich. Und du kannst sicherlich nicht den enromen Einfluss von Lobbyisten auf die Politik in Frage stellen, du wärst blind.
Putinki (11.12.2007, 09:46 Uhr)
Krebs
Sicher liegt das an den elektromagnetischen Feldern. Genaues weiß man nicht. Am besten ist es, alle AKW's in der Welt sofort abzuschalten, dann eine neue Studie in Auftrag geben. Danach könnte man dann das Telefonieren verbieten und schließlich die Erzeugung des elektrischen Stromes. Wenn das immer noch nichts nützt, dann bleibt uns nur noch das Aussterben übrig. Vielleicht kommen dann die "hochkarätigen" Experten auf andere Gedanken.
MEHR ZUM ARTIKEL
Studie Mehr Leukämiefälle bei Atommeilern

Laut einer Studie erkranken Kinder in der Nähe von Atomkraftwerken häufiger an Leukämie. Umweltminister Sigmar Gabriel will die Ergebnisse überprüfen lassen. mehr...

Atomkraftwerke Betreiber halten an Risiko-Meilern fest

Abfuhr für Bundesumweltminister Gabriel: Trotz mehrerer Pannen beharren die Stromkonzerne darauf, ihre älteren Atomkraftwerke am Netz zu lassen. Die Zugeständnisse an den Minister fielen äußerst dürftig aus. mehr...