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14. Dezember 2007, 17:14 Uhr
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Private erhalten eher Spenderorgane

Bislang sind die Daten nur vorläufig, doch der Verdacht allein ist schon schrecklich: Laut einer Studie der Uni Köln haben Privatpatienten größere Chancen als gesetzlich Versicherte, ein lebensrettendes Spenderorgan zu erhalten.

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Stiftung für Organtransplantation trägt eine spezielle Kühlbox für Spenderorgane© Frank May/DPA

Bei der Transplantation von Organen kommen Privatpatienten einer Studie zufolge deutlich häufiger zum Zug als gesetzliche Versicherte. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts für Gesundheitsökonomie der Universität Köln hervor. Erfasst wurden die Berichte der 46 deutschen Transplantationszentren aus den Jahren 2004 und 2005. Der Anteil der Privatpatienten an der Gesamtbevölkerung lag 2005 bei 10,25 Prozent, sie erhielten aber 16,38 Prozent der im selben Jahr transplantierten Organe.

Laut dem SPD-Gesundheitsexperten und Direktor des Kölner Instituts, Karl Lauterbach, besteht der Verdacht, dass finanzielle Gründe hinter diesem Trend steckten. Privatversicherte werden laut Erhebung überdurchschnittlich häufig mit Dringlichkeitsstatus in die Wartelisten aufgenommen: "Sie werden dreimal so häufig als besonders dringliche Fälle eingestuft wie gesetzlich Versicherte - und mir fehlt die Fantasie, um dafür einen medizinischen Grund zu finden", sagte Lauterbach.

Daten unvollständig oder fehlerhaft

Es handele sich um vorläufige Zahlen, da die Daten einiger Transplantationszentren fehlerhaft, unvollständig und von "inakzeptabler Qualität" seien - und damit nicht auswertbar. "Schon das alleine ist Grund zur Sorge, denn die Zentren sind zur genauen Dokumentation verpflichtet."

Auch bei der Betrachtung von einzelnen Organbereichen zeigten sich deutliche Ungleichheiten zugunsten von Privatpatienten: Sie hatten auf den Wartelisten für Herzen nur einen Anteil von 10 Prozent, erhielten aber 21,5 Prozent der 2005 transplantierten Herzen. Ähnlich war das ermittelte Bild bei Nieren, Lungen und Leber.

2005 waren den Angaben zufolge insgesamt 3943 Transplantationen vorgenommen worden, davon 3297 bei gesetzlich Versicherten und 646 bei Privatversicherten (16,38 Prozent). Die zuständigen Behörden und das Gesundheitsministerium müssten dies weiter prüfen, verlangte der SPD-Politiker. Bei der Kölner Studie handele es sich um die erste, die die Tätigkeitsberichte der Zentren ausgewertet habe.

DPA
KOMMENTARE (10 von 17)
 
sportartmakler (17.12.2007, 11:51 Uhr)
@bundesklinsi
das ist doch mal ne aussage..wer mehr bezahlt hat einen höheren anspruch an solchen leistungen..ist gar der bessere mensch weil leistungsfähiger (wer mehr verdient muß leistungsfähiger sein und genießt höheres ansehen in der bevölkerung?!).ich hoffe sie bleiben der einzige verwirrte hier unter den kommentatoren. übrigens sind viele privatpatienten günstiger versichert als ihr pendant in der gesetzlichen, weiß ich nur zu gut aus meinem beruf.
es müßte eine allgemeingültige (gesetzl. und privat)leistungsgrenze der erstattungsfähigen kosten existieren, so dass es dem arzt "egal" sein kann wen er operiert. anders wird es schwierig solchem treiben ein ende zu bereiten.
Countryjoe (17.12.2007, 09:14 Uhr)
War doch klar.
Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund der letzten Reformen ja ganz klar. Jeder der kann und darf zockt noch mal richtig ab.
gmathol (16.12.2007, 08:57 Uhr)
Unbedingt die Organspende verneinen!
Das auch aus anderen Gruenden. Es sind schon Faelle bekannt geworden wo ein korrupter Arzt einem vermeintlich Gehirntoten Organe entnahm und an seine Klientel weitergab.
Sorry, fuer all diejenigen die wirklich auf Organspenden warten um zu ueberleiben, aber da wir mittlerweile in einer Plutokratie leben muss man vorsichtig sein.
gmathol (16.12.2007, 08:49 Uhr)
Makaber!
Vermutlich wird man bald schon schlimmere Kroeten als Hartz IV schlucken muessen.
Ja, die "christliche" Wertegemeinschaft und auch die Werte die der Westen angeblich repraesentiert existieren eh nur in den Koepfen von Naiven oder derjenigen die sich das tatsaechlich auch noch "wirklich" leisten koennen.
Todesstrafe wegen Armut - auch diese Forderung verliert bald ihre Schrecken.
ganzbaf (15.12.2007, 23:27 Uhr)
Ist doch ganz einfach...
Private bekommen nur noch Spenderorgane von privat Versicherten und die anderen tauschen nur unter sich.
deutan (15.12.2007, 17:35 Uhr)
Klar ist das so!
auch wenn die Ergebnisse noch nicht komplett sind: natürlich ist das so! Mich überrascht sogar die niedrige Quote bei Privatpatienten: wer 40% der Kosten zahlt, hat auch Recht auf 40%!
Kyrandia123 (15.12.2007, 04:44 Uhr)
Wenn die Studie sich bewahrheiten soll
dann ist das Ergebniss einfach nur noch WIDERLICH. Dann werde ich meine Einwilligung zurückziehen.
JackSparrow (15.12.2007, 01:30 Uhr)
Gerechtfertigt....
Ja klaaaar, die Göhren der Privatpatienten haben mehr Anspruch auf Leben als andere weil ihre Eltern mehr bezahlen????? Gehts noch???? Mal ganz davon abgesehen, dass diejenigen, die es sich leisten können dafür ihr ganzes Leben lang wahrscheinlich auch noch andere Menschen geschröpft haben und sich von ihrer Steuerpflicht freikaufen. Die zahlen ja ab ca. 4000 € nicht mal mehr einen mikrigen Prozentpunkt Sozialversicherungsbeiträge. Der Staat muss endlich anfangen, sich das Geld da zu holen wo es ist!
Prof.Bra.DE (14.12.2007, 23:20 Uhr)
ja, ja, der Lauterbach ...
... wer seine "Thesen" in Presse, Funk, Fernsehen, Bundestag und Kommissionen ernsthaft verfolgt, kann nur noch den Kopf schütteln!
Und Statistik ist was völlig anderes, als das, was diser -mein Großvater hätte "Pseudo-Wissenschaftler" gesagt- landauf/ landab, so auch in dieser "Studie", teilweise lauthals, erfahrungslos und wichtigtuerisch vertritt! So etwas ist Selbst-Disqualifizierung als Hochschullehrer, so Leid es mir tut!
bundes-klinsi (14.12.2007, 22:51 Uhr)
gerechtfertigt
Die ganze Aufregung ist m.E. nicht nachvollziehbar. Mal abgesehen davon, dass die Ergebnisse der Studie noch nicht endgueltig sind, ist es doch durchaus gerechtfertigt, dass Privatpatienten auch in diesem Falle bevorzugt werden; alleine schon durch die hoeheren Betraege die gezahlt werden muessen. Auch ist davon auszugehen, dass ein privat Versicherter einer hoeheren Einkommensklasse angehoert und somit auch mehr Steuern zahlt und mehr leistet als ein gesetzlich Versicherter, was wiederum einen hoeheren Gewinn fuer die Gesellschaft darstellt.
Und um diese Leistungsfaehigkeit zu bewahren, steht privat Versicherten eine gewisse Bevorzugung zu.
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