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3. September 2007, 15:55 Uhr
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Schock auf der Schachtel

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - im Kampf gegen das Rauchen fordern Politiker und die Deutsche Krebshilfe, abschreckende Bilder von Tumoren, Raucherlungen und anderen gesundheitlichen Rauchfolgen auf Zigarettenschachteln zu drucken. Andere Länder tun dies schon längst - mit Erfolg. Von Jens Lubbadeh

Mit abschreckenden Bildern auf den Zigarettenschachteln will die englische Regierung im Herbst 2008 starten© Department of Health UK

Tumoren am Kehlkopf, kaputte Lungen und Herz-OPs - zur Abschreckung vor den Gefahren des Rauchens fordern Politiker und die Deutsche Krebshilfe auch in Deutschland schockierende Bilder auf Zigarettenschachteln zu drucken. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, die Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk und die die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski, befürworten diese Maßnahme, die in anderen Ländern schon seit geraumer Zeit oder bald praktiziert wird - so zum Beispiel auch in England. Schipanski sagt der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Deutschland solle dem Beispiel Großbritanniens und anderer Länder folgen. Studien hätten ergeben, dass 60 Prozent aller Raucher grundsätzlich bereit seien, das Rauchen aufzugeben. "Wenn dann beispielsweise das Bild eines Tumors den letzten Anstoß gibt, ist dieses Mittel durchaus geeignet", erklärte Schipanski.

Jüngst hatte die britische Regierung beschlossen, ab Herbst 2008 schockierende Bilder auf allen Tabakprodukten abzubilden. Sie zeigen die dramatischen gesundheitlichen Folgen des Rauchens: zum Beispiel von Krebs befallene Lungen, blutige Darstellungen einer Herz-OP, kaputtes Zahnfleisch, ein ekelerregender Halstumor und sterbende Babys.

Erstes EU-Land mit Schockbildern war Belgien

"Mit den drastischen schriftlichen Warnhinweisen auf den Schachteln haben wir bislang schon große Fortschritte erzielt", erklärte der britische Gesundheitsminister Alan Johnson. Die Motive zur Verfügung gestellt hatte die Europäische Kommission. Seit dem 1. Oktober 2004 hat sie ihren Mitgliedsstaaten die Möglichkeit eröffnet, die Bilder auf Tabakprodukten zu verwenden - allerdings nicht verpflichtend. Als erstes EU-Land war Belgien der Direktive der EU gefolgt und hatte 2004 die Bilder eingesetzt, doch zunächst nur auf Zigarettenschachteln. Darauf folgte Irland. Auch Lettland, Portugal, Rumänien und Finnland haben angekündigt, die Motive bald auf Tabakprodukten zu verwenden.

Bei ihren Forderungen berufen sich Lauterbach und Caspers-Merk auf Erfahrungen anderer Länder, in denen die Bilder bereits eingeführt wurden und Studien den Erfolg belegen sollen. Länder, die bildbasierte Warnungen auf Tabakprodukten eingeführt haben sind unter anderem Kanada, Australien, Neuseeland, Brasilien, Chile, Belgien, Schweiz, Hongkong, Indien, Thailand.

Am besten untersucht ist diese Art der Abschreckung in Kanada. Parallel zur Einführung der Abschreckbilder im Jahr 2001 ließ das kanadische Gesundheitsministerium die Resultate mit Studien regelmäßig überprüfen.

Die abschreckende Wirkung der Bilder ist in kanadischen Studien belegt worden© Department of Health UK

Im Detail brachte die jüngste Studie aus dem Jahr 2006 folgende Ergebnisse:

- 71 Prozent der erwachsenen Raucher sagten, dass sie die Warnungen als effektiv empfanden (im Jahr 2001 waren es noch 54 Prozent gewesen).

- 90 Prozent der Kanadier (90 Prozent erwachsende, 93 Prozent jugendliche Raucher) sagen, dass sie die Warnhinweise auf den Packungen wahrgenommen haben. Die Raucher (99 Prozent erwachsen, 98 Prozent jugendliche) betonen fast einstimmig, sich an die Bilder erinnern zu können (vorherige Studien ergaben fast ähnliche Resultate)

- Gefragt nach den Hinweisen, die am stärksten in Erinnerung geblieben sind, wurden folgende Motive am häufigsten genannt: Rauchen ist schädigend für den Embryo während der Schwangerschaft, hat geringes Geburtsgewicht des Fetus zur Folge, verursachtLungenkrebs. Bei den erwachsenen Rauchern war Impotenz und Lungenkrebs am stärksten im Gedächtnis haften geblieben

- Noch nach fünf Jahren konnten sich Raucher an bestimmte Bilder oder Grafiken erinnern. Am häufigsten an geschädigte Lungen, kaputte Zähne und schwangere Frauen mit Zigaretten

- 43 Prozent der Raucher und 40 Prozent der Nichtraucher sagten, dass sie im Zuge der Warnbilder besorgter um die Folgen des Rauchens sind

- 44 Prozent der Raucher sagten, dass ihre Motivation aufzuhören durch die Warnbilder gestiegen sei. 38 Prozent der Raucher, die 2001 versucht hatten, aufzuhören, sagten, die neuen Warnhinweise seien dabei ein Motivationsfaktor gewesen.

Die Raucherquote Kanadas sinkt seit Jahren (rote Balken). Der Prozentsatz jugendlicher Raucher sinkt - nach einem anfänglichen Anstieg - seit 1999 besonders© Health Canada/Canadian Tobacco Use Monitoring Survey

Anteil der Raucher Kanadas in Prozent (rote Balken - Gesamtquote, rosa: 15-19-Jährige, blau: 20-24-Jährige)

Vergleich der Raucher in Kanada 1999 (u) und 2006 (o): Nicht nur ist der Anteil der aktiven Raucher gesunken, auch die Zahl der täglichen Raucher unter den Rauchern ist kleiner geworden© Health Canada/Canadian Tobacco Use Monitoring Survey

Kanada hat eine der niedrigsten Raucherquoten weltweit

Im Gesamtergebnis scheinen sich die Warnhinweise positiv auszuzahlen: Kanada hat mit einer Raucherquote von 19 Prozent eine der niedrigsten weltweit. 2001, Im Jahr der Einführung der Abschreckungsbilder lag sie noch bei 24 Prozent, allerdings sind die Raucherquoten in Kanada seit Jahren rückläufig. Doch auffällig ist der Abfall bei den jugendlichen Rauchern zwischen 15 und 19 Jahren seit 1999. Und auch der Anteil der täglichen Raucher unter den Rauchern ging seit 1999 zurück.

Zum Vergleich die Raucherquoten einiger anderer Länder: USA 20,9 Prozent, Deutschland 27 Prozent, England 25 Prozent, Rumänien 57 Prozent, Türkei 55 Prozent, der EU-Schnitt liegt bei 34 Prozent.

Ob Deutschland dem Beispiel Englands und Kanadas folgt, könnte sich schon bald entscheiden. Nach Angaben der Staatssekretärin Marion Caspers-Merk werden erste Ergebnisse deutscher Wirkungsstudien für den Herbst erwartet. "Wir prüfen die Einführung derartiger Bilder, wenn wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, dass diese Strategie erfolgreich ist", sagte die SPD-Politikerin.

Abstimmung

Soll man Schockbilder auf Zigarettenpackungen auch in Deutschland einführen?

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Von Jens Lubbadeh
KOMMENTARE (10 von 31)
 
ramteid (05.09.2007, 17:22 Uhr)
Dummheit hoch X
Diese gesamten Hobby u. Lobby Politiker sollen gefälligst wieder mal einer normalen Arbeit nachgehen.
Keine sonstigen Einfälle und viel Geld setzt bei solchen Leuten Dampfblasen statt Hirn frei. Gängelei und Verbote sind das Einzige wovon sie etwas verstehen.
Teile und Herrsche zur Selbsterhaltung ist die Methode.
Der Wähler sollte diese Leute nicht vergessen. Heute sind es die Raucher, morgen vielleicht die Radfahrer. Wichtige gesellschaftliche Dinge lösen können sie nicht. Die Unfähigkeit zu denken, drückt sich in solchen Forderungen aus.
barryallen (05.09.2007, 16:35 Uhr)
irgendwo...
Sie haben natürlich recht, dass es auch andere Gefährdungen gibt, aber irgendwo muss man ja anfangen. Die Gefahren des Rauchens kann man einfach nicht schönreden.
Was die Bilder auf Packungen anbelangt. Ich denke, dass es nur ein herumdoktorn am Symptom ist und keine sinnvolle Aufklärung ersetzen kann.
drachenei (05.09.2007, 15:21 Uhr)
@atride.... Perfekt!
Ich fühle mich in meinen Freiheitsrechten verletzt, ja! Solange es noch genug andere wichtigere Dinge gibt sehe ich dies als Schwachsinn an.
Ich bin also weder vernünftig noch erwachsen?
Dann ist es also vernünftig Abgase einzuatmen? Ist das nicht evtl. etwas wichtiger, den Ausstoss hiervon zu Reduzieren. Und zwar egal ob Strassenverkehr, Luftverkehr oder Industrie?
Das ist also Dünnpfiff? Nun, sprich mal mit den bereits genannten Organisationen darüber. Ich könnte mir vorstellen, das die das anders sehen.
Um es nochmal klarzustellen: Gesundheitsgefährdungen lauern überall!!! Was ist daran nicht zu begreifen?
Stichwort Gen-Manipulation und Nahrungsmittel!Ist das vielleicht nicht doch wichtiger?
atride (05.09.2007, 14:52 Uhr)
@drachenei
sie sprechen also meinungsfreiheit an? ich denke, diese wird missverstanden, bzw. sogar missbraucht, wenn unhaltbarer dünnpfiff zum pro-alles-und jeden-vollqualmen noch und nöcher öffentlich wiederholt wird. aber ich habe es jetzt verstanden - ihr raucher fühlt euch in euren freiheits-, und persönlichkeitsrechten schwer verletzt, wenn ihr nicht mehr die gesundheit anderer gefährden dürft. ok. aber bitte gesteht mir zu, diesen standpunkt nicht als den eines vernünftigen, erwachsenen menschen anzusehen. danke.
Sarnade33 (05.09.2007, 14:17 Uhr)
Denkt auch mal..
...einer an die Leute, die Zigaretten verkaufen müssen? Ich müsste mir die Bilder täglich unfreiwillig ansehen, obwohl ich Nichtraucherin bin. Darauf kann ich gut verzichten!
Es glaubt doch nicht tatsächlich jemand, dass sich ein süchtiger Raucher durch diese Bilder vom Rauchen abhalten lässt! Jeder Raucher weiß um die Gefahren seiner Sucht und kann sie trotzdem nicht einfach lassen. Reine Augenwischerei! Die jungen Raucher stehen vermeindlich cool darüber und die älteren Raucher werden die Gefahren weiterhin erfolgreich verdrängen.
drachenei (05.09.2007, 08:03 Uhr)
@barryallen Danke ebenso!
Die anderen Sachen sind also egal, das dachte ich mir!
Also selber ein Egoist! Hauptsache, es wird nicht mehr geraucht; dann noch viel Spaß beim Einatmen der Abgase!
Es soll Lungenkrebskranke geben, die haben nie geraucht...arbeiten z.B. im Strassenbau...aber das sehe ich bestimmt wieder völlig falsch, hmmm?
barryallen (04.09.2007, 15:47 Uhr)
Vielen Dank,
aber mit dem Rauchverbot ist
mir schon genug geholfen.
Endlich ein Plus an Lebensqualität.
drachenei (04.09.2007, 10:27 Uhr)
@barryallen
Widerlegt? Was denn bitte?
Frag die WHO, Greenpeace und die Krankenkassen.
Die helfen Dir weiter.
barryallen (04.09.2007, 09:52 Uhr)
@ drachenei
Wer derart ausgelutschte Phrasen nachplappert, die bereits hunderfach widerlegt wurden, muss sich über so einen Kommentar nicht wundern.
Was die Bilder auf Packungen anbelangt, so bin ich mir über den erzieherische Effekt nicht sicher.
drachenei (04.09.2007, 08:57 Uhr)
@atride
Verbot ist doch nu da bzw kommt. Was denn noch?
Auch ich darf hier ja wohl meine Meinung posten.
Lasse mir von Intoleranten Militanten sonsthabichkeineprobleme Inquisitoren nicht den Mund verbieten!
NOCH herrscht hier Meinungsfreiheit!
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