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20. November 2007, 15:16 Uhr

Hautkrebs-Screening wird Kassenleistung

Alle zwei Jahre Leberflecken checken: das werden die gesetzlichen Krankenkassen demnächst bezahlen.

Lange Sonnenbäder steigern das Hautkrebsrisiko© Roland Weihrauch/DPA

Voraussichtlich zum 1. Juli 2008 soll das Hautkrebs-Screening eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen werden. Bisher zahlen Patienten die Untersuchung selbst - der Check kostet 20 bis 50 Euro, wenn Ärzte zusätzlich Fotos oder Videoaufnahmen machen, wird es noch teurer. Nun wollen die Kassen alle zwei Jahre einen Hautcheck zahlen, und zwar für alle, die älter als 35 Jahre sind. Nicht nur Dermatologen, sondern auch speziell weitergebildete Hausärzte können die Untersuchung in Zukunft anbieten. Der Vorteil daran: Das Haut-Screening lässt sich mit der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung "Check-up 35" koppeln, bei der Ärzte nach Frühzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes suchen. Bemerkt der Hausarzt eine Hautveränderung, überweist er den Patienten an einen Spezialisten. Dieser entnimmt, falls sich der Verdacht bestätigt, eine Gewebeprobe.

Der Beschluss, den Hautcheck zur Kassenleistung zu machen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) gefällt, in dem Vertreter von Ärzteschaft und Krankenkassen unter anderem den Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen festlegen. Nun muss die Neuerung zwar noch vom Bundesministerium für Gesundheit freigegeben werden - "ich halte es aber für sehr wahrscheinlich, dass das Ministerium dem Beschluss zustimmt", sagt Kristine Reis-Steinert, Pressereferentin des GBA. In den nächsten fünf Jahren wird dann der Nutzen des Programms überprüft. Denn: "Es gibt noch keinen Beleg dafür, dass das Screening dabei hilft, die Zahl der Todesfälle durch Hautkrebs zu verringern", sagt Kristine Reis-Steinert. Trotzdem ist Hautkrebs individuell besser behandelbar, wenn er frühzeitig entdeckt wird.

Gefahr heller Hautkrebs

Es gibt drei häufige Formen von Hautkrebs. Am bekanntesten ist der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom. Dies ist auch die gefährlichste Form, weil das Melanom schnell Tochtergeschwülste im gesamten Körper bilden kann - dann kann es tödlich sein. Das Risiko, ein Melanom zu entwickeln, steigt durch häufiges Sonnen und Solarienbesuche. Menschen, die mehr als 50 Pigmentflecken haben, gelten außerdem als stärker gefährdet. Ärzte empfehlen dann, die Haut monatlich selbst auf Veränderungen zu checken – auch die Innenhandflächen und Fußsohlen.

Es gibt allerdings auch zwei Formen des hellen Hautkrebses, die zwar weniger gefährlich sind, dafür aber häufiger vorkommen als das maligne Melanom. Der so genannte Stachelzellkrebs entwickelt sich meist erst nach dem 60. Lebensjahr. Auf Hautbereichen, die oft der Sonne ausgesetzt haben, bildet sich erst eine Lichtschwiele: eine Rötung mit einer bräunliche Hornschicht. Daraus kann sich der Krebs entwickeln, der– frühzeitig entdeckt – relativ gut zu behandeln ist. Das Basalzellkarzinom wächst dauerhaft und zerstört so nicht nur die Haut, sondern kann langfristig sogar Knochen schädigen. Bemerkbar macht sich diese Krebsform zuerst in Form kleiner Knötchen, die sich oft rot oder braun verfärben.

Nina Bublitz
 
 
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