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3. Januar 2006, 10:59 Uhr

Pressen, pressen! Gleich ist es da!

Viele Mütter bringen ihre Babys unter lautstarken Anfeuerungsrufen der Hebamme auf die Welt. Diese verbale Starthilfe könnte der Mutter sogar schaden.

Eine Schwangere nackt im Profil: Pressen könnte die Blase schädigen© DGK/DDP

Regelmäßige Zurufe wie "Pressen! Pressen!" verkürzen den Geburtsvorgang nach einer amerikanischen Studie kaum. Gezieltes Pressen nach Anleitung könnte sogar zu späteren Blasenproblemen führen, mutmaßen Forscher um Steven Bloom von der Universität von Texas in der Januar-Ausgabe des "American Journal of Obstetrics and Gynecology".

An der Studie waren 320 Frauen beteiligt, die ihr erstes Kind zur Welt brachten und unkomplizierte Schwangerschaften gehabt hatten. Bei 163 der werdenden Mütter stand in der Endphase der Geburt eine Hebamme dabei und forderte sie auf, bei jeder Wehe zehn Sekunden lang zu pressen. Den restlichen 157 Frauen wurde nur geraten, sie sollten sich einfach auf ihr Gefühl verlassen.

Bei den Frauen, die angefeuert wurden, war die letzte Phase der Geburt im Durchschnitt 13 Minuten kürzer - 46 statt 59 Minuten. Eine spätere Untersuchung von 128 der 320 Studienteilnehmerinnen zeigte jedoch, dass die Frauen aus der Gruppe mit Anleitung drei Monate nach der Geburt eine verringerte Blasenkapazität hatten und häufiger zur Toilette mussten. Ob und wie oft dieses Problem von Dauer ist, können die Forscher noch nicht sagen. Die Blasenfunktion kann sich auch nach längerer Zeit noch normalisieren.

DPA
 
 
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