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12. Juni 2009, 10:12 Uhr

Schlafen macht kreativ

Für das Gehirn bedeutet ein Schläfchen nicht nur reine Erholung, in bestimmten Schlafphasen läuft unser Denkorgan zu regelrechten Hochtouren an. Forscher haben nun herausgefunden, in welcher Schlafphase Kreativität entsteht und wann neue gedankliche Netze geknüpft werden.

Schlafen, Kreativität, amerikanische Forscher, PNAS

Während der REM-Schlafphase entwickelt das Gehirn neue kreative Ideen und verknüpft sie mit bereits bestehenden Gedächtnisinhalten

Wer auf einfallsreiche Ideen hofft, sollte ein Nickerchen halten. Amerikanische Wissenschaftler haben in Experimenten nachgewiesen, dass das Gehirn in der sogenannten REM-Schlafphase ("rapid eye movement" - schnelle Augenbewegung) neue kreative Gedanken entwickelt und verarbeitet.

Die Psychologen stellten insgesamt 77 Testpersonen Aufgaben, bei denen es auf die kreative Verknüpfung von Inhalten ankam. Die eine Hälfte der Freiwilligen durfte vor dem Lösen dieser Fragen ein ausgiebiges Schläfchen halten, die anderen Probanden durften nur ruhen. Das Ergebnis: Diejenigen von ihnen, die dabei in die REM-Schlafphase gefallen waren, lösten die Aufgaben deutlich besser.

Bei den Testfragen handelte es sich um Kreativitätsaufgaben wie beispielsweise ein viertes, passendes Wort zu der Reihe "cookies", "sixteen" und "heart" zu finden. Eine mögliche Lösung wäre das Wort "sweet", denn es passt zu Keksen und zu den bekannten Begriffen "sweet sixteen" und "sweetheart". In anderen Aufgaben der Studie sollten die Probanden nach Analogien suchen und Wortreihen logisch fortsetzen. Je nachdem, ob die Probanden dabei nur geruht hatten, in den REM-Schlaf oder in eine andere Schlafphase gefallen waren, waren sie in diesen Tests unterschiedlich erfolgreich. Der REM-Schlaf, der sich durch ein markantes Aktivierungsmuster der Hirnströme auszeichnet, erwies sich dabei als fördernd für die Kreativität und führte zu den besten Testergebnissen, berichten die Forscher der Universität San Diego in der Fachzeitschrift "PNAS".

Diese Verbesserung war unabhängig von der einfachen Gedächtnisleistung des Hirns, die sich durch den Schlaf nicht steigern ließ. Das Fazit der Wissenschaftler: In der REM-Schlafphase werden Informationen mit bereits vorhandenen Gedächtnisinhalten verknüpft und neue gedankliche Netze zusammengefügt.

DDP
 
 
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