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19. November 2008, 18:21 Uhr
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Sport senkt das Krebsrisiko drastisch

Dreimal wöchentlich eine halbe Stunde Sport: Das reicht schon, um sein Krebsrisiko um bis zu 40 Prozent zu reduzieren, berichten Mediziner. Auch bei der Krebsbehandlung kann Sport helfen. Die Ärzte beklagen, dass die Krankenkassen hier nicht zahlen.

Dreimal pro Woche eine halbe Stunde Sport senkt das Krebsrisiko deutlich© Colourbox

Sport kann das Krebs-Risiko fast halbieren und auch die Überlebensrate von Tumorpatienten deutlich erhöhen. Das ist das Ergebnis mehrerer Studien, die die Münchner Uniklinik rechts der Isar am Mittwoch gemeinsam mit dem Rotkreuzklinikum und der Deutschen Krebshilfe vorstellte.

Bei Darm- und bei Brustkrebs - mit jährlich mehr als 120.000 Neuerkrankungen die beiden häufigsten Krebsarten in Deutschland - senke Sport die Sterblichkeit um bis zu 40 Prozent, sagte Martin Halle, Direktor der Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar. "Das ist mehr, als man durch eine zusätzliche Chemotherapie erhoffen konnte."

Zur Vorbeugung genüge schon drei Mal pro Woche eine halbe Stunde Sport. Für Patienten nach Operationen, Chemo- und Strahlentherapie empfahl er "45 Minuten intensive körperliche Aktivität täglich. Man muss ins leichte Schwitzen und ein bissl in Atemnot kommen, damit der Stoffwechsel angeregt wird." Sport ersetze die ärztliche Behandlung nicht, sondern unterstütze sie kräftig. "Die Studien zeigen alle in die gleiche Richtung", sagte Halle und zitierte Forschungsergebnisse aus München, Houston, Melbourne, Regensburg und Berlin.

Sport als Teil der Krebstherapie

"Sport sollte neben Chemotherapie, Bestrahlung und Operation einen festen Stellenwert in der Krebsbehandlung erhalten", fordert Michael Schoenberg vom Rotkreuzklinikum München. "Wer sich bewegt, hat bessere Prognosen." Die Patientin Beate Roth, die nach ihrer Erkrankung und Heilung vor sechs Jahren zweimal den Ulm-Marathon gewonnen hat, sagte: "Ein positives Körpergefühl kommt zurück. Man muss nicht nur warten, dass die Mediziner was mit einem tun."

Schoenberg beklagt: "Nur 20 Prozent aller Krebsspezialisten machen ihre Patienten auf den Zusammenhang von Krebs und Sport aufmerksam. Eine deprimierende Zahl." Sportmediziner Halle kritisierte Krankenkassen, die lieber 10.000 Euro für eine Krebstherapie zahlten als 100 Euro für vorbeugenden Sport.

AP
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