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10. November 2008, 13:27 Uhr

Auf dem Weg zu einem Impfstoff gegen Aids

Für eine der größten Herausforderungen in der modernen Medizin - eine Therapie für Aids - stehen die Chancen etwas besser: US-Amerikanische Wissenschaftler entwickelten einen Impfstoff, der Affen vor der tödlichen Krankheit schützte.

HIV, Aids, Impfung, Tierversuch, Immunsystem

An Rhesusaffen haben Forscher gezeigt, dass es möglich ist, gegen HIV zu impfen© Picture-Alliance/DPA

Auf der Suche nach Impfstoffen gegen Aids kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Rückschlägen. Ein Grund dafür ist, dass das HI-Virus äußerst wandlungs- und anpassungsfähig ist. Innerhalb weniger Tage kann es seine Identität verändern und so den Zellen der Immunabwehr entgehen. Versuche mit Rhesusaffen zeigen nun allerdings, dass es möglich ist, mit Impfstoffen eine schützende Immunität zu erreichen.

Ein Virus, das normalerweise Erkältungen auslöst, diente den Wissenschaftlern vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston bei ihren Versuchen als Transporter. Sie manipulierten das Virus so, dass es auch ein Protein des Affen-SI-Virus trug, welches mit dem menschlichen HI-Virus verwandt ist. Um das SI-Protein in den Körper der Affen einzuschleusen, impften sie die Wissenschaftler mit den modifizierten Viren. Das Immunsystem erkannte das Protein daraufhin als gefährlich und baute einen Schutz auf: Es produzierte körpereigene Killerzellen (T-Zellen). Einmal aktiviert, greifen diese Zellen Eindringlinge wie Viren an und tragen so zu deren Zerstörung bei.

Die Tiere wehrten das Virus ab

Wurden die Affen anschließend mit einer normalerweise tödlichen Dosis des SI-Virus infiziert, erkrankten sie nicht. Die Menge des Virus reduzierte sich, und die Tiere blieben nach der Infektion länger als 500 Tage gesund, berichten die Forscher um Daniel Barouch im Fachmagazin "Nature".

An Impfstoffen, die im Kampf gegen Aids T-Zellen aktivieren, hegten Forscher zuletzt einige Zweifel: Das US-Pharmaunternehmen Merck musste im vergangen Jahr die Erprobung eines zunächst erfolgversprechenden Impfstoffes gegen HIV stoppen, weil die erhofften Erfolge ausblieben. Barouch glaubt, dass der Grund für den Fehlschlag im Transport-Virus lag. Die Wissenschaftler setzten damals ein Virus ein, das in der Natur relativ verbreitet ist. "Das Immunsystem einiger Menschen hat einen Schutz entwickelt und geht gegen das Virus vor, noch bevor es die HIV-Bestandteile überbracht hat", sagt Barouch. Für diese Studie arbeiteten die Wissenschaftler daher mit einer seltenen Virus-Variante.

Eine Impfung gegen Aids ist möglich

Die Ergebnisse im Tierversuch zeigen: Ein Impfstoff dieser Art könnte sich im Kampf gegen Aids bewähren. "Auch wenn der Impfstoff nicht verhindert, dass das Virus in den Körper gelangt, reduziert er maßgeblich die Menge der Viren im Blut und schützt vor einem Ausbruch der Krankheit Aids", so Barouch. Der Forscher wies allerdings darauf hin, dass die bei den Rhesusaffen angewandte Impfung in dieser Form für Menschen noch nicht in Frage komme.

Mehr als 20 Jahre nach der Entdeckung von HIV ist die Krankheit Aids eines der größten Gesundheitsprobleme auf der Welt geworden. Etwa 33 Millionen Menschen sind infiziert, allein im Jahr 2007 haben sich schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen angesteckt.

AFP/nis
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
astra1971 (14.11.2008, 11:29 Uhr)
gegen Tierversuche

Die zur Zeit erfolgreichste Therapie für an AIDS erkrankte Menschen besteht in der Verabreichung einer Medikamentenkombination, die nicht mit Tierversuchen, sondern durch Hilfe freiwilliger Testpersonen entwickelt wurde. Die intensive 15jährige AIDS-Forschung an Affen konnte die Seuche nicht eindämmen. Wir brauchen nicht mehr Tierversuche, sondern neue, intelligente Lösungsansätze. In den letzten Jahren wurde z.B. ein Gewebekulturverfahren entwickelt, das die menschlichen Verhältnisse besser als die sogenannten Tiermodelle wiedergibt.
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