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12. September 2007, 12:00 Uhr

Die Pille erhöht allgemeines Krebs-Risiko nicht

Schottische Forscher haben seit 1968 Daten von 46.000 Frauen gesammelt. Ihr Fazit: Die Einnahme der Pille geht nicht mit einem allgemein erhöhten Krebsrisiko einher. Allerdings erhöht sich das Risiko für manche Krebsarten bei langfristiger Einnahme ab acht Jahren leicht.

Bei der Studie ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Frauen vorwiegen Anti-Baby-Pillen der ersten Generation einnahmen© Picture-Alliance

Für einige Krebsarten wie Darm- und Eierstockkrebs fanden die Wissenschaftler sogar ein reduziertes Risiko. Eine langfristige Einnahme der Präparate von mehr als acht Jahren war hingegen mit einem leicht erhöhten Krebsrisiko verbunden. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass die untersuchten Frauen hauptsächlich Anti-Baby-Pillen der ersten Generation mit höher dosierten Hormonen einnahmen, schreiben Philip Hannaford von der Universität von Aberdeen und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1136/bmj.39289.649410.55).

Die Pille senkte das Krebsrisiko zunächst

Zu Beginn der Studie im Jahr 1968 hatten die Wissenschaftler die Daten von 46.000 Frauen erfasst. 23.000 von ihnen nahmen die Pille ein oder hatten sie in der Vergangenheit eingenommen, die restlichen 23.000 hatten keine Erfahrung mit dem Verhütungsmittel. In den folgenden 36 Jahren verfolgten die Forscher die Krankengeschichte der Teilnehmerinnen - mit Hilfe ihres Hausarztes oder über die Erfassung im nationalen Gesundheitsdienst. Anschließend berechneten sie unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Alter, Anzahl der Geburten, Rauchgewohnheiten und sozialem Status sowohl die Risiken für spezielle Krebserkrankungen als auch das allgemeine Krebsrisiko.

Insgesamt gab es in der Pillengruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe kein erhöhtes Risiko, zeigte die Auswertung - im Gegenteil: Die Einnahme der Pille senkte die Wahrscheinlichkeit, eine Krebserkrankung zu bekommen, um 12 Prozent. Das entspreche etwa einem Krebsfall pro 2200 Frauen und Jahr weniger, erklären die Wissenschaftler. Der Effekt ließ sich hauptsächlich auf ein vermindertes Darm-, Gebärmutter- und Eierstockkrebsrisiko zurückführen, eine Wirkung, die auch noch Jahre nach Ende der Einnahme nachweisbar war. Auf die Häufigkeit von Brustkrebs, die in früheren Studien mit den Hormonpräparaten in Verbindung gebracht wurde, hatte das Verhütungsmittel hingegen keinen Einfluss.

Ab acht Jahren leicht erhöhtes Risiko

Wurde die Pille allerdings länger als acht Jahre eingenommen - was für ein Viertel der erfassten Frauen zutraf -, erhöhte sie das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Tumoren im zentralen Nervensystem. Trotzdem zeigten die Daten, dass die Pilleneinnahme insgesamt eher von Vorteil als von Nachteil sei, schreiben die Forscher. Nützlich seien die Daten hauptsächlich für die Frauen, die in den späten 60er Jahren mit der Einnahme der Pille begonnen hätten. Auf die aktuelle Situation übertragen werden könnten sie hingegen nicht ohne weiteres, da sich mittlerweile die Präparate, die Einnahmedauer und andere medizinische Faktoren stark verändert hätten.

DDP
 
 
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