Mehr als 2000 Stunden ihres Lebens verbringen Männer mit der Rasur. Schnell, effektiv, schmerzlos - so hätten es alle am liebsten. Geht das denn? Fünf stern-Kollegen testeten die neuesten Geräte.

© Orlando Hoetzel
"Man sollte schon deshalb kein langes Gesicht machen, weil man dann mehr zu rasieren hat" - das sagte ein schlauer Mann schon vor Jahrzehnten. Da hat er recht gehabt. Denn, liebe Damen, ihr ahnt nicht, was wir Kerle schon lange wissen: Rasieren ist die Pest!Trockenrasierer kann man vergessen - eine lange, nervtötende Angelegenheit, bei der immer Kleinst-Büschel stehen bleiben. Also Nassrasur. Man steht morgens vor dem beschlagenen Spiegel (kein Mann mit Verstand würde sich vor dem Duschen rasieren, bloß kein Kaltstart am frühen Morgen), versucht, die Schemen seines Gesichts zu erahnen, patscht sich mit der bloßen Hand Rasierschaum an die Backen (Seife und Pinsel sind wirklich nur noch was für Old-Spice-Traditionalisten), und dann geht das Geschabe los. Aber wo?
Eine Blitzumfrage unter stern-Kollegen förderte zutage: Begonnen wird an der Seite in Koteletten-Höhe, und zwar, weil es da nicht wehtut. Man schabt dann weiter runter, eine ganz mechanische Geschichte, man schläft fast wieder ein dabei. Sodann wird weiter um die Problemzonen herumgesurft: Wen es immer in der Schnurrbartzone zwickt, der rasiert sich zunächst den Hals sauber, hält dann die Luft an, und zupp, zupp, zupp ist der Schnurbartschatten weg und gerne mal die Lippe blutig. Den Kehlkopf-Schneidern geht es ähnlich. Ein Schlucken zur falschen Zeit, und im Büro sieht man aus wie ein Attentatsopfer. Überhaupt im Büro: Sprüche gibt es nur, wenn man nicht rasiert ist. Dabei könnte doch mal die ein oder andere Kollegin säuseln: "Wie glatt rasiert du heute wieder bist." Das würde sich toll anfühlen
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 41/2007