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News am 16.02.2012
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Kleine Köpfe - großes Weh

Kopfschmerz bei Kindern

Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. In den meisten Fällen können Sie Ihrem Kind selbst helfen. Geben Sie Ihrem Kind aber nicht wahllos Tabletten: Manche Pillen sind nicht geeignet.

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Ihr Kind kann nicht immer sagen, was ihm fehlt. Vielleicht ist es nur auffällig still© Colourbox.com

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen: Ihr Kopfschmerz kann sich anders anfühlen. Auch Migräne-Attacken kündigen sich bei manchen Kindern anders an. Deshalb kann die Therapie bei Kindern anders aussehen als bei Erwachsenen.

Immer mehr Kinder leiden mittlerweile unter Kopfschmerzen. In den vergangenen 30 Jahren hat sich ihre Anzahl verdreifacht. Das kann daran liegen, dass sich die Lebensumstände der Kinder verändert haben: Sie stehen heute häufiger unter Stress, schauen mehr fern, bewegen sich weniger. Schon Dreijährige klagen über Kopfweh. Im Vorschulalter haben 20 Prozent der Kinder Kopfschmerzen. In der ersten Klasse sind es bereits doppelt soviele. Je älter Kinder sind, desto häufiger leiden sie unter Kopfschmerzen.

Knapp zwei Drittel der Kinder haben regelmäßig Spannungskopfschmerzen. Zehn bis zwölf Prozent klagen über Migräne. Nur ganz selten treten durch Medikamente hervorgerufene Kopfschmerzen oder andere, seltene Formen von Kopfschmerz auf. "Die einzelnen Symptome lassen sich bei Kindern relativ schlecht voneinander abgrenzen", sagt Raymund Pothmann, Kinderarzt und Schmerzspezialist aus Hamburg. "Meines Erachtens haben wesentlich mehr Kinder Migräne und Spannungskopfschmerzen gleichzeitig als nur Migräne."

Nehmen Sie Ihrem Kind den Stress!
Möglicherweise können Sie selbst etwas tun, um Ihrem Kind zu helfen. Studien belegen, dass es für Kopfschmerzen bei Kindern mehrere Ursachen geben kann:

  • Ihr Kind wird in der Schule, in der Freizeit oder in der Familie zu stark gefordert und belastet. Das kann zu Angst und Stress führen - beides Faktoren, die Kopfschmerzen auslösen können.
  • Ihr Kind fühlt sich vom Informations- und Spielangebot überfordert: dazu gehört das Fernsehen ebenso wie das Spielen von Computer-Games.
  • Ihr Sprößling verharrt stundenlang in einer Position vor dem Fernseher, an der Computer-Konsole oder am Schreibtisch. Dadurch verspannen sich die Nackenmuskeln.
  • Ihr Kind hat zuwenig Bewegung.
  • Möglicherweise isst es nicht regelmäßig: Zu lange Pausen zwischen den Mahlzeiten können den Blutzuckerspiegel senken und dadurch Kopfschmerzen auslösen.
  • Ihr Kind leidet unter Schlafmangel oder unter Schlafstörungen.
  • Auch ein Zuviel an Schlaf kann Kopfschmerzen auslösen.

Meist bekommen Kinder Kopfschmerzen, weil sie gestresst und überfordert sind. Dabei kann der Ausflug zum Vergnügungspark genauso zum Stressfaktor werden wie die nächste Mathearbeit. Manche Kinder werden auch durch Trennungen im häuslichen Umfeld stark gestresst und geängstigt.

Bei andauernden Kopfschmerzen muss das Kind zum Arzt
Die meisten Kinder haben nur ab und an Beschwerden. Problematisch wird es erst, wenn das Hämmern im Kopf andauert. "Geschätzte anderthalb Millionen schulpflichtige Kinder haben behandlungsbedürftige Kopfschmerzen", sagt Kinderexperte Raymund Pothmann.

Sie sollten mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, wenn zwei der folgenden Punkte zutreffen:

  • Die Schmerzen sind nicht auszuhalten,
  • sie treten täglich auf,
  • die Kopfschmerzen dauern mehr als 12 Stunden,
  • das Kind fehlt deshalb in der Schule,
  • Ihr Kind nimmt gegen die Schmerzen Medikamente.

Kinder mit Kopfweh sind in der Schule schlecht
Ärzte behandeln Kinder mit Kopfschmerzen nur zögerlich - obwohl mittlerweile wirksame Therapien ohne Medikamente zur Verfügung stehen. Zudem halten einige Eltern eine Behandlung für nicht erforderlich, sobald eine schwerwiegende Krankheit wie ein Hirntumor oder eine Epilepsie als Ursache ausgeschlossen wurde.

Ein Irrtum. Denn unbehandelte Kopfschmerzen können der Anfang eines von Schmerzen bestimmten Lebens sein: Solche Kinder haben als Erwachsene ein erhöhtes Risiko, unter Kopfschmerzen zu leiden. "Je früher wir die Kinder behandeln, desto besser sind die Chancen, dass die Schmerzen eines Tages nicht chronisch werden", sagt Kinderarzt Pothmann. "Spätestens nach drei Monaten sollten die Eltern ärztlichen Rat suchen, wenn der Kopfschmerz häufig und belastend ist."

Kopfschmerzkinder bringen schlechtere Schulergebnisse nach Hause und fühlen sich weniger wohl als Kinder mit anderen chronischen Schmerzen. Leiden Kinder unter Migräne, verpassen sie im Durchschnitt zehn Schultage im Jahr. So kann ein Teufelskreis entstehen: Die Leistungen der Kinder sacken ab, die Kleinen fühlen sich gestresst und unter Leistungsdruck. Möglicherweise entstehen dadurch noch mehr Kopfschmerzen.


Constanze Löffler

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