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2. Oktober 2008, 13:43 Uhr

Regierung warnt vor giftigen Bonbons

Der Skandal um verseuchtes Milchpulver aus China weitet sich in Deutschland aus: Die Behörden haben bundesweit Bonbons und Keksen mit der giftigen Chemikalie im Handel entdeckt. Die Bundesregierung warnt vor Gesundheitsgefahren für Kinder.

Verseuchte China-Bonbons sind offenbar bundesweit in den Handel gelangt© AP

Der Milchskandal in China ist in ganz Deutschland angekommen. Die Bundesregierung warnte am Donnerstag nach dem Fund von Melamin-belasteten Bonbons aus China vor potenziellen Gesundheitsgefahren vor allem für Kinder. "Bei einem hohen Verzehr dieser Bonbons über einen längeren Zeitraum ist eine Schädigung der Gesundheit nicht ausgeschlossen", sagte Verbraucherstaatssekretär Gert Lindemann in Berlin. Ein dreijähriges Kind könne bei sieben Bonbons pro Tag über längere Zeit die Menge der giftigen Chemikalie Melamin überschreiten, die noch geduldet werden könne. Lindemann warnte auch vor "Koala-Keksen" aus China. Allerdings grenzte er mögliche Gefahren auf Asia- und China-Läden ein.

Die Bonbons der Marke "White Rabbit" (Weißer Hase), die in Asia- Läden in Baden-Württemberg gefunden wurden, enthalten nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums ein Vielfaches der zulässigen Menge an Melamin. Darin seien 150 Milligramm der Chemikalie pro Kilogramm registriert worden, was Anlass zu Besorgnis gäbe. Mehr als 2,5 Milligramm Melamin sind verboten. "Wir warnen Verbraucher davor, diese Bonbons zu essen", sagte Lindemann. Er geht davon aus, dass die Bonbons auch an andere Länder gingen. Offensichtlich würden die Süßigkeiten nur in Asia- oder China-Läden verkauft. Verbraucher sollten - wenn möglich - derzeit darauf verzichten, sich in Asia- Läden mit chinesischen Lebensmitteln zu versorgen, die Milch enthalten.

"Koala-Kekse", die in China hergestellt wurden, sollen über die Niederlande nach Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg geliefert worden sein. Sie enthielten 5 Milligramm Melamin pro Kilogramm. Die Händler wurden informiert und werden von den Länderbehörden angewiesen, die Ware zu vernichten.

Einfuhrstopp gefordert

Verbraucherzentralen und Politiker forderten die Europäische Union auf, den Einfuhrstopp für Milchprodukte aus China auch auf andere Lebensmittel auszudehnen. Die Bundesregierung forderte schärfere Kontrollen noch vor dem Import. Er sagte, mit China gebe es bei Lebensmitteln und Spielzeug häufiger Probleme.

In China waren durch die Chemikalie nach offiziellen Angaben drei Babys ums Leben gekommen. Mehr als 50.000 Säuglinge erkrankten an Nierensteinen. Die Chemikalie, die in der Industrie als Bindemittel benutzt wird und günstig herzustellen ist, wurde in China in großem Stil Milchpulver beigemischt, um einen höheren Eiweißgehalt der Milch vorzutäuschen.

In Österreich fanden die Behörden Melamin in einem Milchshake, der in einem China-Restaurant in Graz angeboten worden war. Der Restaurantbesitzer habe das Getränk von einem Asia-Händler in Wien bezogen, dort seien alle Getränke dieser Art vom Markt genommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Das österreichische Gesundheitsministerium warnte vor einer Panikreaktion. Für Erwachsene bestehe ohnehin keine Gefahr.

Der erste Fall der vergifteten Bonbons in Deutschland war ein Fund in einem Asia-Laden in Stuttgart. In Baden-Württemberg wurden weitere Süßigkeiten der Marke "White Rabbit" und "White Rabbit Chocolate" sichergestellt. Der baden-württembergische Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) sagte, vermutlich sei die möglicherweise belastete Ware bundesweit im Handel. Er forderte die EU und die Bundesregierung auf, den verhängten Importstopp für Milchprodukte aus China auch auf milchhaltige Waren mit weniger als 50 Prozent Milchanteil auszuweiten. Bundesweit wurden laut Bundesverbraucherministerium bisher mehr als 300 Proben von verdächtigen Lebensmitteln genommen, bis auf die in Baden-Württemberg waren alle negativ.

Die Verbraucherzentralen fordern eine schärfere Kennzeichnung von Lebensmitteln; so müsse erkennbar sein, wo die Hauptbestandteile herkommen. Das Bundesverbraucherministerium sieht die Forderung skeptisch. Eine Herkunftskennzeichnung sage nichts über die Sicherheit aus.

DPA/AFP/AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
520i (02.10.2008, 15:02 Uhr)
@mandernichtdaist
Ja, das ist rassistisch. Ich erinnere nur an das Gammelfleisch. Kauft nicht bei Deutschen. Der verseuchte Käse: Kauft nicht bei Italienern. Das alles hat nichts mit dem Herkunfstland zu tun sondern nur mit der größten Seuche der Menscheitsgeschichte: Kapitalismus.
Sobald Produkte auf Teufel komm raus billiger sein müssen als die der Konkurrenz (und die Löhne einfach nicht mehr weiter gedrückt werden können) wird halt geschlampt. Scheissegal ob es aus China oder sonstwo kommt.
Der Staat gibt viel zu wenig Geld für Kontrollen aus, die Strafen sind außerdem zu gering.
Aber was will man von gekauften, sogenannten "Verbraucherschutzministern" sonst erwarten?
manndernichtdaist (02.10.2008, 14:43 Uhr)
tschuldigung...
... wenn das manche jetzt als rassistisch bezeichnen, aber da gabs anno dazumal einen Spruch. Den kann man jetzt und zwar völlig zurecht anwenden:
Kauft nicht beim Chinesen!
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