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30. Oktober 2007, 11:39 Uhr
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EU-Umweltagentur warnt vor Handystrahlung

Der Verdacht, dass Handystrahlungen gesundheitsschädlich sein könnten, besteht schon lange. Jetzt hat die Europäische Umweltagentur vor der Gefahr gewarnt - und wurde prompt vom Bundesamt für Strahlenschutz als unseriös bezeichnet.

Eine Frau telefoniert mit einem Handy. Die Europäische Umweltagentur hat jetzt ausdrücklich vor Gesundheitsgefahren durch die Mobiltelefone gewarnt© colourbox

Erst Anfang des Jahres hatte die "Süddeutsche Zeitung" vermeldet: "Handys können Krebs auslösen". Damit druckte sie ein Thema auf ihrer Seite eins, dass schon lange diskutiert, aber selten mit eindeutigen Fakten unterfüttert wurde. Doch jetzt hat als erste EU-Fachbehörde die Europäische Umweltagentur (EEA) ausdrücklich vor Gesundheitsgefahren durch Handys. Es gebe klare Beweise, dass Handy-Nutzer, die ihr Handy mehr als 15 Jahre lang etwa 460 Stunden im Jahr genutzt hätten, Ausprägungen von Hirntumoren gezeigt hätten, sagte die EEA-Direktorin Jaqueline McGlade laut Vorabbericht im ARD-Magazin "Report Mainz".

Doch das Bundesamt für Strahlenschutz hat Zweifel an der Aussagekraft der neuen Studie geäußert. Nach erster Prüfung weise die Studie klare wissenschaftliche Schwächen auf, sagte der Sprecher des Bundesamts, Florian Emrich, der "Berliner Zeitung". Es würden Vermischungen vorgenommen, die fachlich nicht zulässig seien.

Strahlen-Grenzwerte sollten gesenkt werden

EEA-Direktorin McGlad hält dagegen und sagt: "Handys mögen schwach strahlen, aber es gibt genügend Beweise für Wirkungen auch bei schwacher Strahlung, dass wir jetzt handeln müssen." Die Behörde in Kopenhagen bezieht sich auf einen Bericht der "Bioinitiative Group", der Ende August veröffentlicht wurde und bei dem die Umweltfachbehörde ein Mitautor ist. Der Zusammenschluss von Wissenschaftlern hat 2.000 Studien zur Wirkung von elektromagnetischen Feldern ausgewertet. Zentrales Ergebnis des Berichts ist laut "Report" die Aussage, dass sich das Risiko für Hirntumoren nach mehr als zehn Jahren Handynutzung um 20 bis 200 Prozent erhöht. Außerdem gebe es laut McGlade durch Mobilfunkstrahlung unterhalb der geltenden Grenzwerte Effekte in menschlichen Zellen, berichtet das Magazin, das am Montagabend ausgestrahlt werden sollte. "Sie stören Zellprozesse, den Signalaustausch zwischen Zellen. Wenn das über einen langen Zeitraum passiert, können diese Störungen natürlich zu Langzeiteffekten wie Krebs führen", wird McGlade zitiert. Das seien die Effekte, "die uns am meisten beunruhigen". Deshalb rate die EEA dazu, die Grenzwerte mit Blick auf solche biologischen Effekte neu zu definieren und damit zu senken.

Das Bundesamt für Strahlenschutz will dagegen keine Konsequenzen aus der Studie ziehen: "Derzeit gibt es keinen Anlass, die Grenzwerte zu ändern. Wir empfehlen weiter einen vorsichtigen Umgang mit Mobilfunk", sagte Sprecher Emrich. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es aber innerhalb der Grenzwerte keine Gefährdung.

AP
KOMMENTARE (10 von 15)
 
LifePoint (01.11.2007, 15:27 Uhr)
Typisch Bundesamt
Man sollte ja meinen, dass ein Bundesamt für Strahlenschutz die Gesundheit des Bürgers schützen sollte.
Nach Jahrelanger Praxis des Ableugnes, Verharmlosens, falsche oder unzureichende Masstäbe anwendens scheint es eher "Bestandswahrend", "ja nicht bewegen" oder Interessen zu schützen. Dafür zahlen wir auch noch Steuer!
Ich wünsche mir ein Amt, dass im Interesse meine Gesundheit - denkt und handelt, sich eigenes Verständnis erarbeitet und weniger auf einseitig ausgerichtete, tendenzielle Untersuchungen baut.
LifePoint (01.11.2007, 15:17 Uhr)
Endlich auch wissenschaftlich!!
Was der Fachmann aus beruflicher Tätigkeit schon lange weis und wissenschaftlich auch unumstritten ist wird nun öffentlichkeitswirksam bestätigt, in Umlauf gebracht.
Ist einfach prima!
"Umstritten" ist es nur da, wo wirtschaftliche Interessen, Engstinigkeit, nicht warhaben wollen etc. vorherrschen.
Aber die Wahrheit lässt sich nur auf Zeit zurückhalten!! s.a. z.B. BSE
detlef.jakel - bioenergiepraktiker
jade@energiepraktiker.de
Eluis1 (30.10.2007, 20:43 Uhr)
Randgruppe
An alle hier versammelten Misanthropen: Wie sehr sie auch noch rumnörgeln und hier ihren Verschwörungsphantasien nachhängen. In Deutschland gibt mittlerweile mehr Handys als Einwohner. Es liegt wahrscheinlich nicht fern zu behaupten, dass es sich bei Ihnen um eine kleine esoterische Randgruppe von eingebildeten Hypochondern handelt, von denen sicherlich der eine oder andere auch Errungenschaften der Technik sein eigen nennt. Also hören Sie doch bitte auf mit dem verlogenen Gequatsche.
whismerh2 (30.10.2007, 15:30 Uhr)
@exeks
oder vieleicht sein Leben lang
MC Donalds Fraß fressen, gibt auf
Dauer jedenfalls sicher nen fetten
und labrigen Arsch ( uups Hinterteil
wollte ich natürlich schreiben )
exkeks (30.10.2007, 15:15 Uhr)
@Panikmacher
Abgesehen von gesundem Zweifel ob aller Beglückungen des Industriezeitalters, verstehe ich nicht diese besinnungslose Begeisterung für die hier betriebene Paranoia.
Vielleicht ist ja auch Fingernägelschneiden schlecht für die frühkindliche Entwicklung. Oder konnten sich darauf nur noch nicht genug Esoteriker einigen?
bR4iNST0RM (30.10.2007, 15:00 Uhr)
Oh weh!
Das man ein Strahlen funkendes Mobile direkt am Kopf hat, während der Gespräche, ist ohne Headset unvermeidbar. Und dass das nicht gesundheitsschädlich sein soll, konnte mir eh noch niemand erzählen. Künstlich erzeugte Strahlung, egal welcher Natur, ist auf lange Sicht schädlich, das hat mir in der Schulzeit, wo es noch keine Mobiles gab, schon der Physikunterricht gezeigt.
Und dass dieses Thema immer schon unter den „Mantel des Schweigens“ gehüllt wurde, ist auch mehr als Selbstverständlich!
Es ist mir auch unbegreiflich, warum auf einem Becher, gefüllt mit Kaffee oder Kakao, auf dem Deckel immer noch drauf stehen muss: VORSICHT HEISS!! Hallo?!
Und das Rauchen tödliche Folgen haben kann.. BLA! Natürlich ist Rauchen schlecht für die Gesundheit! Nennt das Dummheit, nennt das Schizophrenie, ich rauche trotzdem.
Eines sollte mal endlich in die Köpfe: Der Industrie ist die Gesundheit der Kunden Scheißegal! Das freut die Pharmaindustrie und sorgt für Umsatz. Und wo Geld ist, ist für Skrupel kein Platz.
Abwarten, denn als nächstes werden wir über Bluetooth lesen dürfen.
Muri_Eren (30.10.2007, 14:04 Uhr)
Am Anfang war die Zigarette...
Liebe Mitdiskutierenden,
hier ein anderes Beispiel über erfolgreiche Lobbyarbeit eines anderen Industriezweiges.
Jahrzehntelang hatte es die Zigarettenlobby erfolgreich verhindert, dass der Zigarettenkonsum in seiner Aussendarstellung als etwas tödliches gebrandmarkt werden konnte bzw. gebrandmarkt werden durfte. Erst in den spaeten 1980er und frühen 1990er Jahren konnte der Zigarettenkonsum Stück für Stück als das bezeichnet werden was er war und nach wie vor ist: TÖDLICH und auch KREBSAUSLÖSEND. In der Zwischenzeit waren bereits mıllıonenfach Menschen an den Folgen ıhres Zigarettenkonsums verstorben oder litten u.A. an ernsthaften Erkrankungen der Atemwege. Lediglich in Deutschland schafft es die Zigarettenlobby, dass das Rauchen in der Öffentlichkeit resp. in Restaurants und anderen Lokalitaeten weiterhin gestattet bleibt resp. einer freiwilligen Selbstkontrolle der Gastronomen unterliegt.
Ich kann aus meiner Studienzeit der Humanmedizin noch ein selbstverstaendliches Beispiel über Mikrowellen-Effekte beim Lebewesen nennen. Fliegen und andere Insekten werden u.A. mit Mikrowellen dauerhaft sterilisiert, d.h. dauerhaft Fortpflanzungsunfaehig gemacht.
Soviel zum Thema "harmlose" Mikrowellen...
Known (30.10.2007, 13:58 Uhr)
@exkeks
Dieser Artikel hier ist nicht gerade ein Glanzstück - da gebe ich ihnen Recht. Den hetzerischen SPON-Artikel allerdings kann man nur denjenigen Empfehlen, die auch zwischen den Zeilen zu lesen vermögen...
Der entsprechende Artikel im Spiegel zeigt nicht die Problematik besagter Studie auf, sondern ist vielmehr ein schönes Beispiel etwas zu offensichtlich betriebener Meinungsmache.
Aber was solls, bei Einigen funktioniert es ja dennoch, wie man hier schön sehen kann.
exkeks (30.10.2007, 13:45 Uhr)
Desinformation
Leider ist dieser Artikel ja mal wieder kein Beispiel für investigativen Journalismus. Statt Fakten nur diffuses Herumgekratze an der Oberfläche. Man lese den entsprechenden Artikel im Spiegel, um sich mit den Problemen dieser EU-Studie auseinanderzusetzen.
IndianerJoe (30.10.2007, 13:36 Uhr)
Garantie
Ich erinnere mich daran, dass vor einigen Jahren in Deutschland die UMTS-Lizenzen für über 100 Mio. DM (?) versteigert wurden. Ein Teil des Deals war es, dass der Staat den Betreibern das problemlose Aufstellen und den Betrieb ihrer Handy-Masten *garantiert* hat. Dementsprechend die Strahlenwerte...
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