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18. September 2006, 09:20 Uhr

Wonneproppen auf dem Vormarsch

Dickere Köpfe, breitere Schultern: Deutschlands Neugeborene kommen immer größer und schwerer zur Welt. Für die Mütter hat das unangenehme Folgen - sie sind jedoch mitschuldig an der Entwicklung.

Vor 20 Jahren 3500 Gramm, heute oft 4000 Gramm: Das Geburtsgewicht deutscher Babys steigt© Stefano Laura/DDP

Deutschlands Babys kommen immer pummeliger zur Welt. "Die Kinder sind bei ihrer Geburt größer und schwerer als Säuglinge vor 20 Jahren", sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologe und Geburtshilfe, Klaus Vetter. "Hauptursache ist, dass die Frauen ihre Kinder heute erst spät bekommen und sich Stoffwechselstörungen und Übergewicht dann auch vermehrt auf das Neugeborene übertragen."

"Während die Kinder vor rund 20 Jahren etwa 3500 Gramm schwer und rund 50 Zentimeter groß waren, wiegen sie heute oft 4000 Gramm bei 52 Zentimetern", sagt Vetter. "Problematisch sind für die Mütter aber vor allem der Kopf- und der Schulterumfang, weil der Geburtskanal dafür häufig zu eng ist." Die Folge: Immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt auf die Welt. Konkrete Zahlen nannte Vetter aber nicht.

Im Geburtskanal stecken geblieben

"Bei übergewichtigen Frauen steigt in der Schwangerschaft das Risiko, Diabetes zu bekommen", sagt der DGGG-Präsident. Dadurch stünde dem Ungeborenen mehr Glukose zur Verfügung, was wiederum zu einem Insulinschub führe. "Da Insulin aber der wichtigste Wachstumsfaktor ist, wird das Kind größer und nimmt auch mehr zu als im Normalfall", erläutert Vetter.

Für diese "Wonneproppen" sind die meisten Geburtskanäle der Frauen jedoch zu eng. "Ein Zentimeter mehr beim Schulterumfang spielt eine große Rolle", erläutert Vetter. Deswegen bleiben viele Kinder im Geburtskanal stecken oder finden ihren Weg erst gar nicht hinein. Sollten sie sich dennoch durchzwängen, können sie das Gewebe im Unterleib der Mutter dauerhaft schädigen. "Häufig können Darmstörungen, die zu analer Inkontinenz führen, nur mit Hilfe einer Operation behandelt werden."

Auch für die Kinder hat das größere Gewicht bei der Geburt Folgen: "Sie haben ein größeres Risiko, später an Übergewicht und anderen Stoffwechselstörungen zu leiden", sagt Vetter. Daher sollte jede schwangere Frau auf einen gesunden Lebensstil achten, sich ausreichend bewegen und ausgewogen ernähren.

DPA
 
 
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