. .
News am 27.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
16. Mai 2006, 10:00 Uhr

14 Tage ohne

Seit dem 1. Mai rauche ich nicht mehr. Ich habe einige Tiefen durchlebt, vor allem aber Lebensqualität gewonnen. Eine Zwischenbilanz nach zwei Wochen ohne Zigaretten. Von Björn Erichsen

Nichtraucher, Rauchstopp, Rauchen aufhören, Nichtraucher-Tagebuch

"Natürlich ist der Kampf gegen die Kippen nach 14 Tagen noch lange nicht gewonnen"© Björn Erichsen

Ich denke nicht mehr an Zigaretten. Nicht morgens nach dem Aufwachen, nicht nach dem Essen. Selbst Kaffee kann ich ohne Rauch genießen. Rund 25 Kippen pflasterten bis vor kurzem den Weg durch jeden meiner Tage. Seit dem 1. Mai, 17.00 Uhr, sind Zigaretten für mich tabu.

Der Anfang war schlimm: Unruhe, Nervosität, Schweißausbrüche - macht ein Leben ohne Zigaretten irgendeinen Sinn? Dann schmerzte nur noch der Verzicht auf die Ritualzigaretten - manchmal ganz gewaltig. Nun, nach 14 Tagen, habe ich mich aus dem Würgegriff der Alltagssucht befreit. Es ist nicht mehr der Gedanke an Zigaretten, der meinen Tagesablauf bestimmt. Das ist ein gutes Gefühl.

Der Blick auf die Waage nervt gewaltig

Mein Körper dankt mir den Rauchstopp: Ich rieche besser, schmecke intensiver und tief Durchatmen macht wieder richtig Spaß. Der Husten in den letzten Tagen ist ein positives Zeichen, meine Lunge hat die Selbstreinigung aufgenommen, baut Teer und andere Schadstoffe langsam ab. Beim Sport bin ich so fit wie lange nicht mehr, gestern bin ich erstmals um die Alster gejoggt. Nicht lächelnd, aber aufrecht. Die meiste Zeit zumindest.

Der Blick auf die Waage nervt gewaltig: Trotz Sport habe ich etwa drei Kilo zugenommen, allerdings auch wirklich unanständig viel gegessen. Mal um mich abzulenken, meist um mich für den Rauchstopp zu belohnen. Finanziell rechnet sich das Nichtrauchen noch nicht. Die Nikotinpflaster, die ich benutze, kosten 24 Euro pro Woche, sind also kaum günstiger als Zigaretten. Dennoch sehe ich der nächsten Tabaksteuererhöhung mit einiger Gelassenheit entgegen. Ebenso übrigens dem mittelfristig wohl unvermeidlichen Rauchverbot in Restaurants, Kneipen, etc.

Standhaft bleiben

Natürlich ist der Kampf gegen die Kippen nach 14 Tagen noch lange nicht gewonnen, da hilft auch ein Köcher voller guter Argumente nichts. Es wird darum gehen, in den noch verbliebenen Momenten der Versuchung standhaft zu bleiben. Im Vergleich zu der Angst, die ich im Vorfeld hatte, waren die letzten zwei Wochen ohne Zigaretten jedoch fast lächerlich einfach. Ohne messianischen Eifer zu entwickeln: Ich kann nur jedem Raucher raten, es selbst anzupacken. Es ist ein Zugewinn an Lebensqualität.

Ihre Meinung

14 Tage ohne - ist Björn schon über den Berg? Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Zigaretten-Entzug?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (10)
Rauchfreie Zone

Rauchfreie Zone Björn Erichsen, Jahrgang 74, lebt und arbeitet als Journalist in Hamburg. Schwerpunkte sind Politik, Kultur, Medien und Sport. Seit neuestem treibt ihn die Frage um, ob man sich nach 120.000 Zigaretten noch einmal Nichtraucher nennen darf.

Von Björn Erichsen
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
flashchecker (19.05.2006, 17:08 Uhr)
Die ersten 14 Tage sind ein Witz!
Lieber Herr Erichsen,
ich freue mich, dass Sie scheinbar selbstbewußt genug sind, sich kräftig auf die Schulter zu klopfen. Doch diese ersten 14 Tage sind nun wahrlich noch kein Grund zur Euphorie - und dass Sie nicht mehr an Zigaretten denken, glaube ich Ihnen einfach nicht. Außerdem, seien Sie gewiß: Aggression, Schlafstörungen und Nervosität kommen erst noch. Denn die fehlenden Ritualzigaretten stören viel stärker als der permanente Nikotingenuss.
Ärgern Sie sich nicht über die "paar" Kilo mehr. Die Gewichtszunahme könnte viel unangenehmer sein. Einer meiner Kollegen hat vor 3 Monaten mit dem Rauchen aufgehört und in diesem kurzen Zeitraum trotz stärkerer körperlicher Betätigung fast 20 Kilo zugenommen. Da müssen Sie durch.
Trotzdem viel Erfolg... und bleiben Sie standhaft. Lieber dick als tot!
Majare (18.05.2006, 08:50 Uhr)
Entzugsleiden
Ich weiß nicht, ob ich mich als Nichtraucherin bezeichnen kann nach immerhin mindestens 350.000 Zigaretten.Vor 6 Monaten habe ich aufgehört, die ersten 14 Tage waren ganz in Ordnung, erst nach einem Monat hatte ich wieder diese unwiderstehliche Lust. Seitdem rauche ich so 1 Schachtel pro Monat ( früher bis 2 pro Tag) und ich ziehe den Rauch auch nicht mehr ein. Ich habe 6 kg zugelegt und hoffe, dass nicht noch mehr dazu kommen. Ach ja, und ich habe es ohne Pflaster geschafft.
HanseMike (17.05.2006, 13:41 Uhr)
Ich bin seit dem 26.5.1990 nikotinfreie Zone
Meine Erfahrungen sind die, daß es 2 verschiedene Arten der Entwöhnung gibt: erst die Entgiftung und dann die psychische Entwöhnung, worunter ich verstehe die jeweiligen Rauch-Situationen zu überstehen und da kann es durchaus passieren, daß man noch Jahre nach der Entgiftung wieder in Versuchung geführt wird.
So war ich während einer Fahrradtour einige Jahre nach meinem letzten "Zug" durch einen Regenschauer gezwungen mich in einem Überlandbusstationshäuschen unterstellen zu müssen und plötzlich tauchte der ungeheure Wunsch nach einer Zigarette wieder auf. Es war genauso wie bei der Zigarette "danach", nach dem Essen, beim Telefonieren, ect. In den ersten Tagen des Abgewöhnens häufen sich diese Situationen und machen es schon deswegen sehr viel schwerer, aber jede dann ganz bewußt überstandene "Lockung" wird dann eigentlich nicht mehr zu einer weiteren Gefahr des Rückfalls.
Durch diese, meine Erfahrung bin ich auch davon Überzeugt, daß es sich wirklich um einen Suchtentzug handelt - wie ja auch beim Alkoholiker/Heroinsüchtigen nicht die Entgiftung das Problem darstellt, sondern die Alltagsbewältigung.
carlottagreta (17.05.2006, 10:11 Uhr)
nichtrauchertagebuch
Easyway,die Methode von Allan Carr ist unglaublich.voller skepsis nahm ich an einem Seminar teil und bin nach 5 Std. (30 zigaretten am Tag )endlich ein wunderbar gluecklicher NICHTRAUCHER. einfach sensationell. DANKE ein unbeschreibliches Gefuehl!!
Shadow_Ffm (17.05.2006, 07:58 Uhr)
Am 20. Mai sind es zwei Jahre
Hallo Björn,
vor knapp zwei Jahren habe ich den Schritt ins Nichtraucher-Dasein unternommen, nachdem ich knapp 20 Jahre regelmäßig rauchte.
Wenn ich mich an die Zeit vor zwei Jahren zurückerinnere, muss ich sagen, dass Du Deine Abhängigkeit schon sehr weit hinter Dir gelassen hast. Ich habe monmatelang schlecht geschlafen und davon geträumt, wieder zu rauchen.
Wie Du, habe ich wahllos Lebensmittel in mich hineingestopft, was schlussendlich dazu führte, dass ich 18 Kilogramm zunahm, die ich jetzt allerdings wieder abgenommen habe (was sehr viel einfacher war, als mit dem Rauchen aufzuhören!).
Das Gefühl, dass meine Lebensqualität zugenommen hat, habe ich auch und ich genieße es, nicht mehr nach kaltem Rauch zu riechen, wenn ich in ein Meeting gehe und dass dieses Meeting auch drei Stunden dauern kann, ohne dass meine Konzentration wegen der Gier nach einer Zigarette, leidet.
Also, lass Dich nicht von kleinen Tiefen abschrecken, es lohnt sich, durchzuhalten!!!
joachimk (17.05.2006, 02:28 Uhr)
Erfolg mit Pflastern gehabt
meine Erfahrung nach mehreren Versuchen ohne Pflaster und Rueckfaellen, mit den Pflastern hatt' ich nur geringe Entzugserscheinungen. Ich hab' keine Probleme gehabt und bin nun schon seit 9 Jahren ohne. Das mit dem Gewwicht gibt sich nach einiger Zeit ganz von alleine wieder, ich hab' erstmal 5 kg zugenommen und im Laufe von 2 Jahren (allerdings auch aufgrund von mehr Sport) wieder verloren. Gruss,
naivling (17.05.2006, 00:45 Uhr)
Wünsch - oder was ist wahr?
als ich vor 3 Jahren - nach über 25 Jahren RaucherDasein - aufhörte, fand ich weder, dass ich mich so schnell so viel wohler fühlte, noch hatte mich so schnell der andauernde Gedanke an eine Zigarette verlassen. Und, nach der Gewichtszunahme würde ich aber schnell nochmals überlegen. Bei mir sind im ersten Jahr 2 kg dazugekommen, im zweiten auch noch, und nun ist es noch ein weiteres geworden.
Aber vor allem mag es eine schöne Vorstellung sein, nur nach 2 Wochen wird man keinen echten Unterschied finden.
Nichtsdestotrotz, man sollte sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wer raucht, raucht halt. Autos und Industrie und manche Dufterzeugnisse verpesten die Luft weit mehr als die Raucher.
FloWi (16.05.2006, 20:06 Uhr)
Gewichtszunahme auch durch Muskelaufbau
Viele Menschen nehmen zu, wenn Sie nach langer Sport-Abstinenz mit dem Training beginnen. Muskelmasse ist schwerer als Fettgewebe und daher nicht entmutigen lassen durch den Blick auf die Waage ;-)
Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie es schaffen! Ich weiß nicht, wie schwer das Aufhören ist, weil ich zum Glück nie angefangen habe.
SoerenS (16.05.2006, 18:22 Uhr)
200.000 Kippen nur? Glaube es waren eher mehr!
Hey Björn
Bin sehr stolz auf Dich.
Bzgl. Tabak warst Du eindeutig mein Negativ-Vorbild der letzten Jahre, nun bin ich kurz davor, Dich als Positiv-Vorbild der Zukunft zu nehmen.
Also weiter so!
Schicke Grüße aus München,
Sören
Hedika (16.05.2006, 18:06 Uhr)
Entzugsleiden verlängert
Bei Allan Carr ist der Wirkungsmechanismus des Nikotins recht anschaulich beschrieben.Deshalb glaube ich an seine These, dass die Anwendung von Nikotionpflastern das "Leiden" des Entzugs verlängert. Bin seit 18 Monaten Nichtraucher ohne Pflaster.
MEHR ZUM ARTIKEL
Nichtraucher-Tagebuch Das Weichei mit dem Pflaster

Wie man sich das Rauchen am besten abgewöhnt, ist eine Glaubensfrage. Sollte man Hilfsmittel verwenden, vor allem wenn sie Nikotin enthalten? Für mich gilt momentan noch: Nicht ohne meine Pflaster. mehr...

Nichtraucher-Tagebuch Neid und Mitleid

Sie sind Raucher und wurden am Wochenende auf dem Hamburger Hafengeburtstag von jemandem neidisch angestarrt? Gut möglich, dass ich es gewesen bin. Über die Schizophrenie der Rauchentwöhnung. mehr...

Nichtraucher-Tagebuch Genuss gegen die Sucht

Die ersten 72 rauchfreien Stunden sind geschafft. Mein Körper giert weiterhin nach Zigaretten, aber den Entzugserscheinungen setze ich eine starke Waffe entgegen: puren Genuss. mehr...

Rauchen Acht Irrtümer um den blauen Dunst

Viele Raucher reden sich ihre Sucht schön. Gelegenheitsrauchen ist okay, Paffen schützt vor Krebs und Aufhören macht dick? Von wegen! stern.de räumt auf mit acht Irrtümern. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind