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9. Februar 2006, 09:00 Uhr

Vogelgrippe breitet sich aus

Nun hat die Tierseuche den nächsten Kontinent erreicht: In Nigeria wurde an mehreren Orten das für den Menschen gefährliche Virus H5N1 entdeckt. China meldet die elfte Infektion eines Menschen und in Griechenland tauchten infizierte Schwäne auf.

Im Norden Nigerias waren tausende Vögel verendet. Geflügelhändler versuchen, Hühner zu Billigpreisen zu verkaufen© AFP

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in Nigeria wächst in den Nachbarländern die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche. Die Behörden in Benin und Niger stoppten am Donnerstag alle Geflügelimporte aus Nigeria und riefen die Bevölkerung auf, verdächtige Todesfälle von Vögeln sofort zu melden.

In Kamerun berieten Tiermediziner über die Lage. Anders als in Asien und Europa müsse jetzt ein Kontinent vor der weiteren Ausbreitung der Seuche bewahrt werden, dessen tiermedizinisches System nur schwach entwickelt sei, sagte am Donnerstag Alex Thiermann vom Internationalen Tierseuchenamt (OIE). Am Freitag wollen Experten des OIE und anderer Organisationen zur Erkundung der Situation nach Nigeria fliegen.

Der tödliche Erreger H5N1 wurde am Donnerstag an zwei weiteren Orten im Norden Nigerias festgestellt. Im nordnigerianischen Bundesland Kaduna, wo der tödliche Erreger H5N1 am Mittwoch nachgewiesen wurde, starben in einem Betrieb 46.000 Hühner, Gänse und Straußen an der Seuche. Das Virus wurde tags darauf auch in den Nachbarregionen Kano und Plateau festgestellt, wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums mitteilte.

Die Regierung tue alles, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sagte der Sprecher. Die Gesundheitsbehörden ordneten für alle Geflügelfarmen im Norden des Landes eine Quarantäne an. Der Geflügelbestand in Nigeria wird auf 140 Millionen Tiere geschätzt.

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Millionen Menschen halten Hühner in Hinterhöfen

In Nigeria werden viele Menschen nach ihrem Tod ohne formelle ärztliche Untersuchung beigesetzt, was das Erkennen neuer Seuchen erschwert. Auch als reine Tierseuche könnte die Vogelgruppe verheerende Folgen für Nigeria haben: Millionen Menschen halten Hühner in Hinterhöfen.

Das chinesische Gesundheitsministerium teilte mit, in In China erkrankte jetzt eine 26-jährige Frau an der Vogelgrippe, dies ist der bislang elfte Fall dort. Aus Indonesien wurde am Donnerstag die Erkrankung von zwei Frauen im Alter von 23 und 27 Jahren gemeldet. In Asien sind bisher mindestens 88 Menschen an der Vogelgrippe gestorben.

Die rumänischen Behörden begannen am Donnerstag mit der Tötung von weiteren Hühnern im Donau-Delta, nachdem dort auf einem Familienhof ein neuer Verdachtsfall aufgetreten war. Das Dorf Jurilovca wurde unter Quarantäne gestellt. Seit Oktober vergangenen Jahres wurden in Rumänien 55.000 Nutzvögel getötet.

In der Nähe der nordgriechischen Stadt Saloniki wurden drei Wildschwäne positiv auf einen Erreger des H5-Stamms getestet. Proben wurden nach England geschickt, um festzustellen, ob es sich um das Virus H5N1 handelt. Die toten Schwäne wurden an der Küste bei Saloniki entdeckt.

AP

 
 
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