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18. Juli 2006, 07:58 Uhr

Diebstahlchips im Bauchraum

Mit Hilfe von Funkchips wollen US-Forscher Kunstfehlern entgegenwirken: Wie bei einem Einkauf wird der Patient nach einer OP gescannt - wenn was im Körper vergessen wurde, piept's.

Operation: Werden Instrumente im Körper des Patienten vergessen, kann das fatale Folgen haben© Jochen Lübke/DDP

Funkchips sollen künftig verhindern, dass Chirurgen bei Operationen medizinische Instrumente oder Mulltupfer im Körper eines Patienten vergessen. Solche so genannten RFID-Chips werden heute in Kaufhäusern genutzt, um Kleidung und Waren vor Diebstahl zu schützen. Am Ende der Operation könnte dann der Körper des Patienten abgescannt werden, um eventuell vergessene Binden oder chirurgische Instrumente aufzuspüren. Wissenschaftler um den Anästhesiearzt Alex Macario von der Universität in Stanford testeten nun solche Chips erstmals im Operationssaal. Die Forscher veröffentlichten ihre Studienergebnisse in der Fachzeitschrift "Archives of Surgery".

Nach einer amerikanischen Studie bleiben bei einer von 10.000 Operationen Gegenstände im Körper der Patienten zurück. In zwei Dritteln der Fälle handelt es sich dabei um Mulltupfer. Diese Tupfer können jahrzehntelang unentdeckt im Körper der Patienten verbleiben, ohne Probleme zu verursachen, können jedoch auch zu Blutvergiftungen und zum Tod führen. In vielen Krankenhäusern zählen die Operationsteams daher alle Operationsutensilien vor einer Operation, während des Eingriffs und noch einmal vor dem Verschließen der Haut.

Schere im Bauch, Mull im Kopf

Für die Studie verwendeten Macario und sein Team Mulltupfer, denen jeweils Chips mit einem Durchmesser von zwanzig Millimetern und einer Breite von zwei Millimetern angeheftet waren. Acht Patienten hatten eingewilligt, an der Studie teilzunehmen. Bei diesen legte ein Chirurg jeweils am Ende einer Operation einen oder zwei Mulltupfer mit Chip an den Ort des chirurgischen Eingriffs und fügte die Haut an der Schnittstelle aneinander. Ein anderer Arzt benutzte einen speziellen Scanner, um die Tupfer aufzuspüren. In jedem Fall entdeckte der Mediziner korrekt die eingefügten Stücke aus Gaze in durchschnittlich weniger als drei Sekunden.

Die Forscher um Macario halten daher die Chips für eine effektive Methode, um Operationen sicherer zu machen. Die Schwierigkeit bestehe jedoch darin, dass die Chips auf den Instrumenten störend wirken können und für manche Operationsutensilien noch zu groß sind.

DDP
 
 
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